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Lokales Kapelle am Königlichen Weinberg in Dresden-Wachwitz ist restauriert
Dresden Lokales Kapelle am Königlichen Weinberg in Dresden-Wachwitz ist restauriert
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12:00 11.08.2017
Beratung in der Kapelle: Kerstin Weißmann vom städtischen Kultur- und Denkmalpflegeamt, Eigentümerin Franka Pomplun und Torsten Nimoth vom Landesamt für Denkmalpflege (v.l.). Quelle: Tomas Gärtner
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Dresden

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stand die Kapelle gut sichtbar oben am Hang über dem Königlichen Weinberg in Wachwitz. Mittlerweile ist sie hinter hohen Bäumen und Büschen verborgen. Man findet sie, wenn man von der Pillnitzer Landstraße in die Josef-Herrmann-Straße einbiegt und den Wachwitzer Weinberg am Rhododendron-Park hinaufgeht, um die Villa herum zum alten Preßhaus und dann dem grünen Hinweisschild „Rundweg Rhododendron-Park“ davor folgend rechts die Treppe hinauf steigt. Dort steht sie am Wanderweg Richtung Rochwitz - die 1826 im neogotischen Stil errichtete, später mehrfach umgebaute Weinbergskapelle.

Mitte der 1990er Jahre ist sie nur außen restauriert worden. Jetzt hat ein Restaurator aus Dresden-Cotta auch das Innere in etwa in den Zustand Ende des 19. Jahrhunderts versetzt. „Sie ist wieder ein Kleinod geworden“, sagt Torsten Nimoth vom Sächsischen Landesamt für Denkmalpflege und schaut sich in dem fast leeren Raum um. „Er war ziemlich desolat“, berichtet er.

1824 hatte Prinz Friedrich August, später sächsischer König Friedrich August II., das Gelände samt Landhaus des Herrn von Zedtwitz erworben und zum Palais umbauen lassen. 1839 wurde die Kapelle nach Plänen von Carl Moritz Haenel (1809-1880), vorletzter königlich-sächsischer Oberlandbaumeister, umgestaltet, dann noch einmal 1894. 1918 endete die Monarchie, das Gebäude verfiel.

Geschichtsbewusste Anwohner erhielten es zu DDR-Zeiten mit notdürftigen Reparaturen. Nach 1990 kümmerte sich niemand mehr. Das Gelände, damals Eigentum des Freistaates, wurde an Privatleute verkauft.

Samt Weinberg erwarb 2014 Franka Pomplun, Steuerberaterin in der Dresdner Südvorstadt, die Kapelle. „Eigentlich wollten wir uns zunächst nur im Weinbau betätigen“, erzählt sie. „Doch dann hat uns die Kapelle so gut gefallen, dass wir uns gesagt haben: Die kann man nicht so verwahrlost stehen lassen.“ Also investierte sie eine Summe, die sie nicht nennen möchte, bekam, da es sich um ein geschütztes Denkmal handelt, Fördermittel dazu und beauftragte die Restauratoren.

Die haben die Wände im Inneren gereinigt, konserviert und wieder mit den einstigen rosa marmorierten Flächen, hellgelben und hellblauen Bändern und blassgrünen Bögen ausgemalt, außerdem die Sandsteinplatten des Fußbodens repariert.

Als einzige Ausstattungsstücke stehen zwei kleine Sandsteinfiguren auf dem Boden vor der westlichen Seitenwand: Rechts eine Maria mit dem Jesuskind, links ein Mann mit Mitra und Bischofsstab, in der Literatur als Heiliger Friedrich bezeichnet.

Das Heiligenlexikon kennt einen Friedrich von Altzelle, Zisterziensermönch in Altzella bei Nossen, der 1215 in Livland den Märtyrertod starb. Er soll der Namenspatron des sächsischen Prinzen gewesen sein. Die Restauratoren haben der Figur den verlorenen Kopf nach Abbildungen wiedergegeben. Einst standen beide Figuren auf Konsolen draußen an der Südwand, waren dort aber zerstörerischen Wettereinflüssen preisgegeben.

Alles wird von einem blauen Gewölbe mit gelben Sternen überwölbt, darin vier gut erhaltene Medaillons aus Papier. Die neobarocke Eingangspforte stammt aus dem Schloss Wachwitz und ist in den sechziger Jahren hier reingesetzt worden.

Das hohe Fenster in der Südwand, nun mit einfachem Glas versehen, zierte einst prachtvolles Buntglas, 1844 geschaffen von Julius Hübner (1806-1882), Professor an der Kunstakademie; eine Darstellung des Christus im Weinberg in der Mitte, neben ihm auf der einen Seite jene Maria, auf der anderen der Heilige Friedrich. Das aber ist völlig kaputtgegangen, 1945 vermuten die Denkmalpfleger. Ein paar Splitter bewahrt das Stadtmuseum auf.

Für Heilige Messen benutzt worden ist die Kapelle von dem katholischen Prinzen wahrscheinlich nur selten. Überliefert sind eine Taufe 1876 und eine Trauung 1908.

Von Katholiken genutzt werden wird sie wohl auch künftig nicht. „Uns ging es erst mal darum, das Gebäude zu erhalten“, sagt Eigentümerin Franka Pomplun. Öffentlich zu nutzen sei es nicht, es gebe nicht mal einen Stromanschluss. Aber zum „Tag des offenen Denkmals“ 2018 will sie die Kapelle zur Besichtigung öffnen.

Von Tomas Gärtner

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