Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Immobilienfirma sieht riesigen Bedarf an Wohnungen in Dresden

Stadtentwicklung Immobilienfirma sieht riesigen Bedarf an Wohnungen in Dresden

Der Dresdner Wohnungsmarkt ist angespannt. Mit dem prognostizierten Bevölkerungswachstum wird sich diese Situation noch verschärfen. Der Immobiliendienstleister Aengevelt hat jetzt Prognosen für den Wohnungsbedarf vorgelegt.

Die Grafik zeigt die Bautätigkeit in den letzten zehn Jahren.
 

Quelle: Aengevelt

Dresden.  In Dresden besteht nach Ansicht des Immobiliendienstleisters Aengevelt ein Neubaubedarf von mehr als 52000 Wohnungen bis zum Jahr 2030. Der erklärte Frank Korablin von Aengevelt-Research am Freitag. Ausgangspunkt seiner Berechnungen ist die Bevölkerungsprognose der Freistaat, wonach die Einwohnerzahl in Dresden bis 2030 auf rund 592000 steigen könnte. Ende 2016 hatte die Landeshauptstadt 552000 Einwohner.

Der prognostizierte Wohnungsbedarf setzt sich aus drei Komponenten zusammen. Nach Korablins Zahlen gab es 2016 in Dresden 301800 Wohnungen, aber aufgrund der Zahl der Haushalt zuzüglich einer Fluktuationsreserve von drei Prozent einen Bedarf von 308100 Wohnungen. Daraus errechne sich eine Nachholbedarf von 6200 Wohnungen. Unter der Brücke schlafen muss deshalb noch niemand, weil in die Statistik beispielsweise auch Studenten einfließen, die in WG wohnen. Dadurch belegen mehrere Haushalte eine Wohnung. „Der Wohnungsmarkt ist bei solchen Zahlen aber angespannt“, erklärte Korablin auf DNN-Anfrage.

Für den Neubaubedarf kalkuliert das Unternehmen mit einer weiter steigenden Zahl der Single-Haushalte. Die durchschnittliche Haushaltsgröße in Dresden werde damit von 1,79 Einwohnern auf 1,74 Einwohner pro Haushalt sinken. Damit werde die Haushaltszahl bis 2030 auf 340 500 steigen und der Wohnungsbedarf um 32400 Wohnungen. Schließlich sei noch ein Ersatzbedarf für Wohnungen einzubeziehen, die aus wirtschaftlichen Gründen, wegen Umnutzung oder Umbau wegfallen würden. Dafür setze Korablin 0,3 Prozent der Gesamtbestandes als jährlichen Verlust an – 13600 Wohnungen müssten daher bis 2030 ersetzt werden. Insgesamt ergebe sich aus den drei Posten ein Gesamtbedarf von 52200 Wohnungen. Um rein zahlenmäßig eine bedarfsgerechte Wohnungsversorgung zu gewährleisten, müssten bis zum Jahr 2030 im Mittel rund 3700 Wohnungen jährlich gebaut werden. In den Jahren 2012 bis 2016 lag der Durchschnitt bei 1400 fertiggestellten Wohnungen, auch das war schon eine Verdopplung der Zahlen aus dem Zeitraum 2000 bis 2011.

Bisherige Bauleistung bleibt hinter prognostiziertem Bedarf zurück

Der Immobiliendienstleister operiert bei der Bevölkerungsprognose zwar mit etwas höheren Zahlen als die Stadt. Die Bedarfsprognose liegt jedoch im Trend anderer Untersuchungen. So hatte das Institut der Deutschen Wirtschaft (Köln) schon 2015 prognostiziert, dass in Dresden zwischen 2015 und 2020 ein jährlicher Baubedarf von durchschnittlich 3139 Wohnungen und zwischen 2015 und 2030 ein jährlicher Bedarf von 2759 Wohnungen bestehe. Deutlich mehr als in Leipzig beispielsweise, wo die Werte für die beiden Zeiträume bei 1436 beziehungsweise 1146 Wohnungen liegen.

Nun gibt es schon jetzt in der Stadt eine starke Flächen-Konkurrenz zwischen dem Bedarf für Wohnungen, Gewerbe oder Wissenschaft. Zudem kann niemand sagen, wie sich die weitere Bevölkerungsentwicklung tatsächlich vollziehen wird. Fakt ist: Mit reichlich 2500 fertiggestellten Wohnungen ist Dresden 2016 unter beiden Bedarfs-Prognosen geblieben. Aengevelt empfiehlt deshalb die rechtzeitige Ausweisung von geeignetem Wohnbauland und die zügige Umsetzung von Projekten. Die Umwandlung bislang nicht nutzbarer Flächen, die für die Eigentümer lukrativ sein kann, ließe sich mit Auflagen zum Wohnungsbau verbinden. Neue Wohnungen außerhalb der Innenstadt-Lagen könnten zudem auch für eine Preisbalance in der Stadt sorgen. Untersuchungen haben in der letzten Zeit gezeigt, dass sich die hochpreisigen Angebote in zentralen Stadtgebieten gegenwärtig immer weiter von den Preisvorstellungen potenzieller Interessenten entfernen.

Von Ingolf Pleil

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
17.11.2017 - 19:37 Uhr

Die neue Dresdner Hallenmeisterschaften dauern bis zum 10. Februar. Dann soll der neue Champion ermittelt sein.

mehr
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.