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Lokales Indische Nacht und stumme Schreie im Schlosspark
Dresden Lokales Indische Nacht und stumme Schreie im Schlosspark
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16:10 09.06.2016
Prof. Wolfgang Fischer hat mit seinen Studenten den Ruhegarten des Maharadschas gestaltet. Quelle: Catrin Steinbach
Dresden

56 Punkte enthält das Veranstaltungsprogramm, mit dem das Grüne Forum Pillnitz zur Langen Nacht der Wissenschaften am Freitag, dem 10. Juni, nach Pillnitz locken möchte. Von 18 bis 23 Uhr werden den Besuchern im Foyer und Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) am Pillnitzer Platz Präsentationen, Experimente, Vorträge, Kurzfilme und Mitmachangebote rund um die „grüne Forschung“ zu Landwirtschaft, Umwelt, Geologie und Gartenbau geboten.

„Ob kluge Gewächshäuser, Plastik aus dem Wasserhahn, eine Fliege, die uns das Obst madig macht, oder Wasserbüffel und andere Tiere im Campushof - es ist für jeden etwas dabei. Wer lieber an der Elbe auf Goldsuche gehen will oder Sachsen 3D erleben möchte, kommt genauso auf seine Kosten, wie stille Entdecker im Klimagarten“, heißt es vom Grünen Forum Pillnitz. Zu diesem gehören neben der HTW das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), das Julius-Kühn-Institut sowie Schloss und Park Pillnitz.

Die Landestalsperrenverwaltung ist ebenfalls dabei und hat sich einiges einfallen lassen, um die Besucher für das Thema Wasser zu interessieren. Im Seminarraum 006 kann man von 18 bis 23 Uhr Wasserproben aus fünf verschiedenen Regionen testen und herausfinden, ob es Unterschiede gibt. Im Hof startet für Klein und Groß ein Pumpenwettbewerb. Es gibt Informationen zu Berufen der Wasserbranche und Kurzfilmvorführungen zum Thema Talsperren und Klima.

Unter dem Motto „Stumme Schreie im Pillnitzer Schlosspark“ will Dr. Ulrich Zöphel vom Fachbereich Naturschutz und Landschaftspflege des LfULG den Besuchern die „Kobolde der Nacht“ näher bringen. Treff 22.15 Uhr am Infostand im Foyer Pillnitzer Platz 1. Für das leibliche Wohl ist mit Gegrilltem vom Schwäbisch-Hällischen Schwein sowie vegetarischen indischen Köstlichkeiten von Sachsens Feldern und Fluren gesorgt.

Den Innenhof zwischen dem Haus Pillnitzer Platz 1 und dem Hörsaalgebäude der HTW hat die Fakultät Landbau/Umwelt/Chemie als „Ruhegarten des Maharadschas“ gestaltet. Es ist ein Beitrag zum Pillnitzer Themenjahr, das sich dem Wirken des Sachsen Gustav Hermann Krumbiegel – dem Gärtner des Maharadschas – widmet. Die Garteninstallationen kann man tagsüber den ganzen Sommer lang besichtigen. Zur Langen Nacht der Wissenschaften am 10. Juni und zum Elbhangfest vom 24. bis 26. Juni erwachen sie auch am Abend zum Leben.

Der sonst vornehmlich grüne Innenhof wurde mit Palmen und Bananenpflanzen in Kübeln, vielen bunt bepflanzten Blumenkästen auf der Balustrade, einem Miniteich, mit Teppichen belegten Sitzgelegenheiten und einer Blumentreppe aufgepeppt. Die Gestaltung der auch sonst mit Blumen bestückten Beete orientiert sich diesmal an den Pflanzungen in indischen Gartenanlagen aus der Zeit Krumbiegels.

Wer aufmerksam um sich schaut, wird nicht nur ein Kreidemandala, sondern z.B. auch das Om-Zeichen entdecken. „Es ist ein Zeichen des Willkommens, der Freundschaft, des Wohlwollens. In Indien hat man den Mist der heiligen Kühe verwendet, um dieses Zeichen auf dem Boden am Hauseingang aufzubringen. Hier hat ein Student aus Joghurt, Bier und Moos eine breiige Masse gemacht, um das Om-Zeichen an der Mauer anzuheften. Er besprüht es jetzt immer wieder mit Wasser, bis das Moos angewachsen ist“, erklärt Prof. Dr. Wolfgang Fischer.

Unter seiner und Prof. Cornelius Scherzers Leitung haben die Studenten der Landschafts- und Freiraumentwicklung nicht nur das Konzept für den Ruhegarten entwickelt, sondern die Ideen auch selbst umgesetzt. Garteninteressierten wird im Innenhof zudem die Studentenblume (Tagetes) nähergebracht, denn an der HTW hat sich Prof. Eva Rietze lange mit Anzuchtverfahren beschäftigt.

„Auch diesbezüglich gibt es thematisch wieder einen Bezug zu Krumbiegel“, weiß Prof. Fischer. Denn der in Lohmen geborene Gärtner, der in Pillnitz seine Gärtnerlehre absolvierte, führte seinerzeit die Tagetes in größerem Stil in Indien ein. Heute sind sie dort für das Legen der Rangolis – ornamentaler Muster aus Blütenblättern – sehr begehrt.

Nacht der Wissenschaften am Standort Pillnitz in der Zeit zwischen 18 und 23 Uhr: HTW, Pillnitzer Platz 1, 01326 Dresden; zu erreichen mit der DVB-Buslinie 63 – Haltpunkt Pillnitzer Platz; komplettes Programm unter www.wissenschaftsnacht-dresden.de

Von Catrin Steinbach

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