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Lokales Jobcenter in Sachsen bauen wegen sinkender Arbeitslosigkeit massiv Stellen ab
Dresden Lokales Jobcenter in Sachsen bauen wegen sinkender Arbeitslosigkeit massiv Stellen ab
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23:37 09.09.2015
Sachsens Jobcenter, wie hier in Leipzig, bauen massiv Personal ab. Bis 2020 soll jede zehnte Stelle wegfallen. Quelle: dpa
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Chemnitz

[image:dpa147dcc81c61400936402.jpg]

Chemnitz. Weniger Arbeitslose, weniger Vermittler. Sachsens Jobcenter reagieren auf sinkende Arbeitslosenzahlen und reduzieren das eigene Personal. Von 2016 bis 2020 werden rund 600 Stellen und damit zehn Prozent des derzeitigen Personalbestandes verschwinden. Einen entsprechenden Bericht von MDR Info bestätigte am Mittwoch der Sprecher der sächsischen Arbeitsagentur, Frank Vollgold. Kündigungen werde es nicht geben. Vielmehr besetze man einen Teil freiwerdender Stellen nicht mehr. Laut Vollgold haben die Agenturen und Jobcenter auch in der Vergangenheit auf Entwicklungen am Arbeitsmarkt reagiert. Seit 2011 seien schon 700 Stellen abgebaut worden.

Die Linke warnte vor einer Massenabfertigung. „In den Jobcentern in Sachsen werden deutlich mehr Erwerbslose von einem Arbeitsvermittler betreut als offiziell ausgewiesen“, sagte die Zwickauer Politikerin  Sabine Zimmermann, Fraktionsvize und arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linken im Bundestag. Sie hatte bei der Bundesagentur für Arbeit gefragt, wie hoch der Betreuungsschlüssel ist, wenn alle Erwerbslosen sowie ausschließlich Mitarbeiter berücksichtigt werden, die tatsächlich Jobs vermitteln. Danach kommen auf einen Vermittler im Schnitt 115 Erwerbslose unter 25 Jahre. Bei den über 25-Jährigen sind es 196.

Die Zahlen übersteigen laut Zimmermann klar die gesetzlichen Orientierungswerte von 1:75 beziehungsweise 1:150. Offiziell liege der Schlüssel in Sachsen zwar bei 1:60 und 1:144. Diese Berechnung berücksichtige aber auch Personal, das nicht in der Vermittlung tätig sei. Zudem werde ein Teil der Erwerbslosen herausgerechnet. „Individuelle Betreuung ist das A und O einer guten Arbeitsförderung. Massenabfertigungen mit Scheinmaßnahmen müssen endlich Geschichte sein. Die Jobcenter sind personell unterfinanziert“, sagte Zimmermann und forderte mehr gut qualifizierte Vermittler: „Geschönte Betreuungsschlüssel verdecken die Probleme.“

Nach Darstellung von Vollgold gehören neben Arbeitsvermittlern auch Fallmanager, Teamleiter und Mitarbeiter beim Empfang zum Team. „Alle diese Mitarbeiter wirken bei der Vermittlung in Arbeit mit und betreuen die Kunden.“ Mit der Reduzierung von Personal komme es zu keinen Einschränkungen - im Gegenteil: „Wir bieten unseren Kunden neue Dienstleistungen an und setzen künftig auch auf neuartige und effiziente IT-Lösungen.“ Schon heute ließen sich viele Anliegen bequem von zu Hause aus mit den Ansprechpartnern im Servicecenter via kostenloser Hotline telefonisch klären. Zudem könnten Anträge auch online gestellt werden. Das erspare zusätzliche Wege und Wartezeiten.

dpa

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