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Dresden Lokales Italien will Dresdner Seenotretter nicht einlaufen lassen
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15:09 22.06.2018
234 Flüchtlinge haben die Dresdner Seenotretter von Mission Lifeline an Bord der "Lifeline" genommen. Sie suchen nun einen sicheren Hafen. Quelle: Hermine Poschmann/Mission Lifeline
Dresden/Rom

Deutsche Seenotretter haben Hunderten Migranten im Mittelmeer gerettet und sich prompt scharfe Kritik von Italiens Innenminister eingehandelt. Matteo Salvini sagte in einem Video auf Facebook, die Migranten sollten in die Niederlande gebracht werden – unter dieser Flagge fahren die beiden deutschen Schiffe. Ihnen scheint somit eine ähnliche Hängepartie wie dem Rettungsschiff „Aquarius“ zu drohen. Dies sei die „Hundertste Zuwiderhandlung eines NGO-Schiffs in libyschen Gewässern“, kritisierte Salvini auf Twitter.

234 Flüchtlinge hat das Schiff der Dresdner Seenotretter Mission Lifeline aus dem Mittelmeer gerettet. Jetzt droht die italienische Regierung mit der Beschlagnahme. Was mit den Flüchtlingen geschieht, ist ungewiss.

Ein Sprecher der Dresdner Hilfsorganisation Mission Lifeline sagte, ihr Rettungseinsatz für die 234 Migranten sei von der zentralen Seenotrettungsleitstelle in Rom koordiniert worden und habe in internationalen Gewässern stattgefunden. Nun warte man auf die weitere Anweisungen. Stattdessen hätten italienische Behörden damit gedroht, das Schiff zu beschlagnahmen und genau zu überprüfen. „Das ist nicht nötig“, sagt Mission-Lifeline-Sprecher Axel Steier. Man habe die niederländische Registrierung des Schiffs „Lifeline“ veröffentlicht, um Anwürfen zu begegnen, das Schiff sei nicht ordentlich registriert worden und dürfe nicht unter niederländischer Flagge segeln. „Wir bitten Gemeinschaften in ganz Europa dringend, uns bei der Suche nach einer Lösung für die Menschen an Bord unseres Schiffes zu helfen“, teilt Mission Lifeline mit.

Anders als die „Aquarius“ habe das Schiff der Dresdner noch nicht in italienischen Häfen angelegt, wie es in einem Medienbericht heißt, auf den die Seenotrettungsorganisation hinweist. Bisher wurden im Mittelmeer gerettete Flüchtlinge zumeist an größere Schiffe der Küstenwache übergeben. Man halte sich an eine im vergangenen Jahr mit Italien geschlossenen Vereinbarung, heißt es. Aufgeben wollen die Dresdner trotz der abwehrenden Haltung der neu gewählten italienischen Regierung nicht.

Die deutsche Hilfsorganisation Sea-Eye kündigte hingegen an, ihre Rettungseinsätze abzubrechen. Am Mittwoch habe das niederländische Verkehrsministerium dem Rettungsschiff „Seefuchs“ den seerechtlichen Schutzstatus entzogen, teilte die Organisation mit. „Nach mehr als zwei Jahren intensiver Zusammenarbeit mit den italienischen und niederländischen Behörden ist diese Vorgehensweise absolut unverständlich.“

Vor annähernd zwei Wochen hatte Italien der „Aquarius“ der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen erstmals die Einfahrt in einen Hafen verwehrt. Auch Malta verweigerte die Aufnahme, weshalb die „Aquarius“ ins spanische Valencia fuhr. Salvini forderte am Donnerstag Malta und Tunesien auf, aktiv zu werden, und verlangte einen Stop der „Meerestaxis“, wie er die Rettungsschiffe der Hilfsorganisationen nannte.

Der Chef der fremdenfeindlichen Lega will die Seenotretter aus dem Mittelmeer verbannen und sie nicht mehr in Italien anlanden lassen. Dem italienischen Transportminister Danilo Toninelli zufolge gibt es bislang aber keinen „formalen Akt“, der die Schließung der Häfen für die Organisationen zur Folge hätte.

Von uh mit dpa

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