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Lokales Investor Reinhard Saal stellt den DNN seine Pläne für die Werft in Dresden-Laubegast vor
Dresden Lokales Investor Reinhard Saal stellt den DNN seine Pläne für die Werft in Dresden-Laubegast vor
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18:29 09.09.2015

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Doch er lässt keine Zweifel aufkommen an seinen Plänen für die Landeshauptstadt. Saal will den ganz großen Wurf und macht den Dresdnern Hoffnungen: Spätestens im Oktober soll der Werftbetrieb in Laubegast wieder laufen, dann wird das erste Schiff der Dampfschifffahrt mit der historischen Slipanlage aus der Elbe geholt und repariert. Im Januar folgt das zweite Schiff, das soll die "Gräfin Cosel" sein, kündigen Saal und sein Projektentwickler Gottfried Schaaf an. Schaaf ist Chef des Münchner Ingenieurbüros "Beratende Ingenieure Schaaf" (BIS) und so etwas wie die rechte Hand des Investors. Mit ihm zusammen schickt sich Reinhard Saal an, der Stadt seinen Stempel aufzudrücken.

Wohnungen im Zentrum und in Hellerau

Geht es nach dem Siegener, der derzeit in München zu Hause ist, dann ist das ein Stempel, der Dresden ziert. Saal plant keine Hotels. Er will Wohnungen bauen, allein 120 große "Komfortwohnungen" im Herzogin Garten mit so etwas wie einem Hausmeister- und Lieferservice sowie einer Tiefgarage mit Autowaschdienst. Außerdem will er in Hellerau bauen, hat sich dafür das Gelände an der Ecke Karl-Liebknecht-Straße/Am Pfarrlehn ausgesucht. Und die Hafencity interessiert ihn, "aber mit mehr Grün als in den aktuellen Plänen vorgesehen ist". Wenn es eine Baugenehmigung für die Fläche am Neustädter Hafen gibt, wäre er gern mit von der Partie, allein oder auch als "Helfer" für Thomas Dathes USD Immobilien GmbH, die bislang als Investor für das Areal im Gespräch ist.

Saal will auch in Mockritz bauen. Dafür hat er das Grundschlösschen gekauft. Aus der ehemaligen Gaststätte gegenüber dem Mockritzer Bad soll eine Kita mit 120 Plätzen werden. Dafür will Saal, wieder mit Hilfe von Projektsteuerer Schaaf, das Gebäude so weit wie möglich erhalten und einen Neubau ansetzen.

Werftangebote auch für Freizeitkapitäne

Das Dresdner Lieblingskind des Siegener Unternehmers, der mit dem Verkauf von Foto-Minilaboren groß geworden ist und unter anderem einen Digitalfotoservice betreibt, ist aber die Werft. "Ich habe mich in die Werft verliebt", sagt er und erklärt mit glänzenden Augen, wo künftig ein Imbiss zu haben sein könnte, wo ein Sportbootanleger Gäste anlocken soll und in welchen Hallen Hobbykapitäne in Zukunft selbst Hand anlegen können an ihren Booten. "Eine Tankstelle soll es hier auch geben", kündigt er an. Das wird Sportbootfahrer besonders freuen, schließlich gibt es im Raum Dresden keine einzige Bootstankstelle. Vor dem Behördenmarathon, den ein solches Unterfangen mit sich bringt, scheint sich Saal nicht zu fürchten. "Irgendwie muss das ja gehen", ist er überzeugt.

Gottfried Schaaf plant derzeit den Werftbetrieb und rechnet damit, dass er dabei mit etwa einem halben Dutzend Mitarbeitern auskommt. "Die Schiffsbesitzer können ihre Arbeiten selbst ausführen", erklärt er sein Konzept, nur für Aufträge, für die spezielle Fähigkeiten und Maschinen gefragt sind, soll dann das Werftpersonal zuständig sein. Sommeraufträge für die Zeit, in der keine Schiffsreparaturen anstehen, könne etwa ein Bootsbauer erteilen, meint Saals Projektsteuerer, es gebe auch schon einen Interessenten. Namen wollten Saal und Schaaf gestern noch nicht nennen. Auch für eine Bootsschule und für Taucher soll die Werft eine neue Heimat werden.

Kritik am Insolvenzverwalter

Doch das ist derzeit noch Zukunftsmusik, im Moment sind Schaaf und Saal damit beschäftigt, alle Unterlagen zu sichten. "Da wird es uns nicht leicht gemacht", deuten sie an, dass sie unzufrieden sind mit der Zuarbeit von Insolvenzverwalter Franz-Ludwig Danko, der mehr als zwei Jahre lang einen neuen Investor für das Laubegaster Unternehmen gesucht hat. "Alle Schränke sind leer, die Computer kaputt, wir haben noch nicht einmal eine Liste der ehemaligen Mitarbeiter bekommen", so Schaaf. Saal will dennoch an seinen Plänen festhalten und widerspricht Gerüchten, wonach er womöglich Wohnungen mit Elbblick plant, wo früher Schiffe repariert wurden. "Das ist eine Werft und das bleibt eine Werft solange ich schnaufe", gibt er zu Protokoll.

Christoph Springer

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