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Lokales Initiative „In Gruna leben“ setzt sich für mehr Nachbarschaft ein
Dresden Lokales Initiative „In Gruna leben“ setzt sich für mehr Nachbarschaft ein
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16:34 14.03.2018
Dietmar Möbius, Carsten Irmer, Tanja Wolf mit ihren Kindern Nuria und Timea, Christine B. und Peter Müller (v.l.) wollen sich in Gruna für mehr Nachbarschaft einsetzen. Quelle: Anja Schneider
Dresden

In Gruna gibt es drei markante Hochhäuser unweit der Zwinglistraße. Jedes davon beherbergt über 200 Wohnungen. Oft ziehen Bewohner aus und neue Mieter ein. Nachbarschaftliche Verhältnisse über mehrere Etagen sind dabei nur schwer vorstellbar. Tanja Wolf will sich trotzdem dafür einsetzen und hat sich der Interessengemeinschaft „In Gruna leben“ angeschlossen. „Das Thema Nachbarschaft steht dabei für mich an oberster Stelle. Auch in einem Hochhaus. Es sollen Projekte realisiert werden, an denen sich alle beteiligen können“, erzählt die zweifache Mutter, die selbst in einem der drei Hochhäuser wohnt.

Derzeit befindet sich die Interessengemeinschaft (IG) noch in Obhut des Sigus e. V., welcher auch in Gruna ansässig ist. Der Verein setzt sich für soziale Erfindungen und Selbstorganisation ein. In den kommenden zwei Jahren soll sich aus der IG auch ein eigenständiger Verein bilden. „Dafür sind Leute notwendig, die langfristig und zuverlässig Aufgaben übernehmen“, weiß Peter Müller vom Sigus e. V. aus Erfahrung. Und dafür möchte sich die IG die nötige Zeit nehmen.

Städtebau in Gruna: Bürger wollen mitbestimmen

Im vergangenen Sommer organisierte der Sigus e. V. gemeinsam mit anderen Grunaern die ersten Nachbarschaftstage. Diese endeten in einer Bürgerkonferenz, bei der verschiedene Anliegen der Bürger erörtert wurden. Denn Gruna soll umgestaltet werden. Das Stadtplanungsamt möchte Altgruna revitalisieren und den Stadtteil damit besser in die Stadt einbinden. Viele Anwohner waren mit den Vorschlägen nicht zufrieden und haben ein gemeinsames Bürgervotum erarbeitet. Unter anderem soll die soziale Mischung des Stadtteils erhalten bleiben, mehr kulturelle Angebote entstehen und bei allen Vorhaben die Historie des Stadtteils nicht vergessen werden.

„In Gruna wohnen viele Senioren aber auch nicht weniger Familien. Allein in unserem Haus wohnen 19 Kinder, in den Häusern gegenüber dagegen kein einziges“, erklärt Müller die soziale Vielfalt. Genau das möchte die Interessengemeinschaft nutzen. Der Zusammenhalt der Anwohner solle gestärkt werden, ebenso wie die Mitsprache bei städtebaulichen Vorhaben. Wie die Stadt informiert, werden die Vorschläge und Anregungen der Bürger zur neuen Gestaltung des Stadtteils derzeit geprüft. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte soll die Überarbeitung der Pläne vorgestellt werden.

Gemeinsames Reparieren und Picknicken

Tanja Wolf hat bereits ein Projekt erfolgreich starten können, und zwar das „Repaircafé Gruna“. Hier können sich Nachbarn gegenseitig bei der Reparatur von elektronischen Geräten helfen und bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch kommen. Der erste Termin war ein voller Erfolg, das nächste Repaircafé Gruna findet am 22. März statt und anschließend jeden vierten Donnerstag im Monat von 17 bis 29 Uhr im Streetworkbüro „Sofa9“ an der Rosenbergstraße 12.

Auf dem Erfolg des Cafés ruht sich Wolf nicht aus. Sie hat bereits das nächste Event geplant. „Am 25. Mai möchte ich an der Rosenbergstraße ein Nachbarschaftspicknick veranstalten. Tische und Stühle sind vorhanden. Jeder der mitmachen möchte, kann etwas zu Essen mitbringen“, erklärt sie ihre Idee.

Wichtig für Wolf sei, dass sich die Projekte ohne großen Aufwand umsetzen lassen, für jeden interessierten Anwohner zugänglich sind und regelmäßig stattfinden. „Die einzelnen Veranstaltungen sollen die Anwohner motivieren, die Aktionen selbstständig fortzuführen“, sagt Wolf.

Doch es gibt auch Probleme, die sich nur städtebaulich lösen lassen. „Zwischen der Zwinglistraße und den Hochhäusern an der Rosenbergstraße ist es so windig, dass sich hier kaum einer gern aufhält. Auf solche Gegebenheiten müsste bei der Planung von Wohnarealen mehr geachtet werden“, sagt Wolf. Die Probleme waren ebenfalls Teil der Einwände gegen die Pläne der Stadt und werden derzeit untersucht, teilt die Stadtverwaltung mit. Es solle eine Lösung gefunden werden, heißt es. „Generell werden in Planungen stadtklimatische Belange berücksichtigt“, erklärt das Stadtplanungsamt dazu.

Mitmachen: Interessengemeinschaft trifft sich jeden Monat

Wer Ideen und Vorschläge rund um den Stadtteil Gruna hat, ist bei der Interessengemeinschaft herzlich willkommen. Die Verantwortlichen treffen sich jeden zweiten Dienstag im Monat um 18 Uhr im Familienzentrum Pauline an der Papstdorfer Straße 41. Auch die Nachbarschaftstage mit Stadtteilführungen, verschiedenen kulturellen Veranstaltungen sowie Diskussionsrunden soll es in diesem Jahr wieder geben, voraussichtlich vom 30. August bis zum 9. September.

Außerdem findet am 12. März um 14 Uhr das nächste Erzählcafé in der Begegnungsstätte Fidelio an der Papstdorfer Straße 25 statt. Grunaer sind herzlich zum gemeinsamen Reparieren, Austauschen und Handarbeiten eingeladen.

www.dresden-gruna.de

Von Lisa-Marie Leuteritz

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