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Lokales Kavaliershäuser in Dresden wieder mit Dachvasen
Dresden Lokales Kavaliershäuser in Dresden wieder mit Dachvasen
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19:56 22.03.2018
am 22.03.18 in Dresden im Großen Garten : Aufsetzen restaurierter Dachvasen auf die Kavaliershäuser : Dipl.-Restauratorin Tina Dömling Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Sie sind in ihrer Größe zwar relativ bescheiden, bringen aber stattliche 250 Kilogramm auf die Waage und zeigen deutlich, dass ohne sie etwas fehlt. Die Rede ist von den Schmuckvasen auf den fünf Kavaliershäusern im Großen Garten. Im August 2017 waren sie auf Grund von Verwitterung abgenommen worden. Gestern startete ihre Rückkehr auf den Dachfirst der kleinen quadratischen Gebäude. Pünktlich vor Saisoneröffnung in den Schlössern und Gärten kann der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) dieses kleinere Restaurierungsprojekt abhaken und den Besuchern bis zum Wochenende nun wieder komplette Kavaliershäuser präsentieren.

25 Minuten benötigte die Klipphausener Firma Vogt, Naturstein und Denkmalpflege, für die Schwebepartie per Autokran und die Befestigung der ersten Sandsteinvase. Versetzer Jan Noack dirigierte das Schmuckstück passgenau in die Mitte des Daches und verankerte es mit einem langen Edelstahldübel im Dachstuhl. Dieses neue Verfahren dürfte nicht nur gut halten, es soll auch hilfreich für die nächsten Restaurierungen sein, wie Ulf Nickol, Leiter der SIB-Niederlassung Dresden I, erläuterte. Die Abnahme wird künftig einfacher vonstattengehen.

Ursprünglich sollten die fünf Dachvasen mit den Früchtebuketts nach ihrer Restaurierung ins Depot wandern und durch Kopien ersetzt werden. Aber es stellte sich heraus, dass ihr Zustand besser war als angenommen, was nicht oft in diesem Metier vorkommt. So konnte auf die Kopie der Kopie verzichtet werden. Bereits 1953 waren die im Zweiten Weltkrieg zerstörten barocken Vasen neu angefertigt worden. Nur eine hatte überlebt. Dieses Original ziert jetzt frisch restauriert wieder das Kavaliershaus B.

Diplom-Restauratorin Tina Dömling hat die Zierstücke mit Akribie gesäubert, ergänzt, konserviert und für die nächsten Jahre gesichert. Vor allem musste der Stein von Flechten und Moos gesäubert werden, Verschmutzungen waren zu beseitigen und auch Steinergänzungen vorzunehmen. Am Ende erhielten die Vasen einen hellen Schutzanstrich. Nach längeren wissenschaftlichen Untersuchungen habe man sich für eine zweischichtige Silikonharzlasur entschieden, so Nickol. Sie soll verhindern, dass Wasser in den Stein eindringt, aber trotzdem auch Feuchtigkeit austreten lassen. Die Fachleute sprechen von einer Verschleißschutzschicht, denn nach zehn Jahren muss sie gegebenenfalls erneuert werden. Auch die überarbeiteten Skulpturen stehen hier unter laufender Beobachtung.

Rund 100000 Euro kostet die Erhaltung und Montage der fünf Dachvasen. Sie gehören zum „Skulpturenprogramm Großer Garten“ des SIB. Für die auf zehn Jahre angelegte Sichtung und Bewahrung der Bildwerke in Dresdens grüner Lunge stellt der Freistaat insgesamt rund 3,7 Millionen Euro zur Verfügung. In das Geld müssen sich 22 Sandstein-Bildwerke, zwölf Marmorskulpturen und 26 Sandstein-Postamente teilen. So viele steinerne Kunstwerke sind heute im Park noch vorhanden und nun in einem Maßnahmekatalog zusammengefasst. Auch wenn sie nur einen Bruchteil ihrer barocken Vergangenheit darstellen, sieht das SIB den Großen Garten als Gesamtkunstwerk vergleichbar mit den Anlagen in Potsdam Sanssouci und München Nymphenburg.

Als besonders fragil haben sich die Marmor-Objekte herausgestellt. Sie müssen sicher verwahrt und durch Kopien ersetzt werden. Aber auch das ist keine schnelle Maßnahme. Allein die Suche nach dem passenden und bezahlbaren Marmor aus Carrara braucht Geduld, erklärte SIB-Sachgebietsleiter Kai-Uwe Beger. So bleibt die berühmte Figurengruppe „Die Zeit raubt die Schönheit“ auf dem Schmuckplatz vor dem Palais wohl noch länger zum Schutz eingehaust. Sie soll ihren Platz im Palais erhalten und im Freien durch eine Kopie ersetzt werden. Für die Prunkvasen Vier Elemente und Vier Kontinente sowie die Arbeiten Herkules mit Telephosknabe sowie Silen und Bacchusknabe ist der richtige Carrara-Marmor jetzt gefunden, teilte das SIB mit.

Von Genia Bleier

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