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Lokales In Dresden-Laubegast beginnt das Aufräumen - Inselfest 2013 ist abgesagt
Dresden Lokales In Dresden-Laubegast beginnt das Aufräumen - Inselfest 2013 ist abgesagt
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17:57 09.09.2015
Hochwasser in Dresden-Laubegast: "Fließend kaltes Wasser", wie die Fassade der Gaststätte "Zum Gerücht" verheißt, gibt es dort derzeit genug. Quelle: Stefan Schramm
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Ganz anders sieht es in der Mitte der "Insel" aus, die wie 2002 völlig trocken blieb.

Bis zum Freitagabend waren Fünftonner-Lastkraftwagen der Bundesswehr die einzige Möglichkeit, ohne Boot nach Laubegast zu kommen. Stündlich nützen Hunderte diesen Service - zum Leidwesen der Bundeswehr-Soldaten. Denn neben Anwohnern nutzten auch viele Fluttouristen den "Shuttle-Service" zwischen Laubegast und dem "Festland".

Das Gebiet um den Dorfkern Altlaubegast ist von der Flut stark betroffen. Dort stehen fast alle Häuser im Wasser. Betroffen ist auch die Gaststätte "Zum Gerücht", deren Erdgeschoss von der Elbe unter Wasser gesetzt wurde. Inhaber Thomas Böhme möchte dennoch schon bald wieder öffnen. "Zum Glück ist das Wasser längst nicht so hoch wie 2002 gestiegen, außerdem konnten wir vorher große Teile der Einrichtung in Sicherheit bringen", sagt er. Inselfest-Organisator Falk Altmann, der sich in kurzer Hose und Sandaletten durch das tiefe Wasser bis "Zum Gerücht" vorgekämpft hat, kündigt an: "Aus Respekt vor den vielen Flutbetroffenen fällt das 11. Laubegaster Inselfest um den 10. August aus. Stattdessen wollen wir am gleichen Wochenende eine Fluthelfer-Party veranstalten."

Eine Ecke weiter, an der Klausenburger Straße, hat Thomas Kallusch zum zweiten Mal nach 2002 einen Großteil seiner Wohnungseinrichtung eingebüßt. "Zu zweit haben wir ein paar Möbel gerettet, aber die schweren Schränke ließen sich einfach nicht machen", sagt er. Während seine kleinen Kinder warten, legt er gerade eine Stromleitung über eine im tiefen Wasser stehende Hecke und berichtet: "Wir hatten einen halben Meter Wasser im Erdgeschoss, müssen alles rausreißen. Das dauert wieder ein halbes Jahr, bis alles fertig ist."

Schon jetzt blickt er voller Sorge auf die Fluthilfe des Bundes voraus: "Die gute Frau Bundeskanzlerin hat in ihrer Ansprache doch wieder genau den gleichen Zettel vorgelesen wie 2002. Danach haben manche Betroffenen noch bis 2004 auf die Gelder gewartet. Von wegen schnelle, unbürokratische Zahlungen!", schimpft er.

Glimpflich davongekommen ist Stephan Wunderlich, Chef der Elbterrasse Laubegast am östlichen Ende des Stadtteils. Sein Restaurant blieb diesmal trocken. "Es hätten aber keine zwei Zentimeter mehr sein dürfen, dann wäre wieder alles vollgelaufen", so Wunderlich, dessen Biergarten allerdings auch am Freitag noch weit unter Wasser steht. Bereits am Sonnabend will er das Restaurant jedoch zumindest erst mal provisorisch öffnen. Ein Satz, sagt Wunderlich, müsse unbedingt gesagt werden: "Ich danke den etwa zehn Helfern, die uns hier prima unterstützt haben!"

An der Gasteiner Straße hat Familie Wohllebe nur mit Wasser im Keller zu kämpfen. "Bei uns nehmen es die Leute gelassen", sagt Klaus Wohllebe, "denn hier ist es nicht so schlimm." Nur 20 Zentimeter Wasser stehen im Keller. Auspumpen müssen die Mieter ihn selber. Die Mitarbeiter der zuständigen Wohnungsgenossenschaft Aufbau, die mit vielen weiteren Gebäuden betroffen ist, sind schlicht überlastet.

In den nahen Kleingärten im alten Elbarm um Laubegast steht das Wasser teils noch zwei Meter hoch. Wann dort wieder Normalität einkehrt, ist noch nicht abzusehen.

Stefan Schramm / sl

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