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Lokales Im Vorfrühling gegen Kräuselkrankheit spritzen
Dresden Lokales Im Vorfrühling gegen Kräuselkrankheit spritzen
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12:31 11.03.2018
Wenn die Knospen am Pfirsichbaum anschwellen und sich bei über 5 Grad Plus die Knospenschuppen öffnen, wird es Zeit, gegen die Kräuselkrankheit zu spritzen. Quelle: Volker Croy
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Dresden

Auch wenn die winterlichen Temperaturen gegenwärtig nicht in den Garten locken – einiges können und sollten Gartenbesitzer jetzt schon tun. Zum Beispiel Obstgehölze wie Pfirsich und Nektarine gegen die Kräuselkrankheit spritzen, empfiehlt der Dresdner Gartenexperte Volker Croy.

Denn wenn sich im Frühling bzw. Frühsommer die frisch ausgetriebenen Blätter kräuseln, blasenartige Ausstülpungen bekommen und weißlich-grün, fleischfarben bis karminrot verfärben, ist es für dieses Jahr zu spät.

Krankheit schwächt Obstgehölz

Auslöser der Kräuselkrankheit ist ein Schlauchpilz. Die befallenen Blätter trocknen ein und fallen ab. Meist bringen die Gehölze dann im Juni/Juli noch einen neuen, gesunden Austrieb, sind aber sehr geschwächt. Auch bei der Ernte muss man Abstriche machen.

Gartenexperte Volker Croy. Quelle: Dietrich Flechtner (Archiv)

Wenn die Knospen schwellen und sich deren Knospenschuppen öffnen, ist die richtige Zeit, ein Pflanzenschutzmittel zu spritzen. „Die Knospenschuppen öffnen sich besonders weit bei Temperaturen um 10 Grad Celsius“, weiß Croy. „Sobald die Temperatur am Tag über 5 Grad steigt, kann man spritzen, und zwar mit einem handelsüblichen systemischen Pflanzenschutzmittel gegen Pilze (Fungizid) oder mit Kupferkalk.“

Spritzmittel selbst herstellen

Ebenso seien Mittel auf Kalkmilchbasis geeignet. „Dafür verrührt man Wasser mit Kalk, bis das Gemisch eine milchartige Konsistenz hat. Etwas Seife oder einige Tropfen Spülmittel als Netzmittel hinzugeben, damit das Spritzmittel auch in die kleinen Ritzen gelangt“, erklärt Croy.

Eine weitere Variante wäre, unverdünnten Essig zu spritzen. „An diesen aber keine Seife geben. Die neutralisiert den Essig.“ Keinen Erfolg erzielt man laut Croy bei der Bekämpfung der Kräuselkrankheit mit Fungiziden auf Schwefelbasis. „Auch sollten Essig (sauer) und Kalk (basisch) nicht kombiniert werden, da sie ihre ätzende und somit pilzhemmende Wirkung gegenseitig aufheben.“

Mist in den Frühbeetkasten füllen

Der Gartenexperte macht zudem darauf aufmerksam, dass es jetzt langsam Zeit wird, Mist in den Frühbeetkasten zu füllen und diesen mit einer zehn Zentimeter dicken Schicht normaler Gartenerde abzudecken. „Man sollte dann ein paar Tage warten, bis der Mist die Erde erwärmt hat. Mit Hilfe eines handelsüblichen Thermometers oder eines speziellen Bodenthermometers kann man das überprüfen. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, zu pflanzen oder Samen auszusäen. Optimal geeignet sind Pflücksalat und Kopfsalat.“

Apropos Salat. Feldsalat, der im Spätherbst gepflanzt und im Frühbeet oder draußen überwintert hat, muss jetzt geerntet werden. Denn da die Tage wieder länger werden, beginnt er bald zu blühen. „Feldsalat jetzt neu auszusäen, macht keinen Sinn, da er dann schnell blüht und wenig Blattmasse bringt.“

Feldsalat kann etwas Frost vertragen

„Feldsalat verträgt übrigens mehr Frost als man denkt“, weiß der Gartenbauingenieur und Kleingartenfachberater. „Wer schon mal den Winter über Salat angebaut hat, wird sich über die schlappen Blätter bei Frost geärgert haben.“ Forschungen hätten aber gezeigt, dass nicht allein frostige Temperaturen zu diesem Schlappmachen führen, sondern zusätzliche mechanische Belastungen wie Wind.

Feldsalat im Beet. Quelle: Volker Croy

„Ein entsprechender Versuch in Österreich zeigte, dass Gemüse einfrieren und wieder auftauen konnte, ohne viel Schaden zu nehmen, wenn es in der gefrorenen Zeit keiner mechanischen Belastung ausgesetzt war – also nicht gegossen, berührt oder dem Wind ausgesetzt wurde. Ein Gewächshaus oder das Frühbeet bieten diesen Schutz. Sinkt die Temperatur allerdings unter – 6 Grad Celsius, ist der Salat meist mit und ohne mechanische Beanspruchung hinüber.“

Kasten- oder Hochbeete bauen

Und ein dritter Tipp des Dresdner Gartenexperten. Wer jetzt im Garten schon etwas tun will, könnte schon Kasten- oder Hochbeete bauen. „Aber nicht vergessen, diese Beete unten mit Wühlmausdraht auszustatten“, so Croy. „Da Wühlmäuse auch klettern, sollten die Beete wenigstens einen halben Meter hoch sein. Wer ein Hügelbeet anlegt, sollte auf Holz und Pappe in der untersten Schicht verzichten. Sonst freuen sich die Wühlmäuse über das Nistmaterial bzw. die vorgefertigen Wohnhöhlen.“

Verschiedene Hochbeete im Test im Schaugarten Keils Gut in Wilsdruff Quelle: Catrin Steinbach (Archiv)

Von cat.

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