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Lokales In Dresden werden zu wenig Wohnungen gebaut
Dresden Lokales In Dresden werden zu wenig Wohnungen gebaut
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06:14 17.04.2019
Die Kräne drehen sich in Dresden nicht schnell genug. Quelle: Archiv
Dresden

Die höchste Rendite in Dresden streichen die Besitzer von Logistik-Immobilien ein. Wer ein Logistzentrum sein eigen nennen kann, darf sich über Gewinne deutlich über fünf Prozent freuen. Inhaber von Bürogebäuden gehen mit etwas mehr als vier Prozent nach Hause, Besitzer von Geschäftshäusern kommen auf nicht einmal vier Prozent. Mehrfamilienhäuser bringen 3,8 Prozent Rendite, rechnete der Immobiliendienstleister Aengevelt am Dienstag bei der Vorstellung seines „City Reports Region Dresden 2019/2020“ vor.

Wohnungsmarkt

Heißt: Wer auf das schnelle Geld aus ist, investiert eher nicht in Mehrfamilienhäuser. Das, so Wulff Aengevelt, Geschäftsführender Gesellschafter des Immobiliendienstleisters, sei auf dem Dresdner Immobilienmarkt durchaus zu beobachten: „Dresden ist eine Wachstumsregion. Wir brauchen dringend eine Angebotserhöhung. Die Bautätigkeit ist nach wie vor unzureichend.“

303 250 Haushalte würden in Dresden bestehen. Es gebe aber nur einen verfügbaren Bestand von 293 750 Wohnungen. Aengevelt hat ein Defizit von 9500 Wohnungen errechnet und sieht wenig Aussichten für eine Reparatur.

Bis 2030 kommen den Bevölkerungsprognosen zufolge 19 000 neue Haushalte dazu. „Der Gesamtneubaubedarf liegt bei 4000 Wohneinheiten pro Jahr“, stellte Aengevelt nüchtern fest. 2017 kamen aber nur 2601 neue Wohnungen auf den Markt und im vergangenen Jahr 2906, für dieses Jahr sollen es 3500 Wohnungen werden, doch danach geht es – gemessen an der Zahl der Baugenehmigungen – schon wieder bergab.

9500 Wohnungen fehlen aktuell in Dresden. Die Neubautautätigkeit ist zu gering. Quelle: Grafik: Chiara Aengevelt

„Die Politiker auf allen Ebenen arbeiten sich an Nebenthemen ab, die nicht eine neue Wohnung schaffen. Es gibt nur eine Lösung: Wohnungsbau“, so der Manager, der strukturell passende Angebote fordert: Dresden als Universitätsstadt brauche Studentenwohnungen, barrierefreie Wohnungen, Familienwohnungen, aber auch Singlewohnungen für die Pendler.

„Was knapp ist, treibt die Preise“, meint Aengevelt und verbreitet wenig Hoffnung auf stabile Mieten. „Das Niveau wird weiter steigen.“ Wobei der Anstieg in Dresden Moderat sei. Von 2013 bis 2018 seien die durchschnittlichen Angebotsmieten von 6,25 Euro pro Quadratmeter auf 7,02 Euro um 12 Prozent gestiegen. Kein Vergleich zu Berlin oder München mit dramatischen Werten.

Obwohl 2018 nur 20 Häuser mehr verkauft wurden als 2017, hat sich der Umsatz mehr als verdoppelt. Ursache sind die gestiegenen Preise. Quelle: Grafik: Chiara Aengevelt

Büromarkt

Der Flächenumsatz ist stabil, der Leerstand überschaubar. 2,5 Millionen Quadratmeter Bürofläche sind in Dresden verfügbar, 170 000 stehen leer, das sind 6,8 Prozent. In Metropolen wie Frankfurt/Main oder Düsseldorf gibt es mit 7,1 und 7,8 Prozent mehr ungenutzte Bürofläche. Zustände wie in Berlin, wo fast 500 000 Quadratmeter fehlen, sind weit weg.

„Wer auf Berlin verzichten kann, zieht nach Dresden. Hier spart er bei exzellenten Bedingungen 20 Euro pro Quadratmeter“, meinte Aengevelt. 34 Euro in der Hauptstadt oder 14 Euro Spitzenmiete an der Elbe, das ist ein starkes Argument für einen Umzug nach Dresden.

Einzelhandelsmarkt

Die Spitzenmieten für Einzelhandelsimmobilien liegen in Dresden bei 115 Euro pro Quadratmeter. Die Höchstwerte waren 2018 leicht rückläufig, obwohl Dresden ein lukrativer Standort ist. Der Einzelhandel erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,54 Milliarden Euro – damit war Dresden der größte Einzelhandelsmarkt in Ostdeutschland.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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