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Lokales Kampf der Zuckersucht: Heißhunger des Sohnes bringt Dresdnerin auf Geschäftsidee
Dresden Lokales Kampf der Zuckersucht: Heißhunger des Sohnes bringt Dresdnerin auf Geschäftsidee
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17:34 09.09.2015
Ihre Dinobeeren werden ein Renner, ist Yvonne Reichelt überzeugt. Auf die Idee kam sie, als sie nach den Gründen für den Heißhunger ihres Sohnes gesucht hat. Quelle: Stephan Hönigschmid

gerade bei Kindern sehr beliebt. Gesundheitsbewusste Eltern geraten da schnell in ein Dilemma. Sollen sie den Wünschen ihrer Kleinen einfach nachgeben oder sie strikt von Süßigkeiten fernhalten? Keine leichte Frage. Aber vielleicht ist sie ja bald überflüssig.

Grund ist eine Erfindung der 32-jährigen Dresdnerin Yvonne Reichelt. Unter dem Namen "Dinobeere" hat sie mit ihrer im Juli dieses Jahres gegründeten Firma Paloneo vor kurzem Süßigkeiten für Kinder auf den Markt gebracht, die gesund sein sollen. Was zunächst wie ein Widerspruch klingt, ist anscheinend tatsächlich möglich. "Unsere Dinobeere ist hundertprozentig Bio. Sie ist gluten- und laktosefrei und enthält natürliche Zutaten wie Sultaninen, Kokos, Aroniabeeren und Himbeeren", sagt Reichelt. Keine Chance also für Zuckerzusätze und Süßungsmittel, die sonst in vielen Produkten gang und gäbe sind. "Wir haben die Vision, dass Kindern die Zuckersucht erspart und das natürliche Geschmacksempfinden erhalten bleibt", erklärt die Unternehmensgründerin ihren Ansatz.

Auf die Idee zu ihrem Produkt ist Yvonne Reichelt durch ihren kleinen Sohn gekommen. "Mein damals 16 Monate alter Sohn hatte voriges Jahr ständig Heißhunger, obwohl er zum Frühstück sehr viel gegessen hatte." Weil ihr das keine Ruhe ließ, habe sie das Frühstück des Kleinkindes einmal genauer unter die Lupe genommen, so Reichelt. Unter anderem fand sich dort neben Obst, Vollkornbrot und Butter die vermeintlich gesunde Bio-Marmelade mit Agavendicksaft.

Nach intensiver Recherche im Internet musste sie erkennen, dass der als Alternative zum Zucker gepriesene Agavendicksaft keine Vorteile bringt, sondern am Ende noch ungesünder sein soll. Gemäß den Angaben des Blogs "Paleosophie", auf dem Yvonne Reichelt die Informationen gefunden hat, enthält Agavendicksaft pro Einheit bis zu 80 Prozent mehr Fruktose als Haushaltszucker.

Obwohl diese Erkenntnis ernüchternd war, hatte sie auch ihr Gutes. Die 32-Jährige wurde über den Blogeintrag auf die sogenannte Paleo-Ernährung aufmerksam. Diese orientiert sich an der vermuteten Ernährung der Altsteinzeit und besteht vor allem aus Fleisch (vom Wild), Fisch, Schalentieren, Eiern, Obst, Gemüse sowie Kräutern, Pilzen, Nüssen, Esskastanien und Honig. Getreide und Zucker sind tabu.

Dass Yvonne Reichelt mit dieser Ernährung die richtige Entscheidung getroffen hatte, merkte sie bereits nach kurzer Zeit. Zum einen war der Heißhunger ihres Sohnes verschwunden und zum anderen ging es auch ihr selbst besser. "Hautausschlag und Rückenschmerzen, die mich geplagt haben, waren auf einmal verschwunden", sagt Reichelt.

Bei ihrer Suche im Internet hatte die Diplomwirtschafthispanistin aber neben dem eigentlichen Ernährungskonzept noch etwas anderes bemerkt: "Ich habe nirgendwo ein Produkt für meinen Sohn gefunden, das die Eigenschaften der Paleo-Ernährung vereint." Da Yvonne Reichelt schon seit ihrem Studium mit dem Gedanken geliebäugelt hat, ihre eigene Firma zu gründen, sah sie hier einen guten Ansatz. Jedoch war es ihr wichtig, ihre Unternehmensgründung gut vorzubereiten. Um professionelles Feedback zu bekommen, nahm die Dresdnerin mit ihrer Idee an zahlreichen Wettbewerben teil. Aktuell erreichte sie beim Dresdner Gründerwettbewerb "avalia Gründerlounge 2014" den zweiten Platz. Außerdem belegte sie erst kürzlich bei der Veranstaltung "Gründer-Garage" von fast 300 Teilnehmern aus ganz Deutschland den 13. und bei "Gründen Live" im Rahmen des Entrepreneurship Summit in Berlin den 4. Platz.

Die gute Platzierung in letztgenanntem Wettbewerb erklärt sich mit dem Umsatz, den Yvonne Reichelt bei dem Event erzielt hat. "Neben einer Präsentation der Geschäftsidee gehörte auch ein Stand im Foyer zu der Veranstaltung. Dort haben wir innerhalb von 23 Stunden mehr als 200 Packungen unserer 'Dinobeere'" verkauft", sagt Reichelt. Eine Packung, die neun Dinobeeren enthält, kostet 4,90 Euro und ist im Online-Shop unter www.paloneo.de erhältlich. Demnächst soll das Produkt auch in Bioläden zu kaufen sein.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.10.2014

Stephan Hönigschmid

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