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Lokales In Dresden-Friedrichstadt entsteht Zeltstadt für Asylbewerber: Landesdirektion will 1100 Flüchtlinge unterbringen
Dresden Lokales In Dresden-Friedrichstadt entsteht Zeltstadt für Asylbewerber: Landesdirektion will 1100 Flüchtlinge unterbringen
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19:39 09.09.2015
Quelle: Hauke Heuer

Bei dem Standort handelt es sich um eine Brachfläche mitten in einem von Autohandel geprägten Gewerbestandort. Die Anlieger sollten am Donnerstagabend mit Handzetteln informiert werden.Behördensprecher Holm Felber begründet den Schritt damit, dass die Kapazitäten der Erstaufnahmeeinrichtungen im Freistaat vollständig erschöpft sind. Dies mache die „Erweiterung der Notunterbringung erforderlich“. Allein für das bevorstehende Wochenende würden wieder mehr als 1000 neue Asylbewerber erwartet.

Im gesamten ersten Halbjahr, so Felber, habe der Freistaat insgesamt 10.500 Asylsuchende aufgenommen – zum Vergleich: In den ersten sechs Monaten des Vorjahres seien es 3800 gewesen. Gegenwärtig kämen täglich zwischen 200 und 300 Asylbewerber neu in Sachsen an.Den Aufbau der Zelte sowie der notwendigen Infrastruktur an der Bremer Straße sollen das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und das Technische Hilfswerk (THW) realisieren. Außerdem bereite man die „soziale und medizinische Betreuung, den Wachdienst sowie die Verpflegung“ vor. Betreiber der Asylnotunterkunft ist das DRK, das bereits die Zelte auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz betreut.

Michael Schmelich, sozialpolitischer Sprecher der Grünen im Stadtrat, bezeichnete die Informationspolitik des Freistaats als „skandalös“. „Das ist ein Kommunikationsgau. Es war vereinbart worden, dass die Stadt frühzeitig informiert wird“, erklärte er. Der Freistaat schaffe vollendete Tatsachen und lasse die Kommunen im Regen stehen. Die Unterbringung in Zelten sei die denkbar schlechteste Form. „Schuld daran hat der Freistaat, der den Bau einer Erstaufnahmeeinrichtung an der Stauffenbergallee aus meiner Sicht grundlos verzögert“, so Schmelich.

Vincent Drews, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, bezeichnete die Entscheidung der Landesdirektion für eine Zeltstadt als „aus fachlicher Sicht ärgerlich“. Dresden stehe vor der Aufgabe, die der Stadt zugewiesenen Flüchtlinge ordentlich unterzubringen. „Aber wir haben nur darauf Einfluss und nicht auf das, was der Freistaat gerade macht.“

tbh/bast

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