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Jugendarbeit in Dresden leistet Beitrag zur Integration von Zugewanderten

Analyse Jugendarbeit in Dresden leistet Beitrag zur Integration von Zugewanderten

Die Jugendarbeit in Dresden kann einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern leisten. „Es ist festzustellen, dass eine hohe Anzahl an neuzugewanderten Nutzerinnen und Nutzern erreicht wurde“, heißt es in einer Analyse des Jugendamtes.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Die Jugendarbeit in Dresden kann einen Beitrag zur Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern leisten. „Es ist festzustellen, dass eine hohe Anzahl an neuzugewanderten Nutzerinnen und Nutzern erreicht wurde“, heißt es in einer Analyse des Jugendamtes. Allerdings sehen Jugendhilfeexperten weiteren Informationsbedarf zum Nutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrungen.

Der Jugendhilfeausschuss hatte bei einige Angeboten in der Stadt zusätzliches Personal gefördert und in diesem Zusammenhang eine Nutzeranalyse angeregt. Dazu richtete die Stadt an alle Angebote der Kinder-, Jugend- und Familienförderung in Dresden einen Fragebogen, in dem sie freiwillig Angaben über die Nutzung im April und Mai machen sollten. 41 Projekte äußerten sich, das entspreche etwa einem Drittel. Die Autoren der Analyse gehen davon aus, dass viele Angebote wohl nicht zufällig auf eine Antwort verzichtet haben werden. Dahinter stehe eher die Tatsache, dass es kaum Nutzer aus dem untersuchten Personenkreis gegeben habe. In den 41 Angeboten konnten in den beiden Monaten insgesamt 8379 neuzugewanderte Menschen gezählt werden. Dabei handelt es sich jedoch um Kontakte, einzelne Personen können dabei also auch mehrfach gezählt worden sein. Naturgemäß fanden Angebote mit speziellem Integrationsansatz auch größeren Zuspruch. So entfielen allein 4340 Kontakte mit zugewanderten Jugendlichen auf spezielle Angebote des Kinder- und Jugendhauses Gorbitz sowie das Projekt Spike Dresden (Leubnitz-Neuostra).

Mädchen und junge Frauen zu wenig erreicht

Bei den Nutzern der Angebote überwiegen männliche Zugewanderte, bei den speziell auf Integration ausgerichteten Projekten noch stärker als bei den übrigen. Der Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Nutzerzahlen wächst zudem mit zunehmendem Alter. In der Altersgruppe der 18- bis 26-jährigen Nutzer liege das Verhältnis zwischen Frauen und Männern bei 1:10. Über alle Altersgruppen bilanziert die Analyse ein Verhältnis von 1:4, dass damit dem Verhältnis innerhalb der Zugewanderten insgesamt vergleichbar sei. Eine Veränderung in diesen Verhältnissen könnte sich durch Familiennachzüge ergeben. Junge Frauen und Mädchen würden allerdings grundsätzlich noch zu selten erreicht.

Problemfrei läuft die Integration freilich nicht. Teilweise hätten die angefragten Projektträger „eine partielle Verdrängung von Stammbesuchern durch die erhöhte Nutzung der Angebote durch Neuzugewanderte erwähnt“. Beim Jugendhaus Prohlis, dass sich nicht an der Befragung beteiligte, habe es im Umfeld Protest gegen die Nutzung durch Zugewanderte gegeben. Dies sei seit 2015 an rechtsradikalen Schmierereien und Vandalismus ablesbar gewesen, heißt es in der Analyse. Dennoch werde weiter ein „buntes, tolerantes und weltoffenes Angebot“ angestrebt, ohne irgendeine Nutzergruppe auszuschließen. Als erschwerend für eine kontinuierliche Arbeit erweise sich auch immer wieder der ständige Wechsel der Lebensumstände der jungen Menschen mit Fluchterfahrung. Der Zugang für zugewanderte Jugendliche werde zum Teil auch durch Sprachbarrieren behindert.

Grundsätzlich hilfreich für den Zugang von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu den Jugendhilfeangeboten der in der Stadt hätten sich unter anderem Kooperationen mit Schulen, Begegnungscafés oder thematische Projekte erwiesen.

Für Carsten Schöne, der für den paritätischen Wohlfahrtsverband im Jugendhilfeausschuss sitzt, zeigen die Zahlen, dass die Jugendhilfeangebote eine Beitrag zur Integration leisten. Für eine solidere Entscheidungsgrundlage wären jedoch detailliertere Analysen „wünschenswert“. Bei den vorliegenden Daten bleibe offen, was die zugewanderten Jugendlichen in den Einrichtungen genau tun und warum sie gerade diese Angebote nutzen würden.

Von Ingolf Pleil

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