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„Karten werden neu gemischt“ – Schwafelrunde löst sich auf

BRN vor Umstrukturierung? „Karten werden neu gemischt“ – Schwafelrunde löst sich auf

Was sich in der jüngeren Geschichte der Bunten Republik Neustadt langsam angebahnt hat, ist nun Gewissheit: Die Schwafelrunde löst sich zum Ende der diesjährigen BRN auf. Das verkündeten die Verantwortlichen am Sonntag auf der Bühne am Martin-Luther-Platz.

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Die Tafelrunde verkündete am Sonntag ihre Auflösung.
 

Quelle: Gerrit Menk

Dresden.  Was sich in der jüngeren Geschichte der Bunten Republik Neustadt langsam angebahnt hat, ist nun Gewissheit: Die Schwafelrunde löst sich zum Ende der diesjährigen BRN auf. Das verkündeten die Verantwortlichen am Sonntag auf der Bühne am Martin-Luther-Platz. „Sieben Jahre lang haben wir versucht, unser Bestes zu geben, doch am Ende hat es nicht gereicht“, verkündete BRN-Koordinator Magnus Hecht enttäuscht. „Ab jetzt muss sich jemand anderes finden, der sich um die BRN kümmert.“

Die Schwafelrunde war ein freiwilliger Zusammenschluss von Anwohnern und Gewerbetreibenden der Neustadt, die sich 2010 entschlossen haben, das Erscheinungsbild der BRN umzustrukturieren. Das Hauptanliegen, eine Partnerschaft mit dem federführenden Amt in der Stadtverwaltung zu entwickeln, könnte allerdings nie erreicht werden. „Der Knackpunkt ist, dass wir von der Stadtverwaltung nie ernst genommen wurden“, sagt Hecht. Untrügliches Zeichen und der „Gipfel der Sinnlosigkeit“ sei gewesen, als das Ordnungsamt im letzten Jahr ein Sicherheitskonzept ausgegeben hatte, ohne die Schwafelrunde einzubeziehen.

Wie sich das größte Stadteilfest Dresdens also im nächsten Jahr organisiert, steht in den Sternen. „Die Mitglieder der Schwafelrunde bleiben da, sind Ansprechpartner und werden etwas auf die Beine stellen“, so Hecht. „Aber wir mischen die Karten neu.“ Es müssten neue Leute dazukommen, die Stadtverwaltung müsste ihren Willen zur Zusammenarbeit zeigen. Helfen soll dabei unter anderem ein Gutachten, das vom Görlitzer Kulturökonom Prof. Matthias Munkwitz bis Ende des Jahres erstellt wird. Darin sollten Argumente thematisiert werden, warum sich die Stadt Dresden um ein solches Fest kümmern muss. Finanzielle Vorteile sollen dadurch ebenso hervorgehoben werden wie beispielsweise der Imagegewinn für die Stadt.

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Am Sonnabend wurde auf der BRN kräftig gefeiert, getrunken und getanzt. Wir zeugen euch unsere Eindrücke

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Die Stimmung auf den Straßen war, besonders in den Abendstunden, gewohnt ausgelassen. Zumeist junge Menschen tanzten an den Bühnen, die oft nicht mehr als erhöhte DJ-Pults oder Boxen auf Balkons waren und sich besonders an Rothenburger Straße und Alaunstraße dicht an dicht reihten. Offizielle Besucherzahlen gab es am Sonntag noch nicht. Im Vorfeld wurden, wie auch 2016, rund 250 000 Besucher erwartet. „Dieses Jahr war es aber wohl ein bisschen voller als letztes“, meint Hecht. Besonders an den Nachmittagen war jedoch die Abwesenheit von Besuchern auffällig. Unterm Strich war es deutlich leerer als noch vor einigen Jahren, was in puncto Komfort nichts Negatives ist, gerade wenn man an die überfüllten Kreuzungen früherer BRN-Wochenenden denkt. Diese waren kurzfristig entlastet worden, indem Betreibern von Eckkneipen die Außenbewirtung untersagt wurde. Ohnehin gab es mit 190 zugelassenen Ständen und Buden weniger als sonst. In den letzten Jahren seien es deutlich über 200 gewesen, so Hecht.

Tausende Besucher strömten am Freitagabend in die Neustadt zur BRN, um sich auf die dreitägige Feier einzustimmen.

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Ein positives Fazit zur diesjährigen BRN zog derweil die Polizei. Es sei ein insgesamt friedliches Fest gewesen, seit Freitag sei es zu 75 Straftaten gekommen, was sich in Anbetracht der Besucherzahlen im Rahmen halte. Darunter waren 33 Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz, 13 Körperverletzungen, zehn Diebstähle, sechs Sachbeschädigungen, sowie vier Beleidigungen und vier Verstöße gegen das Waffengesetz.

In der Nacht zum Sonnabend versuchte ein Unbekannter, sich auf einer Wiese an der Paulstraße an einer 31-Jährigen zu vergehen. Die Hilferufe der Frau veranlassten ihn jedoch zur Flucht. Fahndungsmaßnahmen blieben ohne Erfolg. Gegen einen 19-Jährigen wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, nachdem er in der Nacht zum Sonntag am Bischofsweg mehrfach den Hitlergruß zeigte. Ebenfalls am Sonnabend schlug ein vermutlich unter Drogen stehender Mann wahllos auf Passanten ein. Er konnte jedoch von Bediensteten des gemeindlichen Vollzugsdienstes überwältigt und der Polizei übergeben werden. Sonntagvormittag trafen Polizeibeamte einen 37-Jährigen an, der einen sogenannten Hirschfänger und ein Jagdmesser bei sich trug. Da er 1,8 Promille Alkohol im Blut hatte und sich sehr renitent zeigte, wird nicht nur wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz, sondern auch wegen Widerstandes gegen ihn ermittelt.

Von Gerrit Menk

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