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In der Altstädter Wache der Berufsfeuerwehr gibt es jetzt auch eine Jugendfeuerwehr

In der Altstädter Wache der Berufsfeuerwehr gibt es jetzt auch eine Jugendfeuerwehr

Denn die Feuerwehrmänner neben seinen Eltern erzählen gerade, was ihn alles erwartet, wenn er bei der Jugendfeuerwehr mitmacht:

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Schnappschuss vom Pokallauf beim Wettbewerb der Jugendfeuerwehren, der alljährlich am Kaufpark Nickern stattfindet.

Quelle: Hans-Günther Lindenkreuz

Timons Augen leuchten. Er darf alle Feuerwehrautos inspizieren, erfährt, wozu die einzelnen Gerätschaften da sind, übt wie ein Seemann spezielle Knoten, die sich auch im nassen Zustand wie von Zauberhand wieder lösen lassen. Er bekommt gezeigt, wie man Erste Hilfe leistet und sich im Gefahrenfall selber rettet. Er lernt, wie Feuer entsteht, welches man mit Wasser löschen darf und welches nicht. Er bekommt Einblick in den Alltag der Feuerwehrleute. Sport, Spiel und Wettkämpfe gibt es, vor allem aber gemeinsame Unternehmungen und viel Spaß.

"Wir fahren zum Beispiel auch ins Zeltlager", so Brandmeister Marco Schrön. "Denn wir wollen eine tolle Truppe werden, wo sich einer auf den anderen verlassen kann. Das ist nämlich bei Feuerwehrleuten total wichtig."

"Cool" strahlt ihn Timon an. Wie es aussieht, ist die Sache geritzt. Der Siebenjährige, der wie viele Jungs in seinem Alter ohnehin mal Feuerwehrmann werden will, macht mit und ist damit das erste Mitglied der neuen Jugendfeuerwehr, die die Wache Altstadt der Berufsfeuerwehr an der Strehlener Straße jetzt gegründet hat. Finanzielle Mittel für die Bekleidung, Schuhe, Helm stellt die Stadt zur Verfügung. 3000 Euro kommen von der Sparkasse. Von dem Geld soll eine Wettkampfstrecke gebaut werden.

Eine große Aktie an der Gründung der Jugendfeuerwehr hat Michael Heinze, Leiter des Brandschutzerziehungszentrums im Haus und Stadt-Jugendfeuerwehrwart. Berufsfeuerwehrmann Marco Schrön wird die neue Jugendfeuerwehrgruppe leiten. Mehrere seiner Kollegen von der Wache wollen mitmachen - alle in ihrer Freizeit.

Schrön ist erfahren in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, denn er leitet bereits die Jugendfeuerwehr Pirna-Altstadt. Zudem hat er in der Ortswehr Altstadt der Freiwilligen Feuerwehr Pirna als stellvertretender Ortswehrleiter Verantwortung übernommen. "In Pirna habe ich einen immensen Zulauf bei der Jugendfeuerwehr", freut sich Schrön. Und er ist davon überzeugt, dass das neue Angebot in der Dresdner Südvorstadt Ost auch gut angenommen wird.

Damit gibt es jetzt in Dresden 21 Jugendfeuerwehren mit rund 300 Mitgliedern. Ein Viertel davon sind Mädchen. Die Jüngsten sind sieben oder acht Jahre alt, die ältesten 16. "Dann können sie in die aktiven Abteilungen der Freiwilligen Feuerwehren übernommen werden", so Hans-Günther Lindenkreuz, stellvertretender Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes. 19 Jugendfeuerwehren betreuen die Freiwilligen Feuerwehren, von denen es in Dresden 22 gibt. Die Berufsfeuerwehr in Dresden - eine von insgesamt acht in Sachsen - hat zwei Jugendfeuerwehren ins Leben gerufen - eine in der Wache in Striesen und jetzt eine neue in der Altstadt. Ziel ist natürlich die Nachwuchsgewinnung. Dabei hat die Berufsfeuerwehr gar keine Nachwuchssorgen. "Auf 20 Stellen bekommen wir jedes Jahr zwischen 350 und 400 Bewerbungen", weiß Stadtfeuerwehrverbandschef Frieder Hofmann.

Gebraucht wird der Nachwuchs bei den Freiwilligen Feuerwehren, also jenen, die ehrenamtlich Hilfs-, Rettungs- und Löscheinsätze fahren. "250 bis 300 Einsätze sind es für die Niedersedlitzer, Kaitzer und Gorbitzer im Jahr", benennt Hofmann die, die in Dresden am meisten gefordert sind. Den Einsatz der Kameraden bei allen Freiwilligen Feuerwehren könne man nicht hoch genug würdigen. Ohne sie könnten vor allem in den Stadtrandgebieten von Dresden die Hilfsfristen gar nicht eingehalten werden. Wobei der Zulauf bei den Freiwilligen Wehren in Dresden noch ganz gut sei, wie wir erfahren.

Grund zur Sorge gebe es außerhalb der Großstadt in den Landkreisen. "Dort müssen immer mehrere Freiwillige Feuerwehren gleichzeitig alarmiert werden, weil man gar nicht abschätzen kann, welche personell überhaupt ausrücken kann", schildert Frieder Hofmann die Situation. "Die Freiwilligen Wehren brauchen mehr Unterstützung seitens der Politik und von Arbeitgebern." In diesem Zusammenhang sehen sich auch die Berufsfeuerwehrleute in Dresden in der Verantwortung, ihre ehrenamtlich tätigen Kollegen zu unterstützen. "Einige von uns engagieren sich zusätzlich in Freiwilligen Wehren", so Schrön. Über Jugendfeuerwehren junge Leute zu begeistern sieht er als weiteren Weg der Unterstützung. "Es gibt heute so viele Angebote für Kinder und Jugendliche. Wenn wir sie nicht beizeiten für die Feuerwehr begeistern, dann wenden sie sich anderen Dingen zu und wir erreichen sie nicht mehr."

Interessenten für die neue Jugendfeuerwehr der Berufsfeuerwehr Dresden können sich im Brandschutzerziehungszentrum, Strehlener Str. 23, Tel.: 0351/8155-543 bei Michael Heinze melden.

Catrin Steinbach

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