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Lokales Jugendfrei-Reporterin Edith Uhlig berichtet von ihren Erlebnissen aus Israel
Dresden Lokales Jugendfrei-Reporterin Edith Uhlig berichtet von ihren Erlebnissen aus Israel
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10:14 16.11.2015
Quelle: jugendseite
Dresden

"Mutig" ist für mich das Wort des Jahres. Dieses Wort hörte ich nur allzu oft, wenn ich über meine Pläne sprach, das folgende Jahr im Nahen Osten zu verbringen. Ja, ich bin mutig und ja, ich möchte meine Zeit bewusst in einem solch gefährlichen Land verbringen. Ein Jahr lang werde ich Euch nun an meinen Erlebnissen im Nahen Osten in dieser Kolumne teilhaben lassen.

Dass alle die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn sie von meinen Plänen hören, resultiert wahrscheinlich aus den in vielen Medien präsenten Nachrichten über Anschläge und Attentate in der Region Israel. Mein Reiseziel ist nicht nur für seine inneren Unruhen und Konflikte bekannt, sondern ist darüber hinaus auch sämtlichst von Ländern umgeben, die als Krisengebiete bezeichnet werden - der Libanon, Syrien, Jordanien, das Westjordanland, Ägypten und der Gazastreifen grenzen direkt an das Land.

Das Land, in dem ich ab sofort für ein Jahr leben werde, ist bekannt als das "Land der Gegensätze", aber mehr noch als das "Heilige Land". Dass Israel flächenmäßig nur so groß wie Hessen ist, ist bei dem Ausmaß seiner religiösen und kulturellen Vielfalt kaum vorstellbar. Bekannt ist Israel vor allem für seine religiöse Bedeutung und seinen historischen Kontext, womit auch die Auseinandersetzungen um das palästinensische Gebiet verbunden sind. Israel wird mittlerweile nicht nur als Wiege dreier Weltreligionen mit entsprechenden Kulturschätzen betrachtet, sondern rückt mit seiner Großstadt Tel Aviv immer mehr in den Fokus junger Menschen aus aller Welt, denn die Stadt außerdem für seine Partykultur bekannt.

Natürlich verschlägt es mich nicht hier her, damit ich das Partyleben genießen kann, sondern um ein freiwilliges soziales Jahr zu absolvieren. Die organisatorische Betreuung übernimmt der Berliner Verein Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD), der mich nach Israel entsendet und Arbeitsstelle vermittelt.

Das Löwenstein Rehabilitationskrankenhaus wird mein neuer Einsatzort in Israel sein. Es befindet sich in der kleinen Stadt Ra'anana, 20 Kilometer nördlich von Tel Aviv gelegen. Dort werden vorwiegend Patienten mit funktionellen Krankheiten oder durch einen Unfall geschädigte Menschen behandelt.

Viele Leute haben mich gefragt, warum ich gerade Israel für meinen Freiwilligendienst gewählt habe. Bei einer zehntägigen Israel-Reise im vergangenen Jahr konnte ich einen Einblick in die für mich neue, vielfältige orientalische Welt nehmen. Die mediale Aufmerksamkeit beschränkt sich oft auf die religiöse und kulturelle Geschichte sowie den Nahostkonflikt. Ich möchte nun aber mehr über das alltägliche Leben der dort heimischen Menschen verschiedenster Herkunft erfahren und darüber erzählen. Dies auch vor dem Hintergrund, dass die Problematik um das Zusammenleben von Menschen verschiedener Religionen und Kulturkreise seit Wochen ganz Deutschland und im Speziellen auch die Menschen in Dresden mehr und mehr beschäftigt.

In meiner Kolumne, die alle zwei bis drei Wochen hier zu lesen ist, möchte ich nicht versuchen, den Nahostkonflikt zu lösen oder eine Position dazu zu beziehen, sondern werde über meine Erlebnisse und Eindrücke berichten. Ich freue mich und bin gespannt auf das, was mich in dem fernen Land, das insgesamt 4100 Kilometer von Dresden und meiner Heimat entfernt liegt, erwartet. Schalom!

Edith Uhlig

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