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In Dresden gibt es 900 Schüler mehr als vor einem Jahr

Schuljahresstart In Dresden gibt es 900 Schüler mehr als vor einem Jahr

Am Montag beginnt die Schule. DNN fragten bei der Bildungsagentur und Dresdner Schulleitern nach, wie sie die Schulen gerüstet sehen für das neue Schuljahr.

DNN fragten bei der Bildungsagnetur und Dresdner Schulleitern nach, wie sie die Schulen gerüstet sehen für das neue Schuljahr.

Quelle: dpa

Dresden. Sie sind wie jedes Jahr schneller vorbei, als den allermeisten Schülern und Lehrern lieb ist, die sechs Wochen Schulferien. Ab Montag geht es wieder zeitig aus dem Bett. DNN fragten bei der Bildungsagnetur und Dresdner Schulleitern nach, wie sie die Schulen gerüstet sehen für das neue Schuljahr. Während sich die Bildungsagentur noch bedeckt hält, weil nach wie vor Bewerbungen und Absagen von Lehrern eingehen, gaben die meisten Schulleiter an, dass sie ausreichend Lehrer zur Verfügung hätten.

Für wieviele Schüler geht am Montag die Schule wieder los?

Die Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden, plant ihrer Sprecherin Petra Nikolov zufolge mit knapp 43 963 Schülern. Darunter befinden sich 4886 Schulanfänger. Das sind 962 Schüler mehr als im vergangenen Schuljahr.

Wie ist der Unterricht in den einzelnen Schularten abgesichert?

„Täglich gehen Bewerbungen von Lehrern, aber auch Absagen ein“, erklärt Petra Nikolov. Es komme daher zu ständigen Änderungen bei der Absicherung des Unterrichts. Das gelte für alle Schularten. „Für die Regionalstelle Dresden bestand ein Bedarf von 386 Vollzeitlehrerstellen, realisiert wurden 401 Vollzeitlehrerstellen“, teilt die Sprecherin weiter mit. Zehn weitere Angebote seien unterbreitet worden, eine Entscheidung dieser Bewerber stehe noch aus. Das Einstellungsverfahren sei noch nicht abgeschlossen.

Wie sehen Dresdens Schulleiter die Situation?

Eine kleine Umfrage ergab, dass fast alle zufrieden sind. „Was die Lehrer angeht, sind wir gut versorgt“, sagt etwa Uwe Hempel, Leiter des Förderzentrums Sprache an der Fischhausstraße. Was ihm allerdings die Sorgenfalten auf die Stirn treibt, sind die fehlenden neuen Schulbücher. Er habe Mathe-, Deutsch- und Heimatkundebücher im Wert von immerhin 6000 Euro bestellt. „Wenn alles klappt, bekommen wir die Bücher Mitte August“, sagt er. Wie berichtet waren die Ausschreibungen für die Buchhandlungen erstmals komplett über ein elektronisches Vergabesystem vorgenommen worden. Weil weder die Buchhandlungen noch die Schulen mit dem System vertraut gewesen sind, kam es schlussendlich zu den Verzögerungen.

Susanne Petschke, Leiterin des Förderzentrums für Körperbehinderte, erklärt, dass der Unterricht für die Kinder im Förderzentrum selbst zwar gesichert sei, es aber deshalb so gut wie keine Stunden mehr für die Begleitung der Integrationsschüler an den Grund- und Oberschulen sowie Gymnasien gibt.

Ulrich Simon, Leiter der 64. Oberschule, hat fürs Erste genügend Lehrer. „Es darf nur niemand krank werden – besonders nicht in den naturwissenschaftlichen Fächern“, fügt er hinzu. Einige wenige Stundenkürzungen dürften seine fünf Seiteneinsteiger zur Folge haben, die noch an der TU geschult werden müssen. Wenn sie erst da seien, würden sie überall eingesetzt, nur noch nicht in den 10. Klassen. Das Kriterium der Wahrheit sei die Praxis, meint Simon mit Blick auf die Unterrichtsqualität. „Erst wenn wir die Seiteneinsteiger im Unterricht sehen, können wir sagen, ob das was wird oder nicht“, sagt er.

Frank Haubitz, Chef des sächsischen Philologenverbandes und Leiter des Gymnasiums Klotzsche, sieht vor allem zwei Probleme auf die Schulen zukommen: Viele Grund- und Oberschulen hätten Seiteneinsteiger bekommen, die aber nur auf dem Papier stehen. „Sie bekommen ein viertel Jahr lang an der TU Dresden eine Schnellbesohlung in Sachen Methodik und Fachdidaktik, sind also in dieser Zeit nicht wirklich einsetzbar“, kritisiert er. Zweites Problem: Das Maßnahmepaket der Regierung, das junge Lehrer in Sachsen halten helfen soll, greife zwar so langsam. „Nun müssten wir eigentlich einen Beschleuniger hineinwerfen – die Verbeamtung“, glaubt er. Denn dann könnte Sachsen tatsächlich alle Referendare abgreifen, die hier fertig werden. Sachsen und Berlin seien die einzigen Länder, die ihre Lehrer nicht verbeamten.

Wieviele Seiteneinsteiger gibt es insgesamt an Dresdens Schulen?

Hier liegen nach Informationen von Sprecherin Nikolov nur Zahlen für den gesamten Regionalstellenbereich vor, zu dem auch die Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge gehören. 202 Seiteneinsteiger sind eingestellt worden – 100 an den Grundschulen, 88 an den Oberschulen, sieben an Förderschulen, sechs an BSZ und niemand am Gymnasium.

Wieviele Einstellungen gab es insgesamt?

An den Grundschulen sind insgesamt 152 Lehrkräfte eingestellt worden. Das bedeutet, dass zwei von drei neuen Grundschullehrern Seiteneinsteiger sind. Auf zwei Zusagen wartet die Bildungsagentur noch. 62 neue Lehrer, die tatsächlich Lehramt studiert haben, bekommen die Oberschulen – auch hier deutlich weniger, als Seiteneinsteiger mangels Bewerbern eingestellt wurden. 42 neue Lehrer fangen an den Gymnasien an, 32 an den BSZ, 26 an den Förderschulen. Bei den Gymnasiallehrern stehen noch acht Zusagen aus.

Bedingt durch die neue Regelung der Bildungsempfehlung dürfen Grundschüler ans Gymnasium wechseln, obwohl sie eine Empfehlung für die Oberschule erhalten haben. Wie ist die Situation in Dresden?

Nach Angaben von Petra Nikolov haben 87 Viertklässler den obligatorischen Test absolviert, der für Schüler ohne Bildungsempfehlung vorgeschrieben ist. 64 von ihnen wurde anschließend nahegelegt, zur Oberschule zu gehen? 78 Kinder versuchen es dennoch am Gymnasium. Macht drei extra Klassen.

Von Katrin Richter

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