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Lokales Kampf um Kita in Gittersee geht weiter - Eltern erheben Vorwürfe gegen Stadtverwaltung
Dresden Lokales Kampf um Kita in Gittersee geht weiter - Eltern erheben Vorwürfe gegen Stadtverwaltung
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23:43 09.09.2015

Seit mehr als einem Jahr wird über die Schließung gestritten. Der bis Mitte 2014 bürgerlich-liberal dominierte Stadtrat hatte bereits entsprechende Beschlüsse gefasst, die jetzt wieder ins Wanken geraten. Die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit wird sich am Ende dafür oder dagegen aussprechen müssen. Bis dahin dürfte es noch viele Diskussionen geben.

Die Stadt bekräftigte gestern auf DNN-Anfrage ihr Festhalten an der Schließung der Kita auf der Oskar-Seyffert-Straße. Das 1936 als Zweifamilienhaus errichtete Gebäude wird seit 1950 als Kita genutzt. Die Stadt spricht von Sanierungskosten in Höhe von mindestens 650 000 Euro, für das geringe Betreuungsangebot von 41 Plätzen sei das unwirtschaftlich. Das Grundstück soll verkauft werden, der Verkaufserlös von 1,6 Millionen Euro ist bereits als Einnahme für den Eigenbetrieb verplant. Trotz Sanierung bliebe aufgrund der baulichen Struktur des Treppenhauses Krippenkindern die obere Etage versperrt. Die Unfallkasse gestatte die Betreuung nur in der unteren Etage. Außerdem habe eine konkrete Sicherheitsgefährdung bestanden. Aufgrund der überalterten Elektroanlage sei Brandgefahr nicht auszuschließen gewesen. Die Sanitäranlagen seien marode. Ab September 2014 durften daher keine Kinder mehr in dem Haus betreut werden. Im April 2014 besuchten 24 Kinder die Kindertagesstätte. Die Kita werde im Ortsamtsbereich Plauen im Prinzip nicht gebraucht, heißt es aus der Stadtverwaltung. Die Schließung sei für eine bedarfsgerechte Versorgung des Stadtraumes mit Betreuungsplätzen "folgenlos", erklärte Marco Fiedler, persönlicher Referent von Sozialbürgermeister Marin Seidel (parteilos) gestern. Ausbaubedarf bestehe in anderen Stadträumen, ganz massiv zum Beispiel in Pieschen und Friedrichstadt.

"Zur Erreichung der Schließung werden durch den Eigenbetrieb falsche Argumente geliefert", schrieben Elternvertreter jetzt an die Stadtratsfraktionen. Linke-Stadtrat Tilo Kießling forderte bereits Aufklärung von der Stadt zu den Vorwürfen. Die Eltern weisen darauf hin, dass ihrer Meinung nach die Baukosten um 90 000 Euro zu hoch angesetzt und der geplante Verkaufserlös zweifelhaft sei. Auch in anderen Kitas dürften sich Krippenkinder nur in der unteren Etage aufhalten, geschlossen würden diese Einrichtungen deshalb nicht. "Die Kita ist klein, familiär, dem Wohngebiet angepasst", erläuterte Elternbeirätin Kerstin Windisch gestern gegenüber DNN die Vorzüge des Hauses auf der Oskar-Seyffert-Straße.

Der Plauener Ortsbeirat hat die Schließung bereits im April 2014 abgelehnt. Gestern forderte er mit 16 von 19 Stimmen, dass die Gelder für die Sanierung bereitgestellt werden sollen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.04.2015

Ingolf Pleil

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