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Lokales Kampf gegen alte Umweltsünden - Die Collmberghalde soll bis 2022 komplett saniert werden
Dresden Lokales Kampf gegen alte Umweltsünden - Die Collmberghalde soll bis 2022 komplett saniert werden
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17:18 09.09.2015

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"Wenn wir dieses Gebiet sanieren, geht von den letzten strahlenden Hinterlassenschaften der Wismut keine Gefahr mehr aus", sagt Hilbert vor der anwesenden Presse und tritt vor Kälte auf der Stelle. Bis 2022 soll das ganze Gelände in Coschütz unweit der Pottschappler Straße für rund 7 Millionen Euro abgedeckt und die Neigung des Hanges verringert werden. Die Stadt übernimmt die Hälfte der Kosten.

Für die Maßnahme gibt es einen guten Grund: Auf der Collmberghalde liegen rund 200 000 Kubikmeter uranhaltige Steinkohle. Als die Sowjetunion und die Wismut nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten, Uranvorkommen zu erschließen, ersann man den Plan, das Uranerz in der Uranfabrik Coschütz/Gittersee mit Säure aus der Kohle abzuscheiden. Das Projekt lief von 1949 bis 1953. Aus technischen Gründen gelang das Vorhaben jedoch nicht.

Doch das an die Oberfläche gebrachte Material verblieb an Ort und Stelle und strahlt seit über einem halben Jahrhundert vor sich hin. Nach Angaben der Wismut misst der Geigerzähler in einigen kontaminierten Bereichen zwischen 700 und 1000 Nanosievert pro Stunde. Der Grenzwert liegt eigentlich bei einem Wert von 200. Eine unmittelbare Gefahr für Menschen gäbe es jedoch nicht, so Christian Korndörfer, Amtsleiter des Dresdner Umweltamtes.

Nach einer ersten Abdeckung besonders strahlender Areale im Jahr 1997 soll auf dem Gelände wieder Erde verteilt werden. Denn nicht nur die Uransteinkohle stellt eine Gefahr für die Umwelt dar. In den 1960er Jahren wurde die Collmberghalde auch als Deponie für die kommunale Abfallentsorgung verwendet. "Uns kommt dabei entgegen, dass die Asche des Kraftwerks Nossener Brücke ebenfalls hier abgelagert wurde", sagt Manfred Speer von der Wismut, die das Projekt betreut. Der Kalk in der Asche helfe dabei, die Uranrückstände zu neutralisieren und abzuschirmen, erklärt Korndörfer. Darüber hinaus müsse weniger Mineralerde für die Oberschicht herantransportiert werden.

Doch bevor die Bagger ab 2016 aus der Collmberghalde eine frei begehbare Grünfläche machen, gilt es das Gelände zu sichern. Aufgrund des Bergbaus, der hier bereits seit 1790 betrieben wurde, ist der gesamte Hügel von Stollen durchbohrt. Hohlräume, die absacken oder sogar einbrechen können, wenn z.B. schweres Gerät über die Oberfläche fährt. Die Bergsicherung Freital GmbH führt deshalb seit Oktober Probebohrungen durch, um Stollen wiederzufinden. Ist wieder ein Hohlraum entdeckt, wird Flüssigbeton in das Bohrloch gegossen. - Eine immense Arbeit bei 17 Hektar Bergbaugebiet.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.02.2015

Hauke Heuer

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