Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Internationale Studenten diskutieren im Sächsischen Landtag
Dresden Lokales Internationale Studenten diskutieren im Sächsischen Landtag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:45 28.05.2018
ElbMUN Konferenz 2018 im Landtag Quelle: Katharina Jakob
Anzeige
Dresden

Es gibt wohl kaum eine geeignetere Atmosphäre für politische Diskussionen in Dresden, als den sächsischen Landtag. Einmal im Jahr haben bis zu 100 junge Menschen dort bei der ElbMUN-Konferenz die Gelegenheit, im Plenarsaal über aktuelle Weltprobleme zu sprechen – so auch vom 21. bis 25. Mai unter dem Motto „Reshuffling the Cards in puzzling Times“, was auf Deutsch so viel heißt wie „Die Karten in verwirrenden Zeiten neu mischen“. Während der Landtag in der vergangenen Woche eine Ruhepause einlegte, nahmen die 16- bis 26-Jährigen die Plätze der Abgeordneten ein.

Der Landtagspräsident Matthias Rößler begrüßte die internationalen Gäste am Dienstag im Parlament persönlich. In seiner Rede betonte er, wie viele globale Herausforderungen derzeit anliegen. „Viele Probleme werden immer weiter wachsen. Deshalb ist es wichtig, dass Ihre Generation bereits jetzt an Lösungsansätzen arbeitet“, sprach Rößler die Jugendlichen an.

Bei einer sogenannten Model United Nations simulieren Studenten aus der ganzen Welt auf englisch eine Versammlung der Vereinten Nationen mitsamt aller Regeln und Verhandlungsabläufe. Im Vorfeld suchen sie sich ein Land aus, das sie im nachgespielten Sicherheitsrat (SC), dem Menschenrechtsrat (HRC), dem Rat für Abrüstung und internationale Sicherheit (DISEC) oder dem Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC) repräsentieren wollen. Die Herausforderung beginnt für viele Teilnehmer damit, eine Nation zu vertreten, die möglichst weit von ihrem Herkunftsland abweicht. So vertritt beispielsweise ein Afghane Deutschland, ein Israeli das südamerikanische Land Uruguay oder ein Russin das afrikanische Land Mali.

Ob aus Israel, Frankreich, Afghanistan oder Russland – Bei der ElbMUN diskutieren junge Menschen aus der ganzen Welt im Landtag

Die Aufgabe der ElbMUNer besteht darin, die Meinung ihres zu vertretenden Landes gegenüber den anderen durchzusetzen und einen Beschluss vorzuschlagen. Die diesjährigen Themen drehten sich um den Süd-Sudan Konflikt, Wasserprivatisierung, die Regulation von Tötungs-Robotern, Sicherheitszonen in Krisengebieten, Antibiotikaresistenzen, Kinderarmut und Zugang zu Bildung sowie Frauenrechte auf dem Arbeitsmarkt. In diesem Jahr konnten nur 64 Studenten an den Gesprächen teilnehmen, da viele außerhalb des Schengen-Raums trotz diplomatischer Bemühungen kein Visum bekommen haben. Dafür reisten diesmal gleich zwölf Gäste aus Israel an, im Jahr zuvor waren es zahlreiche aus Afghanistan und Afrika. Durch ein sogenanntes Couchsurfing-Programm wurden die meisten Teilnehmer bei Dresdner Jugendlichen untergebracht und erhielten dabei einen Einblick in die deutsche Kultur. Dass dabei allerdings auch einige Teilnehmer nach Fund einer Weltkriegs-Fliegerbombe in Löbtau evakuiert werden mussten, hätte vorher wohl niemand vermutet.

Mit der Organisation der ElbMUN wollen Studenten der TU Dresden ein Zeichen für ein weltoffenes Dresden setzen und kulturelle Vielfalt erleben. Das Team der Hochschulgruppe bereitet die Konferenz ein Jahr lang vor und akquiriert etwa Gastredner und Sponsoren, sorgt für das leibliche Wohl und betreibt Pressearbeit. Ihr Engagement wird mit neuen Kontakten und inspirierenden Gesprächen während der ElbMUN belohnt. Bei Abendveranstaltungen wie einer Kneipentour, einer Stadtführung, einer Bandshow und einem Ball können sich Veranstalter und Gäste ganz privat über kulturelle Differenzen austauschen und so manches Vorurteil ablegen – So etwa auch Head-Delegate Akiva Spiegelman aus Israel, der seine jüngeren Begleiter während der Konferenz begleitete. Der Anhänger jüdischer Konfession war zum ersten Mal in Deutschland und froh darüber zu hören, dass sich deutsche Schüler im Geschichts-Unterricht mit dem Holocaust auseinandersetzen. Deutsche wiederum erfuhren von ihm, wie es sich anfühlt, im Nahen Osten zu leben – Ein persönlicher Bericht, den kein Schulbuch derart wiedergeben kann. Am Ende der Woche verabschiedeten die Teilnehmer erst einige Resolutionen, dann ihre neugewonnenen Freunde. Die meisten haben in diesen fünf Tagen mehr gelernt, als nur die politischen Ansichten der Anderen.

Von Katharina Jakob

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Förderverein der Natur- und Umweltschule Dresden fordert einen offenen Dialog zwischen Politik, Verwaltung und Eltern zum Erhalt der Einrichtung. Eine Fahrraddemonstration am 1. Juni soll der Forderung Nachdruck verleihen.

28.05.2018
Lokales Museum für Industriegeschichte - Historische Diesel-Lok nach Dresden überführt

In den 1940er Jahren verkehrte eine Diesel-Lok des Modells OMZ 122 R jahrelang bis zu ihrer Verschrottung in der Friedrichstadt. Nun bemühte sich ein Dresdner Verein darum, ein baugleiches Fabrikat aus Österreich in die Landeshauptstadt zu holen.

28.05.2018

Eine Podiumsdiskussion von Oberstufen-Schülern mit Mitgliedern des Sächsischen Landtags dreht sich um die anstehenden Landtagswahlen des Freistaats.

28.05.2018
Anzeige