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Lokales Jetzt rückt Zwingerhofsanierung in den Fokus
Dresden Lokales Jetzt rückt Zwingerhofsanierung in den Fokus
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09:51 14.06.2017
Roter Staub – gebunden durch Regentropfen – an einem Fenster im Zwinger.  Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

 Wer bei längerem Regen den Weg durch den Zwinger nimmt, kann vielleicht noch den riesigen Pfützen, die sich alsbald bilden, ausweichen. Er läuft aber abseits des Asphaltkreuzes im Matsch. Bei trockenem Wetter dagegen hat man nach dem Spaziergang staubige Hosenbeine. Der rote Staub ist es auch, der den Staatlichen Kunstsammlungen zu schaffen macht. Denn er verschmutzt nicht nur den Fußboden in den Ausstellungen, sondern lagert sich auch auf Kunstschätzen ab und sorgt so für einen größeren Säuberungsaufwand. „Kampf gegen den roten Staub“ titelte die DNN deshalb schon 2012. „Über einen anderen Hofbelag werde nachgedacht“, hieß es damals. Fünf Jahre später hat sich nichts geändert.

„Es ist schon spätestens seit 2004 die besondere Belastung von Kunstwerken durch den roten Sand bekannt“, so Stephan Adam, Pressesprecher der Staatlichen Kunstsammlungen auf Anfrage der DNN. Denn 2003 habe der Mathematisch-Physikalische Salon (MPS) ein Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben, das die Beschaffenheit und Wirkung des durch den roten Sand entstehenden Staubes analysierte und 2004 ausgehändigt wurde.

„Dabei wurde etwa festgestellt, dass die frei stehenden Uhren nicht in Betrieb präsentiert werden können, weil hierdurch der durch den roten Sand entstehende, besonders scharfkantige Staub Schäden an diesen Objekten verursachen würde. Mit den Schmierfetten der Werke würde er sich zu einer effektiven Schleifpaste verbinden. Zuständigkeitshalber haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden damals den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement über das Problem informiert und dabei auch das genannte Gutachten zur Verfügung gestellt“, so Adam weiter.

Weil der Mathematisch-Physikalische Salon vom 1. Januar 2007 bis Februar 2013 aufgrund der Generalsanierung geschlossen blieb, sei dort in dieser Zeit das Problem nicht akut gewesen. Doch jetzt ist es das. Und zwar schon seit geraumer Zeit.

Bisher habe man durch besondere Vorsichtsmaßnahmen bei der Reinigung frei stehender Kunstwerke in der Porzellansammlung und im Mathematisch-Physikalischen Salon Schäden vermeiden können. „Der besonders scharfkantige Staub des roten Sandes stellt aber eine besondere Belastung dar, die aus konservatorischer Sicht zu vermeiden ist, weil man die Kunst nicht dauerhaften Gefährdungen aussetzen sollte“, stellt SKD-Sprecher Adam klar.

Bei dem im Zwinger verwendeten Material für die sogenannten wassergebundenen Wegeflächen, die im intakten Zustand angenehm begehbar sind und Pfützenbildung vermeiden, handele es sich um roten Leukersdorfer Brechsand. Das erfuhren wir von Petra Brommer, Sprecherin des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). Diesem stünden für die bauliche Unterhaltung der Wege, die ständiger Pflege bedürften, jährlich 3000 Euro zur Verfügung. Die „letzte größere Überarbeitung der Zwingerhofoberflächen“ sei Anfang der 1990er Jahre erfolgt. Aufgrund der langen Liegedauer und der intensiven Nutzung seien sie verschlissen. „Das Kornmaterial wurde durch hohe Besucherströme und teilweises Befahren zermahlen.“ Sicher tat 2002 auch die Flut ihr übriges.

Nun ist offenbar eine Lösung für das seit mindestens 14 Jahren währende Problem in Sicht. Denn SIB erarbeite gegenwärtig „in Abstimmung mit den Nutzern und den genehmigenden Behörden“ eine Bau-Entwurfsplanung für die Sanierung des Zwingerhofes, weiß Petra Brommer. Besagte Sanierung sehe auch den Austausch des Wegematerials vor. „Darüber hinaus sollen auch Maßnahmen im Entwässerungssystem umgesetzt werden.“ Wann die Sanierung stattfindet, darüber könne SIB aber aufgrund der laufenden Planung noch keine Aussage treffen.

Von Catrin Steinbach

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