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Jeder elfte Dresdner ist überschuldet – Schwerpunkte in Gorbitz, Prohlis und Pieschen

Schuldneratlas Jeder elfte Dresdner ist überschuldet – Schwerpunkte in Gorbitz, Prohlis und Pieschen

9,4 Prozent der Dresdner über 18 Jahre sind überschuldet. Damit ist jeder elfte Einwohner nicht mehr in der Lage, mit seinem Einkommen seine Ausgaben zu bestreiten. Das Gefälle zwischen den einzelnen Stadtteilen in Dresden ist groß. In der Ortschaft Langebrück sind nur 4,23 Prozent der Einwohner überschuldet. In Gorbitz liegt die Quote dagegen bei 18,08 Prozent.

9,4 Prozent der Dresdner über 18 Jahre sind überschuldet.
 

Quelle: Archiv

Dresden.  9,4 Prozent der Dresdner über 18 Jahre sind überschuldet. Damit ist jeder elfte Einwohner nicht mehr in der Lage, mit seinem Einkommen seine Ausgaben zu bestreiten. Das stellt der Wirtschaftsauskunftsdienst Creditreform Dresden Aumüller KG in seinem aktuellen „Schuldneratlas“ fest. Waren 2015 noch 9,25 Prozent der Dresdnerinnen und Dresdner über 18 Jahre verschuldet, so stieg die Quote im vergangenen Jahr auf 9,43 Prozent.

Damit liegt die Landeshauptstadt unter dem deutschen Durchschnittswert, der bei 10,06 Prozent liegt. Auch die Quote im Freistaat liegt mit 9,89 Prozent höher als die von Dresden. In Sachsen leben im Erzgebirgskreis mit 7,99 Prozent die wenigsten verschuldeten Personen und in Leipzig mit 13,5 Prozent die meisten. Jeder ache Bewohner der Messestadt ist verschuldet.

Das Gefälle zwischen den einzelnen Stadtteilen in Dresden ist groß. In der Ortschaft Langebrück sind nur 4,23 Prozent der Einwohner überschuldet, in der Ortschaft Weixdorf nur 4,34 Prozent und in den Stadtteilen Loschwitz/Pillnitz 4,86 Prozent. In Gorbitz liegt die Quote dagegen bei 18,08 Prozent, in Prohlis bei 18 Prozent und in Pieschen bei 17,48 Prozent. Jeder sechste Bewohner in diesen Stadtteilen ist überschuldet, die Werte sind in allen drei Vierteln im Vergleich zu 2015 leicht gestiegen.

Das Gefälle bei der Schuldnerquote ist zwischen den Stadtteilen enorm. In Langebrück ist jeder 24. Einwohner überschuldet, in Gorbitz dagegen jeder Sechste.

Das Gefälle bei der Schuldnerquote ist zwischen den Stadtteilen enorm. In Langebrück ist jeder 24. Einwohner überschuldet, in Gorbitz dagegen jeder Sechste.

Die größte Veschlechterung der Schuldnerquote im Vergleich zu 2015 gab es in Johannstadt, der Wert stieg von 6,9 Prozent auf 7,5 Prozent. Im langfristigen Vergleich ist der Wert in Pieschen am deutlichsten gesunken: von 23,12 Prozent im Jahr 2004 um 5,6 Prozent. Am meisten geklettert ist der Wert in Prohlis, in diesem Stadtteil waren 2004 noch 11,57 Prozent der über 18-Jährigen verschuldet.

Laut Creditreform ist die Zahl überschuldeter Frauen deutlich gestiegen. Durch den Wandel der Geschlechterrollen würden Frauen im Rahmen veränderter Lebensformen und Rollenbilder als Bezieherinnen von Einkommen oder als Alleinerziehende zunehmend die Verantwortung für auflaufende Schulden übernehmen. Zwar seien weiter die meisten überschuldeten Personen Männer, aber die Zunahme der Überschuldungsfälle im vergangenen Jahr habe sich fast gleichmäßig auf die Geschlechter verteilt. Alleinerziehende Frauen und alleinlebende Männer seien überproportional häufig von Überschuldungen betroffen.

Ein weiterer Trend ist die Zunahme an Personen über 60 Jahren, die als überschuldet eingestuft werden müssen, erklärte Creditreform-Prokurist Thomas Schulz. „bei dieser Entwicklung muss davon ausgegangen werden, dass große Teile dieser Altersgruppe arbeiten gehen, um die fehlenden Mittel für den Lebensunterhalt zu beschaffen, da das Leistungsniveau der Rentenversicherung offensichtlich nicht mehr ausreicht.“ Die Zahl der jungen Schuldner unter 30 Jahre nehme dagegen leicht ab.

Rund 62 Prozent aller Überschuldungsfälle würden durch fünf Faktoren ausgelöst: Arbeitslosigkeit, Scheidung oder Trennung, unwirtschaftliche Haushaltsführung, Krankheit und gescheiterte Selbstständigkeit. Dank der stabilen Konjunktur hätten die Auslöser Arbeitslosigkeit und gescheiterte Selbstständigkeit an Bedeutung verloren, dafür der Auslöser Krankheit zugenommen, so der Wirtschaftsauskunftsdienst.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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