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Lokales In Dresden guckt sich Roboter die Tricks beim Menschen ab
Dresden Lokales In Dresden guckt sich Roboter die Tricks beim Menschen ab
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16:16 02.03.2018
Wandelbots-Chef Gorg Püschel führt in der HTW Dresden vor, wie ein Roboter mit einer Sensorjacke angelernt wird. Quelle: Heiko Weckbrodt
Dresden

Damit auch kleine Unternehmen bei der hochautomatisierten „Industrie 4.0“ mitmachen können, hat die Dresdner TU-Ausgründung „Wandelbots“ ein intuitives Anlernsystem für Roboter entwickelt: Um einem Roboter neue Arbeitsabläufe beizubringen, streift sich ein menschlicher Kollege sensorgespickte Jacken und Handschuhe über. Er macht die gewünschte Arbeit einmal vor. Die Beschleunigungs-Sensoren, Kreis- und Magnetkompasse in der Jacke und im Handschuh erfassen die Bewegungen und leiten sie an einen Computer weiter. Eine Spezialsoftware pflanzt diese vorgeführten Arbeitsabläufe schließlich dem Kollegen aus Stahl ein. Der macht dann in Zukunft das nach, was der Mensch ihm einmal vorgeführt hat.

„Früher brauchten Sie für Experten mit Programmierkenntnissen, um einen Roboter anzulernen“, betonte Wandelbots-Chef Georg Püschel. „Das hat oft noch mal genauso viel gekostet wie die Hardware selbst. Jetzt brauchen sie nur noch unsere Sensorjacke und machen dem Roboter vor, was er zu tun hat.“ Unterm Strich sei das Verfahren etwa zehn bis 20 Mal schneller und deutlich billiger als klassische Anlernmethoden.

Knapp 90 000 Euro hat die Wirtschaftsförderung Dresden für die Mensch-Roboter-Kooperation an der HTW Dresden herausgerückt.

Dieses Konzept hat auch die städtischen Wirtschaftsförderer beeindruckt. Dies sei ein schönes Beispiel für die Innovationskraft der hiesigen Startups, sagte Amtsleiter Robert Franke. „Auf die Art entstehen neue Leuchttürme in Dresden.“ Um diese Entwicklung zu unterstützen, drückte er gestern dem Wandelbots-Chef sowie Professor Dirk Reichelt von der Hochschule für Wirtschaft und Technik (HTW) Dresden einen Scheck über knapp 90 000 Euro in die Hand.

Das Geld stammt aus einem neuen Innovationsfonds, den die Stadt im vergangenen Jahr eingerichtet hat und jährlich mit rund 600 000 Euro speist. Damit können und wollen die Wirtschaftsförderer besonders innovative Projekte unterstützen. Als förderwürdig gelten dabei vor allem Zukunftstechnologie-Felder, mit denen Dresden künftig stärker punkten soll: Die Industrie 4.0 zum Beispiel, aber auch autonomes Fahren, moderne Energiesysteme und neue Materalien. Und dabei stehen wiederum junge Unternehmen wie die im November 2017 von TU-Softwaretechnikern gegründete „Wandelbots GmbH“ im Fokus. „Wir wollen den Technologietransfer beschleunigen und neuen Produkten zur Marktreife verhelfen“, umriss Franke die Zielrichtung dieses neuen wirtschaftspolitischen Instrumentes in Dresden.

Im konkret geförderten Projekt „Kosebot“ wollen die Partner HTW und „Wandelbots“ mit dem städtischen Fördergeld den Einsatz der Roboter-Anlerntechnologie in der „Industrie 4.0“-Testfabrik der HTW erproben. Sie möchten das System insbesondere nutzen, um die kooperative Zusammenarbeit von Mensch und Roboter (Kobotik) zu trainieren. Denn anders als heutige Industrieroboter, die zum Schutz der menschlichen Belegschaft hinter Stahlzäunen und Lichtschranken arbeiten, sollen die „Kollaborativen Roboter“ von morgen mit ihren menschlichen Kollegen Hand in Hand arbeiten, sich auch frei im Raum bewegen können – dürfen dabei aber natürlich keinen Menschen verletzen.

Das Interesse auch aus der regionalen Wirtschaft an solchen Zukunftstechnologien sei groß, unterstrich Prof. Reichelt. Bereits jetzt seien die Weiterbildungen in der „Industrie 4.0“-Fabrik der HTW durch sächsische Mittelständler und Großunternehmen bis zum Mai 2018 ausgebucht. „Da ist der kollaborative Ansatz von Kosebot eine gute Ergänzung.“

Mehr Infos im Netz: wandelbots.com, tinyurl.com/ycdml3fy

Von Heiko Weckbrodt

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