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Kais Altroudi kam aus Syrien nach Dresden: “Ich denke, dass ich zurückkehren werde“

„Mein Weg in die Sicherheit“ Kais Altroudi kam aus Syrien nach Dresden: “Ich denke, dass ich zurückkehren werde“

„Mein Weg in die Sicherheit“ heißt ein Schuljahreswandkalender, der allen Dresdner Schulen zur Verfügung gestellt wird. Darin erzählen zwölf Kinder und Jugendliche aus Syrien, Afghanistan, Tschetschenien und anderen Ländern von ihrer Heimat und ihrem Weg. Die DNN veröffentlichen die entstandenen Interviews. Heute: Kais Altroudi aus Syrien.

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Kais Altroudi will in Deutschland seine Ausbildung abschließen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden . „Mein Weg in die Sicherheit“ heißt ein Schuljahreswandkalender, den die Stadtentwässerung Dresden GmbH herausgibt und der allen Dresdner Schulen zur Verfügung gestellt wird. Darin erzählen zwölf Kinder und Jugendliche aus Syrien, Afghanistan, Tschetschenien und anderen Ländern von ihrer Heimat, über ihren Weg nach Deutschland und wie es ihnen in Dresden geht. Die DNN veröffentlichen die entstandenen Interviews einmal im Monat in einer kleinen Serie.Kais Altroudi stammt aus Syrien. Doch der 19-Jährige flüchtete nicht vor dem Krieg, sondern folgte seiner Familie nach Dresden.

Wo kommst Du her?

Ich stamme aus der syrischen Stadt As-Suweida nahe der jordanischen Grenze. Meine Familie und ich sind Drusen. Das ist eine Religionsgemeinschaft, die in dieser Region Syriens sehr verbreitet ist.

Ist Deine ganze Familie nach Deutschland geflüchtet?

Nein. Nur meine Mutter und ich. Ich habe insgesamt vier Brüder und eine Schwester. Zwei meiner Brüder wohnen in London, zwei hier in Dresden und meine Schwester lebt in Dubai. Ich bin der Jüngste von allen.

Was ist mit Deinem Vater?

Der ist 2008 an einer schweren Krankheit gestorben. Er war Schulleiter in unserer Heimatstadt. Seitdem war ich mit meiner Mutter allein in Syrien, weil meine Brüder schon ausgewandert waren.

Also sind Deine Brüder schon länger in Dresden?

Ja, seit mehr als acht Jahren.

Herrschte in Deiner Heimatstadt Krieg?

Nein, damals nicht. In As-Sudweida ist ein riesiger Militärstützpunkt der Regierung. Es ist üblich, das Jungs und Männer aus der Stadt den Regierungstruppen dienen. Das wollte ich auf keinen Fall. Auch deshalb sind wir dann nach Deutschland geflohen.

Wie seid Ihr nach Deutschland gekommen?

Wir sind zunächst mit dem Auto in den Libanon gefahren. Dort haben wir dann einen Monat im Hotel gewohnt und auf unser Visum für Deutschland gewartet. Als es dann endlich kam, sind wir mit dem Flugzeug im November 2014 nach Berlin geflogen. Von da aus ging es gleich weiter zu meinen Brüdern nach Dresden.

Wohnt Ihr jetzt alle zusammen?

Nein. Einer meiner Brüder studiert mittlerweile in Jena, der andere wohnt mit seiner Familie zusammen. Ich wohne gemeinsam mit meiner Mutter in einer kleinen Wohnung nahe dem Bahnhof Mitte.

Gehst Du zur Zeit in die Schule?

Ich besuche gerade einen Deutschkurs am BSZ für Gastgewerbe. Wenn der abgeschlossen ist, kann ich Abitur machen. Man sagte mir, dass ich hier in die elfte Klasse einsteigen kann, weil ich in Syrien schon elf Jahre in der Schule war.

Was möchtest Du später einmal werden?

Ich möchte gern eine Ausbildung zum Flugbegleiter machen. Ich fliege sehr gerne. Außerdem kann ich dann die ganze Welt bereisen.

Wo bist Du schon überall gewesen?

Leider an noch nicht so vielen verschiedenen Orten. Ich war bis jetzt im Libanon, in Polen und in Holland im Urlaub.

Wie oft siehst Du Deine ganze Familie?

Leider nicht sehr oft. Aber meine Brüder aus London kommen uns ab und zu besuchen. Demnächst kommt meine Schwester aus Dubai für eine Woche.

Fühlst Du Dich in Dresden wohl?

Ja, sehr. Ich habe schon mehr als zehn Freunde gefunden, auch Deutsche. Ich finde auch, dass hier alle Menschen sehr nett zu mir sind.

Was sind Deine Hobbys?

Ich laufe gerne. Außerdem gehe ich gern mit meinen Freunden aus. Zum Beispiel in die Diskothek Musikpark.

Möchtest Du später wieder nach Syrien zurück?

Syrien ist meine Heimat, ich vermisse sie sehr. Ich denke, dass ich zurückkehren werde, wenn der Krieg vorbei ist und ich eine Ausbildung abgeschlossen habe.

Von Sebastian Burkhardt

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