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Lokales Kampf gegen Elterntaxis in Dresden: Über 100 Verstöße in zehn Tagen
Dresden Lokales Kampf gegen Elterntaxis in Dresden: Über 100 Verstöße in zehn Tagen
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15:37 15.02.2019
Täglich vor Unterrichtsbeginn bricht am Carusufer das Verkehrschaos aus. Mittendrin: Grundschüler. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Im Zuge der Aktion „Schulwegsicherheit“ haben Mitarbeiter des Dresdner Ordnungsamtes in den vergangenen Tagen bei ihren Kontrollen mehr als 100 Verkehrssünder ertappt. Die Mitarbeiter der Stadt verhängten eigenen Angaben zufolge 77 Verwarngelder und sprachen 52 Verwarnungen aus. Zu den häufigsten Verstößen zählte dabei Halten und Parken in zweiter Reihe, auf dem Gehweg oder am linken Fahrbahnrand.

Mit der Aktion hat die Stadtverwaltung allen voran die so genannten Elterntaxis ins Visier genommen. Denn weil immer mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule schaffen, kommt es vor den Einrichtungen in den Morgenstunden vor Unterrichtsbeginn oft zu einem re­gelrechten Verkehrschaos. Das ge­fährdet allen voran die Sicherheit der anderen Kinder, die dort die Straßen überqueren müssen.

Angesichts der Vielzahl der während der verstärkten Kontrollen in den vergangenen zehn Tagen aufgedeckten Verstöße zeigt sich Dresdens Sicherheitsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) alarmiert. „Ich bin erschrocken, wie rücksichtslos einige Eltern mit der Sicherheit anderer und der eigenen Kinder umgehen“, erklärt der Verwaltungschef. Seine klare Botschaft an die Eltern: „Alle müssen sich an geltende Regeln halten.“ Gerade Eltern seien Vorbilder.

Laut Stadtverwaltung war es im­mer wieder zu gefährlichen Situationen vor Schulen gekommen, weil sich Autofahrer nicht die Verkehrsregeln gehalten haben. Immerhin: 52 der ertappten Autofahrer ließen sich über Fehlverhalten aufklären und korrigierten es, heißt es aus dem Rathaus. „Da sich die Betroffenen einsichtig zeigten, kamen sie mit dieser mündlichen Verwarnung da­von. Ich hoffe, diese Einsicht hält länger als einen Tag an“, erklärt Detlef Sittel.

Doch nicht jeder – und auch das ist eine alarmierende Erkenntnis des Einsatzes – zeigte sich tatsächlich auch einsichtig. Daraus resultierten dann die 77 verhängten Verwarngelder – inklusive den Fällen, bei denen die Falschparker nicht anzutreffen waren. Das Fehlverhalten mündete dann in einer entsprechenden Ordnungswidrigkeitsanzeige. Erschreckend: Einige Eltern waren nicht nur uneinsichtig, sondern zeigten sich demnach sogar noch aggressiv ge­genüber den Mitarbeitern der Stadtverwaltung.

Im Gegenzug habe es aber auch Lob von Eltern dafür gegeben, dass die Stadt jetzt durchgreift. Das Ordnungsamt, so kündigt die Verwaltung an, werde die Kontrollen auch weiterhin in regelmäßigen Abständen fortführen – und dabei auch Hinweise eingehen.

Hier hat das Ordnungsamt kontrolliert

4. Grundschule, Löwenstraße 2;

25. Grundschule, Pohlandstraße 40;

26. Grundschule, Osterbergstraße 22;

35. Grundschule, Bünaustraße 12;

47. Grundschule, Mockritzer Straße 39;

51. Grundschule, Rosa-Menzer-Straße 24;

8. Grundschule, Konkordienstraße 12;

62. Grundschule, Pillnitzer Landstraße 38;

63. Grundschule, Wägnerstraße 26;

74. Grundschule, Saalhausener Straße 61;

96. Grundschule, Liebstädter Straße 37;

113. Grundschule, Georg-Nerlich-Straße; Förderschule, Leisniger Straße 76;

Freie evangelische Schule, Hausdorfer Straße 4;

Kindertageseinrichtungen auf der Saalhausener Straße und der Bramschstraße.

Von Sebastian Kositz

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