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Junge Dresdner bauen Betonboot mit Rutsche

Schwarmfinanzierung: Junge Dresdner bauen Betonboot mit Rutsche

Mit einer schwimmenden Wasserrutsche aus Beton wollen rund 30 Studenten der Technischen Universität Dresden im Sommer 2017 eine Boots-Regatta in Köln gewinnen.

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Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Mit einer schwimmenden Wasserrutsche aus Beton wollen rund 30 Studenten der Technischen Universität Dresden im Sommer 2017 eine Boots-Regatta in Köln gewinnen. Um ihren schwimmenden Spielplatz zu bauen, bitten die jungen Betonboot-Bauer nun um Spenden vom Internetschwarm: Bis zum 15. Januar möchten sie per Crowdfunding (Schwarmfinanzierung) auf der Dresdner Internet-Plattform „Startnext“ mindestens 8000 Euro einsammeln. Zehn Prozent der Summe sind bisher beisammen. „Crowdfunding setzen wir zum ersten Mal ein“, sagt die 21-jährige Bauingenieur-Studentin Theresa Juraschitz vom Dresdner Betonboot-Team. Sie sei gespannt, ob der Internetschwarm helfen könne.

Gerade solch ausgefallene Projekte sind es ja eigentlich, die auf Schwarmfinanzierungs-Plattformen wie Startnext Konjunktur haben. Und Boote aus Beton – das klingt für den Laien in der Tat erst mal bizarr. Das hat aber bei den Studenten aus Sachsen bereits Tradition: Seit über 20 Jahren schon konstruieren Dresdner Nachwuchsingenieure Boote aus Hightech-Betonen, die TU-Forscher ständig weiterentwickeln. Statt mit Stahl sind sie mit Glasfasern oder Kohlefasern verstärkt. Diese Verbünde ermöglichen ganz neue Konstruktionsprinzipien, sagt Markus Taubert vom Betonboot-Team. Und die so gebauten Boote schwimmen tatsächlich – dank Archimedes und seinen Gesetzen der Verdrängung. Denn ähnlich wie für Ozeanriesen aus Stahl müssen die Betongefährte nur ein Kriterium erfüllen: Sie müssen mehr Wasser verdrängen, als sie selbst wiegen, um zu schwimmen.

Bereits in früheren internationalen Studenten-Regatten konnten die Dresdner mit ihren Betonbooten punkten. Vor allem in den „offenen Klassen“, in denen eigentlich nur die eigene Phantasie und Konstruktionsfähigkeiten Grenzen setzen, wie es Theresas Mitstreiter Sebastian Diesel vom Betonboot-Team beschreibt. „Da können wir theoretisches Wissen wirklich mal praktisch anwenden“, sagt der 22-jährige Bauingenieur-Student. So gewannen die Dresdner in der Vergangenheit bereits Preise und viel Aufmerksamkeit mit dem weltweit ersten Beton-U-Boot („Gelber Oktober“), einem Schaufelraddampfer sowie einer Grillinsel aus Beton.

Auf die Technologie für ihre neueste Konstruktion, die schwimmende Rutsche, sei das Team eher zufällig gekommen, erzählt Theresa: „Wir hatten einige Teile mit Tesafilm beklebt und dann gemerkt, dass wir damit sehr glatte Betonoberflächen schaffen können.“ Von dieser Zufallsentdeckung war es dann nur noch ein kurzer Gedankenschritt zur Idee, bei der nächsten Studenten-Regatta mit einem Katamaran anzutreten, auf dessen Doppelrumpf eine Betonrutsche aufzementiert ist.

Das 3D-Modell für das ungewöhnliche Boot ist im Computer inzwischen fertig. Bis zum Frühsommer haben die studentischen Hightechbeton-Bastler nun Zeit, um in ihrer Werkstatthalle an der Semperstraße sowie mit Hilfe einer CNC-Fräsenfirma die Einzelteile aus Beton zu fertigen und zu einem Katamaran montieren. Im Juni 2017 wollen sie dann in Köln zur Deutsche Betonkanuregatta antreten und zu ihren zahlreichen Pokalen einen weiteren dazu gewinnen. Ob dabei auch in voller Fahrt jemand rutschen wird? „Natürlich!“, ist sich das Team einig.

Wer den Studenten beim Bootsbau finanziell helfen will, kann dies hier tun: startnext.com/BetonBootTUD. Als Dankeschön winken kleine Andenken wie Modell-Betonkanus.

Von Heiko Weckbrodt

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