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Lokales In Johannstadt entstehen 40 neue Wohnungen in einem ehemaligen Asylbewerberheim
Dresden Lokales In Johannstadt entstehen 40 neue Wohnungen in einem ehemaligen Asylbewerberheim
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10:47 06.02.2017
Die Florian-Geyer-Straße 38 bis 48 wird jetzt saniert. Quelle: Dietrich Flechtner
Dresden

Es ist wie eine Operation am offenen Herzen: Der Großvermieter Vonovia saniert bis November die sechs Hauseingänge Florian-Geyer-Straße 38 bis 48 in Johannstadt. Mehr als 100 dieser zehngeschossigen Aufgänge des Wohnungsbautypes IW 67 hat Vonovia in Dresden bereits saniert, 37 müssen noch in Angriff genommen werden. Projektleiter Andreas Heine erklärt die Besonderheit der Arbeiten in der Florian-Geyer-Straße: „Die Handwerker müssen in die Bäder und Küchen der Mieter. An vier Tagen steht nur eingeschränkt Wasser zur Verfügung.“ Und: „Die Aufzüge werden erneuert. Das wird fünf Wochen pro Aufgang dauern.“

Fünf Wochen ohne Aufzug in Zehngeschossern mit überwiegend älteren Mietern? Eine Herausforderung. „Wir haben schon mit 130 Mietern gesprochen“, erklärt Martina Pansa, Regionalgeschäftsführerin Südost von Vonovia. Das Unternehmen werde mit allen 200 Mietern im persönlichen Gespräch nach Lösungen suchen. Wer kann während der Sanierung zu den Kindern ziehen? Können sich Nachbarn an Tagen ohne Wasser gegenseitig helfen? Wird ein Einkaufsdienst benötigt? Oder ein Tragedienst für Menschen, die die Treppen nicht bewältigen können?

Es ist wie eine Operation am offenen Herzen: Der Großvermieter Vonovia saniert bis November die sechs Hauseingänge Florian-Geyer-Straße 38 bis 48 in Johannstadt.

„Wir werden während der Sanierung in der Nummer 44 ein Mieterbüro einrichten, das rund um die Uhr sieben Tage die Woche besetzt ist“, kündigt Pansa an, „dort wird es immer einen Ansprechpartner für unvorhergesehene Dinge geben.“ Um in die Wohnungen der Mieter gelangen zu können, setzt Vonovia auf ein Prinzip, das sich in Prohlis bei einem 17-Geschosser bewährt habe: „Der Bauleiter wird zur Vertrauensperson und sammelt früh die Schlüssel ein. Abends gibt er sie zurück.“ Bei den straffen Bauabläufen könne man es sich nicht leisten, dass Handwerker vor verschlossenen Türen stehen, erklärt Pansa.

Mit dem Hauseingang 48 verfügt die Vonovia über ein Testobjekt. Bis Ende 2016 wurde dieser Eingang von der Landeshauptstadt als Asylbewerberheim genutzt. Jetzt sind die Bewohner ausgezogen, das Gebäude ist entkernt und entrümpelt. Die Sanierung hat begonnen. Dabei können die Handwerker in leeren Wohnungen die Abläufe trainieren, die dann in den bewohnten Objekten perfekt sitzen müssen.

40 Wohnungen gibt es pro Hauseingang, 20 Zweiraum-Einheiten und 20 Dreiraum-Wohnungen. Im ehemaligen Asylbewerberheim modifiziert Vonovia ihr Angebot: In dem großen Raum der Dreizimmer-Wohnung wird eine Trennwand eingezogen, so dass zwei Kinderzimmer entstehen und kostengünstige Vierraum-Wohnungen angeboten werden können. Im Erdgeschoss werden zwei Fünfzimmer-Einheiten eingerichtet, macht in Summe 40 neue Wohnungen.

Vonovia hatte für die Sanierung des Asylbewerberheims konkrete Pläne in Auftrag gegeben und musste umplanen, als die Stadt im Herbst 2016 durchaus überraschend die Schließung ankündigte. Die jetzt entstehenden Wohnungen werden sich wie die anderen Aufgänge im Belegungsrecht der Landeshauptstadt befinden und zum Kostensatz für Empfänger von Hartz IV vermietet, wie Pansa betont. Die Mieten würden um 1,84 Euro pro Quadratmeter steigen, aber den Großteil der Sanierungskosten werde Vonovia selbst tragen. Rund 15,2 Millionen Euro investiert das Unternehmen in die Plattenbauten. „Wir bieten allen Mietern Sprechzeiten im Mieterbüro an“, so die Regionalgeschäftsführerin. Sie plane auch, gemeinsam mit dem Mieterverein Dresden und Umgebung e.V. eine Informationsveranstaltung „Modernisierung: Rechte und Pflichten des Mieters“ anzubieten.

Laut Heine werden bei der Sanierung drei große Probleme bearbeitet: Die Wärmedämmung, die korrodierten und beschädigten Balkonbrüstungen und der Brandschutz. In den Versorgungsschächten der Gebäude gibt es keine geschlossenen Decken, nach heutigen Brandschutzvorschriften. Jetzt werden die Decken fachgerecht abgeschottet, weshalb die Handwerker in jeder einzelnen Wohnung arbeiten müssen. Dabei werden gleich noch die sanitären Einrichtungen getauscht und Fliesen gelegt – nach Möglichkeit sollen individuelle Wünsche der Mieter berücksichtigt werden.

Der Bauablauf ist minutiös festgelegt, so der Projektleiter. Jeder Mieter wisse, wann der Bauleiter klingelt und den Schlüssel haben möchte. Wer keine Alternativen hat, könne tagsüber einen Sanitärcontainer vor dem Haus nutzen, wenn das Wasser abgestellt ist. „Es ist eine große Belastung für die Mieter, das wissen wir“, erklärt Pansa. Vonovia bemühe sich darum, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. „Es sind nicht die ersten Gebäude, die wir so sanieren. Wir haben durchaus ein Gespür für die Probleme der Mieter entwickelt.“

Wenn die Arbeiten wie geplant am 30. November abgeschlossen sind, muss Vonovia in Dresden nur noch die Zehngeschosser auf der Hochschulstraße sanieren. „Dann haben wir diesen Gebäudetyp auf den neuesten Stand gebracht“, so die Regionalgeschäftsführerin. Der Großvermieter schafft so günstigen Wohnraum in akzeptabler Lage. „Sie sind schnell an der Elbe und in wenigen Minuten im Zentrum“, zählt Heine die Vorzüge der Florian-Geyer-Straße auf.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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