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Lokales Immunschwäche-Ambulanz am Uniklinikum Dresden erhält AIDS-Ehrenmedaille
Dresden Lokales Immunschwäche-Ambulanz am Uniklinikum Dresden erhält AIDS-Ehrenmedaille
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10:56 02.12.2015
Im Behandlungszimmer der Immunschwäche-Ambulanz werden neben Kanülen auch AIDS-Schleifen und Kondome verwahrt. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Seit 1993 betreut und behandelt die Immunschwäche-Ambulanz der Klinik für Dermatologie am Dresdner Uniklinikum Menschen mit HIV/AIDS. Für seine Leistungen auf dem Gebiet der Prävention erhielt das Team die Sächsische AIDS-Ehrenmedaille. Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU) überreichte die Ehrung, die seit 2006 vergeben wird, im Rahmen eines Festaktes im Hygiene-Museum.

Eine Verschnaufpause für die beiden Medizinerinnen. Denn an Patienten mangelt es in der Immunschwäche-Ambulanz nicht. Im Gegenteil. Seit Beginn der 2000er Jahre steigt die Zahl derer, die sich mit dem HIV-Virus infizieren, kontinuierlich. Wurden in Sachsen im Jahr 2013 noch 119 neue Diagnosen gestellt, waren es im vergangenen Jahr bereits 147. Jährlich zählt das Robert-Koch-Institut rund 3200 Neuinfektionen in Deutschland.

Und so steigt auch die Zahl der Patienten, die an fünf Tagen in der Woche in der Immunschwäche-Ambulanz beraten und behandelt werden. 348 waren es in diesem Jahr bisher. "Es wird zunehmend eng", sagt die Leiterin Dr. Petra Spornraft-Ragaller. Als Grund für den Zuwachs gibt sie einen eigentlich sehr positiven Umstand an: "Seit 1996 gibt es ein wirksames Medikament, mit dem man den HIV-Virus therapieren kann. Wir selbst behandeln eine Patientin, die seit 1997 erfolgreich das Medikament einnimmt. In den Jahren danach stieg die Zahl der Diagnosen." Heißt im Klartext: Sobald HIV/AIDS den Schrecken eines nahen Todes verloren hatte, stieg die Risikobereitschaft.

Tatsächlich ist das Virus mittlerweile sehr gut behandelbar. Mit nur einer Tablette, die drei Wirkstoffe vereint, haben die Erkrankten praktisch die gleiche Lebenserwartung wie gesunde Menschen. "Die Therapie ist sehr komfortabel geworden und nicht mehr vergleichbar mit den Möglichkeiten in den 80er Jahren", erklärt Dr. Spornraft-Ragaller. 94 Prozent der Patienten, die in der Immunschwäche-Ambulanz behandelt werden, erhalten das Medikament. Der restliche Prozentsatz ist in einem solch frühen Stadium, dass eine Therapie noch nicht notwendig ist.

Ein normales Leben ist bei frühzeitiger Behandlung auch trotz der Erkrankung möglich, sagt die Ambulanz-Leiterin. Die Nebenwirkungen der Medikamente sind gering. Die Viruslast im Blut sinkt dabei sogar unter die Nachweisgrenze, so dass eine Ansteckung anderer nicht mehr möglich ist. Selbst Schwangerschaften sind dann kein Tabuthema mehr, sieben Paare mit Kinderwunsch hat die Ambulanz in diesem Jahr betreut.

Allerdings: Ohne Behandlung führt HIV/AIDS noch zum Tod. Drei Menschen, die sich bei Dr. Spornraft-Ragaller und ihrer Kollegin vorgestellt haben, sind in diesem Jahr verstorben. Darunter ein Patient, der eine Therapie abgelehnt hat. Umso wichtiger sei es, über die Erkrankung - selbst wenn man sich im Laufe der Zeit daran gewöhnt habe - zu informieren und Diagnosen früh zu stellen. "Auch Hausärzte sollten für dieses Thema sensibilisiert werden und lieber einen Test zu viel als zu wenig machen", so die Ambulanz-Leiterin.

Christin Grödel

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