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Lokales Jeder Zweite im Rathaus in Dresden ist mindestens 50 Jahre alt
Dresden Lokales Jeder Zweite im Rathaus in Dresden ist mindestens 50 Jahre alt
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21:00 08.12.2016
Die Altersstruktur im Rathaus führt zu erheblichen Altersabgängen in den nächsten Jahren.
Dresden

In der Dresdner Stadtverwaltung ist nahezu jeder zweite Mitarbeiter 50 Jahre alt oder älter. Der Landesrechnungshof warnt aufgrund der absehbaren erheblichen Altersabgänge in den nächsten Jahren in den öffentlichen Verwaltungen landesweit vor der wachsenden Konkurrenz um qualifizierten Nachwuchs. „Darauf bereiten wir uns vor“, heißt es in der Stadtverwaltung. Die Gewerkschaft Verdi ist noch unzufrieden.

Die Kernverwaltung der Stadt Dresden, also ohne den Eigenbetrieben wie beispielsweise im Kita-Bereich, hat derzeit 6732 Mitarbeiter. Davon sind lediglich 741 unter 30 Jahre alt – ein Anteil von etwa 11 Prozent, darunter sind acht Beschäftigte, die noch nicht ihren 20. Geburtstag gefeiert haben.

Insgesamt 3174 Mitarbeiter allerdings sind 50 Jahre und älter. Das sind etwa 47,2 Prozent – nahezu jeder zweite Mitarbeiter in den Ämtern der Stadtverwaltung. Mit 842 Personen sind darin 12,5 Prozent der Gesamtverwaltung enthalten, die 60 Jahre und älter sind. Nach den Angaben aus dem Bereich Personal und Recht mit Bürgermeister Peter Lames (SPD) an der Spitze, sind 1367 Personen (20,3 Prozent der Gesamtverwaltung) 30 bis 39 Jahre alt und 1450 Personen (rund 21,5 Prozent) 40- bis 49-jährig.

Die Grafik zeigt den Anteil der verschiedenen Altersgruppen am Gesamtpersonal von aktuell 6732 Mitarbeitern in der Kernverwaltung der Stadt. Quelle: Stadt/Grafik: A. Eylert

Diese Struktur führt absehbar zu erheblichen Altersabgängen. Bis Ende 2018 werden 255 Personen ausscheiden, im Zwei-Jahresrhythmus summiert sich die Zahl der in den Ruhestand gehenden Mitarbeiter auf 565, 952, 1352 und schließlich insgesamt 1768 Ruheständler in den Jahren bis Ende 2026. Bei den Zahlen geht die Verwaltung von der Regelaltersrente aus, mögliche vorgezogene Renten oder Altersteilzeit ist dabei nicht berücksichtigt. Die meisten Mitarbeiter würden in den nächsten Jahren aus Altersgründen im Regiebetrieb Zentrale technische Dienstleistungen, im Brand- und Katastrophenschutzamt, im Amt für Kultur und Denkmalschutz, dem Straßen- und Tiefbauamt, dem Schulverwaltungsamt sowie aus Sozialamt, Jugendamt und Stadtplanungsamt ausscheiden. Wie viele Stellen nach dem Ausscheiden der Mitarbeiter wegfallen oder wiederbesetzt werden, könne derzeit nicht gesagt werden. Zur Kompensation der Abgänge seien „wie bisher schon viele unterschiedliche organisatorische und personelle Maßnahmen erforderlich. Die in Betracht kommenden Schritte wie „Aufgabenkritik, Stellenausschreibungen, Personalentwicklung und Verstärkung der Ausbildung werden fortlaufend geprüft, angepasst und entsprechend umgesetzt“, erklärte die Stadt.

„Die demographische Entwicklung trifft die Verwaltung und die Wirtschaft gleichermaßen“, herrscht im Lames-Bereich Klarheit in der Analyse. Überwiegend würden gleiche oder ähnliche Qualifikationen angefordert. Die Verwaltungen stünden untereinander und gegenüber der Wirtschaft „in vielen Bereichen in direkter Konkurrenz“. Um dabei positiv abzuschneiden, will die Stadt „weiterhin und verstärkt“ die Vorteile des öffentlichen Dienstes hervorheben und ausbauen: Familienfreundlichkeit beispielsweise durch flexible Arbeitszeiten, Teilzeit, Teleheimarbeit, die Tarifbindung, Vergünstigungen wie das Jobticket, Unterstützung privater Aktivitäten (z. B. Stadtsportverein) sowie vielseitige Einsatzbereiche mit Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung wie Qualifikationen und Fortbildungen.

Der Gewerkschaft Verdi zeigt sich dennoch skeptisch. Gewerkschaftssekretär Erik Molkenthin verweist auf die immer weiter wachsende Arbeitsverdichtung und den relativ hohen Krankenstand in der Verwaltung. „Das trägt nicht zur Steigerung der Job-Attraktivität für junge Menschen bei“, sagte er den DNN. Dazu müsse mit Übernahmechancen für Auszubildende, Karrieremöglichkeiten und der Bezahlung beigetragen werden.

Von Ingolf Pleil

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