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Kampf um Ulmen in Dresden

Kampf um Ulmen in Dresden

Um die tausend Jahre alt und damit Dresdens ältester Baum soll die knorrige alte Linde im Altkaditzer Kirchhof sein. Sie steht als Naturdenkmal unter Schutz, wie 53 weitere Einzelbäume und Großsträucher sowie 13 Alleen und Baumreihen in Dresden.

Auch eine große Flatterulme an der Königsbrücker Straße 49 soll - so der Vorschlag des Umweltamtes - unter Schutz gestellt werden.

Markwart Faussner, der Eigentümer des Grundstückes, unterstützt dieses Bestreben. Zudem kämpft er dafür, dass auch eine zweite, kleinere Ulme auf besagtem Grundstück erhalten bleibt und nicht dem geplanten Ausbau der Königsbrücker Straße zum Opfer fällt (DNN berichteten). 479 Baumfreunde (Stand gestern) haben seine Unterschriftenliste im Internet bereits unterzeichnet.

Diese kleinere Ulme ebenfalls unter Schutz zu stellen, dafür sieht das Umweltamt jedoch keine Chance. "Die Ausweisung als Naturdenkmal scheidet aus wegen mangelnden Merkmalen, die die Besonderheit beschreiben", teilte die Stadtverwaltung auf Nachfrage der DNN mit. Die größere Ulme jedoch sei mit ihren 3,57 Metern Stammumfang, einer Höhe von ca. 30 Metern und der Kronenbreite von 20 Metern ein Ausnahmebaum unter den noch existierenden Altulmen in der Stadt. Sie präge wesentlich das Straßenbild, sei zudem gesund und aus all diesen Gründen schützenswert.

Einst waren Ulmen in Dresden die vorherrschende Straßenbaumart. Doch seit 1920 wird diese europaweit durch das "Ulmensterben" dezimiert. Auch in unserer Stadt fielen unzählige Ulmen der Krankheit zum Opfer, sind nur noch "geringe Reste" vorhanden, so die Auskunft der Stadt. "Per 31. Juli 2012 stehen 589 Ulmen an den kommunalen Straßen."

Das Ulmensterben wird durch einen Pilz ausgelöst, der die Leitgefäße der Bäume verstopft, so dass die Bäume vertrocknen. Überträger des Pilzes, der der Literatur zufolge 1920 aus Ostasien in die Niederlande eingeschleppt wurde, ist der Ulmensplintkäfer. Besonders empfindlich sind Feld- und Bergulme. Die Flatterulme weniger. Seit vielen Jahren wird versucht, resistente Ulmensorten zu züchten.

Ulmen können bis zu 400 Jahre alt werden, einen Stammumfang von mehreren Metern erreichen und über 30 Meter hoch werden. "Recht ansehnliche Exemplare stehen im Uferbereich der Elbe", heißt es aus der Stadtverwaltung. "Eine ebenfalls überdurchschnittlich große Flatterulme steht in Weixdorf-Lausa, am Pfarrteich der Roller-Kirche (direkt am Zugang von der Lausaer Kirchgasse)." Hervorzuheben sei des Weiteren die Flatterulme auf dem historischen Dorfplatz Altübigau. Sie wurde 1999 zum Naturdenkmal erklärt. Ebenso stehen die Ulmen auf dem Sachsenplatz bzw. der Sachsenallee - die einzige noch existierende Allee aus alten Ulmen - unter Schutz.

h

Weitere Informationen: www.dresden.de; über Naturdenkmale und älteste Bäume Dresdens; http://ulmenschutz.de/Ulmenkrankheit.html

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 30.08.2012

Catrin Steinbac

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