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„Internationale Wochen zu Frieden.Kultur.Stadt“ in Dresden

Flüchtlingsboot legt an „Internationale Wochen zu Frieden.Kultur.Stadt“ in Dresden

Dresden hat viele Beinamen: Kulturstadt, Fußballstadt, Landeshauptstadt, seit 2014 auch Pegidastadt. Gerade wegen dieses letzten Beinamens setzt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) viel daran, einen weiteren zu etablieren: Debattenstadt.

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP).

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Dresden hat viele Beinamen: Kulturstadt, Fußballstadt, Landeshauptstadt, seit 2014 auch Pegidastadt. Gerade wegen dieses letzten Beinamens setzt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) viel daran, einen weiteren zu etablieren: Debattenstadt. „In keiner anderen deutschen Stadt gibt es so viele Formate, so viele Dialogformen in denen wir als Stadtgesellschaft um die wichtigen Fragen dieser Tage ringen“, sagt er und zählt ein paar der Diskussionsmöglichkeiten auf, die es in diesem Jahr bereits gegeben hat, darunter viele Programmpunkte zum Gedenken am 13. Februar, Debatten zur Kulturhauptstadtbewerbung, Bürgerforen wie zuletzt im Kulturpalast. Vom 17. September bis zum 8. Oktober gibt es nun die nächste Gelegenheit zu großen und kleinen Debatten: Erstmals finden unter dem Titel „Dresden im Dialog“ „Internatonale Wochen zu Frieden.Kultur.Stadt“ statt.

Der Titel dient letztlich als Klammer für viele Veranstaltungen, von denen einige wie die 27. Interkulturellen Tage schon seit langem etabliert sind, andere auf Initiativen zurückgehen, die sich seit ein paar Jahren etablieren. Dazu gehört der Verein „Memorare Pacem“, der bereits im vergangenen Jahr zum Uno-Welttag des Friedens am 21. September eine Festwoche veranstaltet hat. Man setze sich für die Entwicklung und Förderung des Friedens in der Stadt ein, lässt Dora Anne Polywka vom Verein wissen. „Dresden ist ein Geschichtssymbol für Zerstörung, für militärische Gewalt“, sagt sie, mache aber aus dieser Rolle zu wenig. Vorbild könnte die Partnerstadt Coventry geben, in der es eine Versöhnungskirche, in universitäres Friedenszentrum und eine Friedenskommission in der Stadtverwaltung gebe.

In eine ähnliche Richtung gehen die Bemühungen Sebastian Römischs mit „BIRD“. Der Verein setzt sich dafür ein, das herauszukehren, was verschiedene Religionen eint, nicht das Trennende. „Mit gemeinsamen Beten geht das eher nicht, beim Musizieren dagegen schon“, sagt Römisch. Den gleichen Ansatz verfolgt die Neue Jüdische Kammerphilharmonie, die israelische und Dresdner Nachwuchsmusiker zusammenbringt.

Nicht alles im Festprogramm wirkt so versöhnlich. So gehört unter dem Titel „Mit Sicherheit gut angekommen“ die nächste Kunstaktion dazu, die wie die Businstallation „Monument“ bereits im Vorfeld die Gemüter erregt. Am 19. September wird das Flüchtlingsboot „Al-hadj Djumaa“ am Neustädter Hafen festmachen, das 2013 vor Lampedusa von der italienischen Küstenwache beschlagnahmt worden war.

Ein Novum ist eine Städtekonferenz, bei der Anfang Oktober Vertreter von Städten und Initiativen aus zehn europäischen Ländern über sozialen Zusammenhalt, Bürgerbeteiligung, Bildung und die Rolle der Kunst in der Stadt diskutieren wollen. Hintergrund ist, dass Hilbert „Populismus, Nationalismus und Zweifel an der bestehenden Demokratie“ durchaus für europäische Probleme hält. In Dresden sehe man sie nur eben „ganz deutlich“. Deswegen sei es wichtig, dass viele Debatten geführt werden, auch wenn manche davon „hart“ seien und es Störer gebe, wie Hilbert sagt.

Eine harte Debatte hatte es zuletzt auch im Stadtrat gegeben, als sich die CDU gegen ein Handlungsprogramm gegen extremistische Tendenzen stellte. Im Vorfeld habe es ein Gespräch mit dem Leiter des Bürgermeisteramts und einem Vertreter der CDU gegeben, bei dem „die absolute Forderung aufgemacht wurde, dass ganze Konzept müsse umgeschrieben werden. Deshalb war ich nicht überrascht. Erschreckt war ich vom Niveau der Debatte und den teilweise unsachlichen Beiträgen“, sagt Hilbert. In diesem Sinne ist es noch ein weiter Weg zur Debattenstadt.

Von Uwe Hofmann

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