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Jahrelange Verzögerungen bei der 88. Grundschule in Dresden

SPD spricht von Skandal Jahrelange Verzögerungen bei der 88. Grundschule in Dresden

Eigentlich könnte alles gut sein mit der 88. Grundschule. Planungen sind fertig, Geld ist vorhanden, das für die Kinder vorgesehene Gebäude könnte saniert werden. Wenn da nicht eine kaputte Straße wäre. SPD-Stadtrat Thomas Blümel spricht von einem „Skandal“.

In dieses Gebäude soll die 88. Grundschule einziehen.
 

Quelle: Archiv

Dresden. Beim Thema 88. Grundschule reißt dem Stadtrat jetzt in selten dagewesener Einmütigkeit der Geduldsfaden. Schon mit dem Schulnetzplan 2012 hatte der Stadtrat beschlossen, den bisherigen Doppelstandort mit der 88. Grundschule und der 88. Mittelschule an der Dresdner Straße in Hosterwitz zu entflechten. 2013 wurde es konkret: Die Grundschule sollte in die ehemalige Außenstelle des Haydn-Gymnasiums am Plantagenweg in Niederpoyritz einziehen. Das Gebäude steht seit Jahren leer und muss umfangreich saniert werden.

Getan hat sich seit dem Beschluss jedoch: nichts. Der für das Schuljahr 2018/2019 avisierte Umzug fällt definitiv ins Wasser, seit wenigen Wochen steht fest: Vor 2021/2022 wird das neue Gebäude wohl nicht ans Netz gehen können. „Ich verwende das Wort wirklich nicht oft: Aber hier halte ich den Begriff Skandal für angemessen“, erklärte SPD-Stadtrat Thomas Blümel. „Ich bin auch nicht bereit, die Verantwortung für die Verzögerung zu übernehmen. Sondern diejenigen in der Verwaltung, die das verbockt haben, sollen sich den Eltern stellen und erklären, warum es so lange dauert.“

Die SPD-Fraktion forderte eine Einwohnerversammlung nach & 22 der Sächsischen Gemeindeordnung zur baulichen Entwicklung des Schulstandortes. Kein scharfes Schwert, so Blümel, aber immerhin ein Schwert. Bei dieser Form der Bürgerbeteiligung muss Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) die Verantwortungsträger in der Verwaltung schicken und den Stadtrat über die Ergebnisse der Versammlung informieren. Der SPD-Antrag fand Anklang in allen Fraktionen. „Wir können in vier Jahren Grundstücke kaufen und Planungen erarbeiten, aber wir schaffen es nicht, Übereinkommen mit der Drewag und der Stadtentwässerung beim Ausbau von 100 Meter Straße zu erzielen“, ärgerte sich CDU-Stadträtin Christa Müller.

Daran scheitert in der Tat der Baustart: Der Plantagenweg und die unter der Fahrbahn verlegten Medien befinden sich in einem schlechten Zustand. Den Baustellenverkehr würde die Fahrbahn nach einer aktuellen Einschätzung des Straßen- und Tiefbauamtes nicht mehr mitmachen, der grundhafte Ausbau des Plantagenweges hat aber noch nicht einmal begonnen. So dass auch das Schulgebäude nicht saniert werden kann. Wieso das Problem erst jetzt bemerkt wurde, ist Blümel schleierhaft.

„Im Schulgebäude an der Dresdner Straße fehlt der Platz. Bestimmte Kurse können nicht stattfinden“, erklärte Ulrike Caspary (Bündnis 90/Die Grünen). „Wir müssen Druck aufbauen, damit der Baubeginn rasch möglich wird.“ Zumal der Stadtrat laut Blümel seine Hausaufgaben längst erledigt und das Geld für die Sanierung des Schulgebäudes eingestellt hat. Der SPD-Antrag wurde ohne Gegenstimme angenommen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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