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Lokales Immobilienstudie: Mieten ist in Dresden günstiger als Kaufen
Dresden Lokales Immobilienstudie: Mieten ist in Dresden günstiger als Kaufen
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14:36 28.02.2018
Wohnungsbau wie hier in der Gartenstadt in Striesen lohnt sich.  Quelle: Jürgen-M. Schulter
Dresden

Dresden weist für Investitionen in Wohnimmobilien die attraktivsten Rahmenbedingungen in ganz Ostdeutschland auf. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Immobiliendienstleisters Dr. Lübke & Kelber, in der das Unternehmen die Konditionen in 17 Städten untersucht hat. In der Landeshauptstadt können Investoren eine Rendite erzielen, die deutlich über den Mindestrenditen liegt, die das Standortrisiko berücksichten.

„Eine Immobilienblase sehen wir noch nicht“, erklärte Oliver Münzberg, Regionalleiter Dresden von Dr. Lübke & Kelber, gegenüber DNN. „Aber der Markt hat eine ganz andere Dynamik als noch vor fünf oder zehn Jahren.“ Die Immobilienpreise seien in Dresden in dieser Zeit sprunghaft gestiegen. Diese extremen Spitzen werde es die nächsten Jahre nicht mehr geben, sagt der Regionalleiter voraus. „Der Markt wird sich beruhigen.“ Das gelte auch für die Mieten. „Wir gehen zwar von Mietsteigerungen aus, die aber moderat ausfallen werden. Derartige Sprünge wie in den vergangenen Jahren sind aber nicht mehr zu erwarten.“

Mieten ist in Dresden günstiger als Kaufen

Die Kaufpreise vor allem für Erstverkäufe seien in Dresden inzwischen den Mieten davongelaufen, so dass es gegenwärtig günstiger sei, zur Miete zu wohnen als eine Wohnung zu kaufen. Die monatlichen Kosten für die Finanzierung einer Eigentumswohnung würden die Mietkosten im Neubau deutlich übersteigen. „Die Kaufpreise sind teilweise so hoch, dass man sich schon fragt, wer das noch bezahlen kann“, erklärte Münzberg und verwies darauf, dass das Alter der Erstkäufer in Dresden immer weiter ansteige. „Viele junge, gut ausgebildete Menschen können sich Wohneigentum kaum noch leisten.“

Da Dresden nach wie vor ein Bevölkerungswachstum verzeichnet, sei der Druck auf den Mietmarkt enorm. Die Neubaumieten seien allerdings auf einem Niveau angekommen, das sich ein Großteil der Bevölkerung nicht mehr leisten könne. Nach aktuellen Studien seien nur zehn Prozent der deutschen Mieterhaushalte in der Lage, Nettokaltmieten von 13 Euro oder mehr zu bezahlen. „Wir sind auch in Dresden bei Preisen angekommen, die teilweise bereits am Bedarf vorbeigehen. Da ist es gut möglich, dass einige Neubauprojekte nicht zu den erwarteten Preisen vermietet werden können.“

Dresden sei nach wie vor ein sehr attraktiver Markt für Investitionen in Immobilien, Interessenten sollten aber genau hinschauen, rät Münzberg. Für die positive Entwicklung in der Landeshauptstadt macht der Regionalleiter Nachholeeffekte verantwortlich. „Dresden stand viele Jahre lang nicht so im Fokus. Das hat sich jetzt geändert.“ Auch das Umland profitiere vom boomenden Immobilienmarkt in der Landeshauptstadt. Dort sagt Dr. Lübke & Kelber eine stabile Entwicklung voraus.

Experten sehen keine Immobilienblase

Anzeichen, dass der Markt kippen könnte, sieht der Immobiliendienstleister nicht. Das Zinsniveau werde weiter niedrig bleiben, die deutsche Wirtschaft sei sehr robust. Der Brexit werde eher für Großbritannien als für die Eurozone negative Folgen haben, glaubt Münzberg. Lediglich Regulierungsvorhaben auf politischer Seite könnten den Immobilienmarkt bremsen, etwa eine Ausweitung der Mietpreisbremse oder andere Eingriffe.

Angesichts der Entwicklung werde ein Versäumnis der Politik deutlich: Der soziale Wohnungsbau sei zu lange stiefmütterlich behandelt worden. „Da muss der Hebel ganz schnell umgelegt werden“, so Münzberg, „der Bedarf ist da, aber es werden zu wenig Sozialwohnungen gebaut.“ Menschen, die auf günstige Mieten angewiesen seien, hätten im politischen Raum keine Lobby. So sei bei den Sondierungsgesprächen für eine „Jamaika-Koalition“ viel über die Förderung von Wohneigentum gesprochen worden, über sozialen Wohnungsbau aber nur wenig.

Die von der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft „Wohnen in Dresden“ geplanten 801 Wohnungen seien nur ein Tropfen auf den heißen Stein, die sofort vom Markt absorbiert würden, erklärte der Regionalleiter. Die derzeitigen Förderprogramme für den sozialen Wohnungsbau seien für Investoren unattraktiv. „Vielleicht sollte man über eine Subjektförderung nachdenken und die Miete, die der bedürftige Mieter zahlt, deckeln. Den Fehlbetrag könnte dann die öffentliche Hand decken“, schlägt Münzberg vor.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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