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Lokales Jetzt entsteht der Rittersporngarten neu
Dresden Lokales Jetzt entsteht der Rittersporngarten neu
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18:31 18.08.2016
Rosengarten im Jahr 2004. Quelle: DNN-Archiv/Marian Günther
Dresden.

Eine Frau spielt am Königsufer an der Elbe mit einem kleinen Mädchen Frisbee auf dem Rasen, an einer anderen Stelle wird gerade Picknick gemacht. Gärtnermeister Jens Zappe blutet das Herz. Denn die Freizeitaktivitäten finden nicht etwa auf den Elbwiesen statt, sondern im Rosengarten.

Dessen Rasenflächen sind als Spiel- und Picknickplätze nicht ausgelegt. Sie sind Teil eines nunmehr 80 Jahre alten Gartenkunstwerkes. In diesem sollen Besucher Ruhe finden, sich an unzähligen Rosen erfreuen, und die Schönheit der einzigartigen Gartenanlage, die heute unter Denkmalschutz steht, genießen.

Das wird von manchen immer wieder ignoriert. Radfahrer und Jogger nutzen den Park als Rennstrecke, Müll bleibt liegen, Rosen werden abgeschnitten, Bänke beschmiert. Am Donnerstag prangte auch am Torbogen gegenüber dem Romain-Rolland-Gymnasium schon wieder ein Graffiti. „No Art – Nor Fame! Sorry“ (Keine Kunst – kein Ruhm! Es tut uns leid) hat Rosengartengärtner Jens Zappe auf einen Zettel geschrieben und daneben geklebt.

Er und seine sieben Mitarbeiter vom Regiebetrieb Zentrale Technische Dienstleistungen hegen und pflegen mit großem Engagement den Rosengarten. Wöchentlich haben sie aber für die sehr pflegeaufwändige, rund 30 000 Quadratmeter große Anlage, in der 120 Rosensorten zu sehen sind, nur zwei Tage Zeit. Denn ihr Verantwortungsbereich ist viel größer. Er umfasst das Gebiet zwischen Elbe, Königsbrücker Straße, Fischhausstraße und Bischofsweg. „90 Einzelanlagen sind es insgesamt, dafür sind wir zu wenig Leute“, sagt der Gärtnermeister.

Im Rosengarten, der heute unter Denkmalschutz steht, sollen Besucher Ruhe finden, sich an unzähligen Rosen erfreuen und die Schönheit der einzigartigen Gartenanlage genießen.

Als am Donnerstag zu einem kleinen feierlichen Akt anlässlich des 80. Rosengartengeburtstages mit Finanzbürgemeister Hartmut Vorjohann Kindergartenkinder u.a. ein Lied vom Kuckuck anstimmen, nimmt Jens Zappe dann auch das Stichwort gleich auf: „Wenn der Kuckuck schreit, sollte man die Hand auf die Geldbörse legen, dann wird’s mehr.“

Momentan steckt die Stadt jährlich in die Pflege des Rosengartens 175 000 Euro. Dazu kommen noch Materialkosten in Höhe von 1500 bis 2000 Euro, u.a. um den Pflanzenbestand zu ergänzen. Während im vorderen Teil des Rosengartens nahe der Carolabrücke Strauchrosen zu finden sind, zeigt der mittlere Teil Beet- und Hochstammrosensorten, die zu DDR-Zeiten gezüchtet wurden. „Die Baumschule Schwarz in Löbau veredelt die alten Sorten für uns, um den Bestand zu erhalten“, erklärt Jens Zappe. Er ist mit dem Rosengarten eng verbunden, hat über diesen privat sogar eine sehr informative Internetseite verfasst.

Im Senkgarten, an den sich das Rosengartencafé anschließt, zeige sich noch die Formensprache der 1970er Jahre und biete Sorten aus fünf Jahrzehnten Züchtung in Frankreich, Großbritannien, BRD und DDR, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Der Senkgarten war 1935 als erster Teil des heutigen Rosengartens an die Bevölkerung übergeben worden.

In den vergangenen 80 Jahren wurde die Gartenanlage mehrfach zerstört. Zum einen während des Zweiten Weltkrieges. Dann durch das Elbehochwasser 2002 und 2013. „In den Jahren 1950 und 1970 erfolgten Instandsetzungsarbeiten jeweils im Geschmack der Zeit“, kann man einer Information aus dem Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft entnehmen. Von 1995 an bis 2006 wurde erneut im Rosengarten gebaut. Im Zusammenhang mit der notwendigen Installation eines modernen Bewässerungssystems gestaltete man den Garten erneut um – diesmal nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten.

Keine leichte Aufgabe, denn es gab kaum Archivmaterial aus der Zeit der Entstehung des Gartens. „Überliefert ist lediglich eine Fotoplatte mit dem Entwurfsplan aus den 1930er Jahren des damaligen Stadtgartendirektors Heinrich Balke. Mit Hilfe von privaten Fotos der Dresdner habe man sich dann doch der räumlichen Gliederung, Sortenvielfalt und Farbharmonie aus der Zeit der Entstehung des Gartens annähern können, so Zappe.

Momentan wird im Rosengarten erneut gebaut. „Wir rekonstruieren den Rittersporngarten. Das hatten wir nach dem Hochwasser 2002 schon mal gemacht. Doch 2013 wurde dieser kleine Teil des Gartens erneut in Mitleidenschaft gezogen“, erklärt Ilona Trux, Sachgebietsleiterin Pflege im Amt für Stadtgrün. Die Stadt lässt den Boden austauschen, vier Bäume setzen und Rittersporn pflanzen, und zwar alte Förster-Sorten. die Arbeiten sollen spätestens Ende September abgeschlossen sein. Wahrscheinlich im kommenden Jahr soll im Mittelteil des Rosengartens die Bewässerungsanlage repariert und zum Teil erneuert werden. Auch die Erneuerung der Wegedecke ist geplant.

Von Catrin Steinbach

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