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Lokales Kapitalspritze für Elektronik-Start-up aus Dresden
Dresden Lokales Kapitalspritze für Elektronik-Start-up aus Dresden
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07:44 07.07.2018
Das Team der Dresdner "Ferroelectric Memory Company“ (FMC) mit Schaltplänen ihrer innovativen Speicherchips Quelle: Katharina Grottker für FMC
Dresden/Münster

Ein Nanoelektronik-Unternehmen aus Dresden geht auf Wachstumskurs: Der Risikokapitalist eCapital aus Münster investiert gemeinsam mit dem High-Tech Gründerfonds (HTGF) rund 4,6 Millionen Euro in die „Ferroelectric Memory Company“ (FMC). Die Dresdner Uni-Ausgründung hat einen neuartigen Computerspeicher entwickelt, der in Zukunft Smartphones, autonome Autos und viele andere Technologieprodukte schneller, leistungsstärker und energie-sparsamer machen kann.

„Mit FMC haben wir ein weiteres Technologie-Juwel in Dresden identifiziert, das ganze Branchen verändern kann“, schätzte eCapital-Chef Paul-Josef Patt ein. Die Erfindung aus Dresden habe das Zeug, die Spielregeln im Chipdesign grundlegend zu verändern. Die eCapital AG hatte zuvor bereits die Organikelektronik-Ausgründungen „Novaled“ und „Heliatek“ aus der TU Dresden mitfinanziert.

Minischalter kann sich Daten merken

Mit der neuen Kapitalspritze wollen die FMC-Ingenieure neue Messgeräte und andere Spezialtechnik anschaffen. Vor allem aber möchten sie Verstärkung an Bord holen, um ihre Technologie rasch weiterzuentwickeln und marktreif zu bekommen, bevor ein Konkurrent auf den selben „Trichter“ kommt. „Wir sind im Moment sieben Leute und wollen unser Team verdoppeln“, kündigte FMC-Mitgründer Menno Mennenga an.

Die Kerntechnologie, die FMC so interessant macht, hatten die Elektronikforscher am „Namlab“ der TU Dresden gemeinsam mit den Dresdner Ingenieuren des Chip-Auftragsfertigers „Globalfoundries“ entwickelt. Dabei handelt es sich um einen „Ferroelektrischen Feldeffekt-Transistor“ (FeFET) aus Hafniumoxid. Dieser Minischalter kann sich Daten merken, auch wenn kein Strom mehr anliegt. Dies beherrschen zwar auch schon heutige Flash-Speicherchips, die in Tablet-Computern, Chipfestplatten und Smartphones verbaut sind. Die klassischen Flash-Chips verpulvern aber viel Strom, sind im Vergleich zum Computer-Hauptspeicher recht langsam und recht „grob geschnitzt“: Sie können nicht so gut miniaturisiert werden wie andere Computer-Bausteine. Die neuen FeFET-Speicher aus Dresden umschiffen diese Probleme, sind ähnlich gut verkleinerbar wie Prozessoren. Zudem sind sie laut FMC etwa 1000 Mal schneller als Flash-Chips und verbrauchen 1000 Mal weniger Strom.

Um diese Technologie wirtschaftlich zu verwerten, hatten die Namlab-Ingenieure 2016 die FMC gegründet. Die bekam im Herbst 2017 eine erste Kapitalspritze über 600.000 Euro vom High-Tech Gründerfonds. Inzwischen ist das Unternehmen vom TU-Campus ins städtische Nanozentrum an der Maria-Reiche-Straße umgezogen, um weiter wachsen zu können. Mit ersten Anwendungen ihrer neuartigen Speicher rechnen die Dresdner vor allem in der Konsumgüterbranche: „Wir denken da an Smartwatches und Smartcards“, erklärte Mennenga. Später sei auch an den Einsatz in der Automobilindustrie gedacht.

ferroelectric-memory.com

Von Heiko Weckbrodt

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