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Immer weniger Stromabschaltungen in Dresden

Gute Zahlungsmoral Immer weniger Stromabschaltungen in Dresden

Entgegen dem bundesdeutschen Trend gibt es in der Landeshauptstadt immer weniger Stromabschaltungen, sogenannte Stromsperren. Die verhängt der Netzbetreiber, wenn Kunden in Zahlungsrückstand geraten. Laut Drewag gab es im vergangenen Jahr knapp 1900 Abschaltungen.

Symbolbild.

Quelle: dpa

Dresden. Entgegen dem bundesdeutschen Trend gibt es in der Landeshauptstadt immer weniger Stromabschaltungen, sogenannte Stromsperren. Die verhängt der Netzbetreiber, wenn Kunden in Zahlungsrückstand geraten. Laut Drewag gab es im vergangenen Jahr knapp 1900 Abschaltungen, das waren mehr als 700 weniger als noch 2013. Dresden liegt mit dieser Zahl auch weit unter dem Bundesdurchschnitt.

„Die Sperrzahlen sinken nach wie vor, auch durch die präventive Arbeit des Forderungsmanagement und die gute Zusammenarbeit mit den Leistungsträgern sowie durch staatliche Hilfen“, erklärt Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann. Die Zahlen bestätigen das. Die Zahl der durch die Drewag ausgesprochenen Mahnungen (etwa 120 000 pro Jahr) und Sperrankündigungen (etwa 21 000 pro Jahr) ist seit 2013 stabil geblieben, während die Stromsperren kontinuierlich sinken.

Zum Vergleich: in Leipzig gab es im vergangenen Jahr mit 4377 Stromabschaltungen mehr als doppelt so viele wie in der Landeshauptstadt. „Natürlich muss man auch berücksichtigen, dass einige Kunden mehrfach pro Jahr gesperrt werden“, so Ostmann. Bei den Sperrvorgaben hält sich die Drewag an die viel kritisierte aber im Gesetz festgeschriebene Grundversorgungsordung, wonach eine Stromsperre bereits ab einem Zahlungsrückstand von 100 Euro verhängt werden darf.

„Niemand kann davon ausgehen, dass Menschen freiwillig eine Stromabschaltung riskieren. Oft führen Sanktionsmaßnahmen oder der ohnehin viel zu niedrige Hartz-IV-Regelsatz zur Zahlungsunfähigkeit, wegen der die Betroffenen dann in die Steinzeit zurückversetzt werden“, sagte die sozialpolitische Sprecherin der Linken-Landtagsfraktion Susanne Schaper.

Und laut den Zahlen der Drewag sitzen auch in Dresden trotz geringer Abschaltzahlen jede Menge Menschen über einen Monat lang im Dunkeln. So würden 40 Prozent der Abschaltungen in den folgenden Tagen wieder zugeschaltet, elf Prozent seien es nach einer Woche bis einem Monat, so Ostmann. Zusätzlich würden Mitarbeiter der Drewag zwischen Kunden und Ämtern vermitteln und auch entsprechende Ratenzahlungen für sozial Schwache anbieten. Weiterhin gebe es laut Drewag auch Ausnahmeentscheidungen in besonderen Härtefällen.

Kritikpunkt der Gegner von Stromsperren ist vor allem die Entwicklung des Strompreises, der sich in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt hat. 2017 erreichte der durchschnittliche Preis bundesweit erstmals die 30-Cent-Marke. Die Dreweg liegt mit einem Durchschnittspreis von etwa 26,5 Cent noch deutlich darunter. Bundesweit wurden 2016 etwa 330 000 Haushalten der Strom abgeschaltet.

Wie die Drewag mitteilte sind bis einschließlich 30. September in Dresden für dieses Jahr 1450 Stromabschaltungen durchgeführt worden . Für externe Stromlieferanten führte die Drewag Netz zusätzlich 54 Sperrungen in diesem Jahr durch.

Von Sebastian Burkhardt

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