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Lokales Jeder elfte Dresdner ist überschuldet: In Gorbitz und Prohlis leben die meisten Schuldner
Dresden Lokales Jeder elfte Dresdner ist überschuldet: In Gorbitz und Prohlis leben die meisten Schuldner
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09:59 05.01.2016
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Dresden

9,3 Prozent der Dresdner über 18 Jahre sind überschuldet. Damit ist jeder elfte Einwohner der Stadt nicht mehr in der Lage, mit seinem Einkommen seine Ausgaben zu bestreiten, stellt der Wirtschaftsauskunftsdienst Creditreform in seinem „Schuldneratlas 2015“ fest. Der Wert ist im Vergleich zu 2014 um 0,4 Prozentpunkte gestiegen. „Die wachsende Zahl der Überschuldeten ist eine Nachwirkung des zunehmenden Konsumverschuldens in den vergangenen Jahren“, erklärte Thomas Schulz, Prokurist Creditreform Dresden.
Zwar seien 2015 die Finanzierungen und Nutzungen von Ratenkrediten leicht rückläufig gewesen. „Dennoch wurden viele Konsum- und Anschaffungswünsche mit Hilfe von Konsumkrediten realisiert.“ Günstige Ratenzahlungsmöglichkeiten würden den Kunden zwar Zahlungsfähigkeit suggerieren. „Aber sie binden teilweise jahrelang. Eine Veränderung der Lebensumstände kann dann negative Auswirkungen haben“, so der Creditreform-Prokurist.
Die fünf wichtigsten Gründe für eine Überschuldung seien Arbeitslosigkeit in 18 Prozent der Fälle, Trennung und Scheidung (12 Prozent), Krankheit (12 Prozent), unwirtschaftliche Haushaltsführung (12 Prozent) sowie gescheiterte Selbstständigkeit (8 Prozent). Zwei Drittel der überschuldeten Personen seien Männer, die höchste Überschuldung würde die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen aufweisen, erklärte Schulz.
Die lokale Schere zwischen den Dresdner Stadtteilen gehe weit auseinander: Die niedrigste Schuldnerquote hat Weixdorf, wo nur jeder 25. Einwohner seine Finanzen nicht im Griff hat. Die höchste Quote gibt es mit 18 Prozent in Gorbitz. Aber auch in Prohlis (17,96 Prozent) und Pieschen (17,38 Prozent) ist die Zahl der Schuldner überdurchschnittlich hoch. Bei den Orts- und Stadtteilen mit geringer Quote folgen Langebrück (4,43 Prozent) und Plauen (4,99 Prozent) auf den Plätzen zwei und drei.

Die größte Verschlechterung im Vergleich zu 2014 konstatiert der Schuldneratlas in Gorbitz, wo der Wert von 17 Prozent auf 18,05 kletterte. Dagegen sank in Schönfeld-Weißig der Prozentsatz von 6,11 auf 5,77. Langfristig hat sich die Schuldnerquote seit 2005 in Pie-schen am deutlichsten verbessert: Dort waren vor zehn Jahren noch 23,12 Prozent der Bewohner verschuldet, jetzt sind es 17,38 Prozent und damit noch deutlich mehr als im Stadtdurchschnitt. In Prohlis ist die Quote immer mehr gestiegen. 2005 waren es noch 11,57 Prozent und damit fast sechs Prozentpunkte weniger als in diesem Jahr.

Die Dresdner Schuldnerquote liegt unter dem Sachsendurchschnitt, der 9,66 Prozent beträgt. Der Deutschlandwert beträgt 9,92 Prozent. Dass die Zahl der Schuldner in diesem Jahr gestiegen ist, liegt laut Schulz auch an den niedrigen Zinsen, die einen geringeren Sparwillen zur Folge hätten. „Sparguthaben werden aufgebraucht und Geld wird ausgegeben. Langfristig fehlen dann aber die Rücklagen für unerwartete Ausgaben, was eine Überschuldung zur Folge haben kann.“

Der Finanzexperte warnt vor einer Folge des knapper werdenden Wohnungsangebots in der Landeshauptstadt. „In Dresden zu wohnen, ist nicht mehr preiswert.“ Neben den Mieten würden aber auch der öffentliche Personennahverkehr, Dienstleistungen, Kultur und Bildung immer teurer. „Der Umzug in andere Stadtteile schafft nur bedingt Abhilfe, um der Schuldenspirale zu entkommen“, so Schulz.

tbh

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