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Im Trippelschritt zum Dresdner Fernbusbahnhof

Stadträte warten auf Variantenuntersuchung Im Trippelschritt zum Dresdner Fernbusbahnhof

Fernbusse sind eine tolle Alternative, um preisgünstig zu reisen. Doch im Gegensatz zu anderen Städten hat es Dresden noch immer nicht geschafft, einen Zentralen Omnibusbahnhof zu schaffen bzw. den Weg zu bereiten, dass ein solcher gebaut werden kann. Die Stadträte warten ungeduldig.

Die Bayrische Straße wird täglich von vielen Fernbussen angefahren.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Ab 6,90 Euro pro Person von Dresden nach Berlin, ab 19 Euro nach München, ab knapp 40 Euro nach Paris - Fernbusse sind seit ein paar Jahren eine tolle Alternative, um preisgünstig zu reisen. Doch im Gegensatz zu anderen Städten hat es Dresden noch immer nicht geschafft, für Fernbusse einen Zentralen Omnibusbahnhof zu schaffen bzw. den Weg zu bereiten, dass ein solcher gebaut werden kann. Denn die Bayrische Straße an der Südseite des Hauptbahnhofes, die – neben der Hansastraße am Neustädter Bahnhof – vom Gros der Fernbus-Anbieter als Haltestelle genutzt wird, ist für diese große Frequenz nicht ausgelegt.

2015 ordnete die Stadt die Abfahrt- und Ankunftsstellen auf der Bayrischen Straße neu, eine Dauerlösung ist es trotzdem nicht. Da muss endlich eine Lösung her, um die chaotischen Verhältnisse zu beenden. Dieser Ansicht sind auch die Stadträte. Doch wie die Lösung aussehen soll, darüber gibt es keine einheitliche Meinung. Auch innerhalb der Fraktionen ist die Bildung einer solchen noch nicht abgeschlossen.

Die Bayrische Straße in den 1960er, 1970er Jahren

Die Bayrische Straße in den 1960er, 1970er Jahren. Auch damals hielten hier schon Busse. Dieses historische Foto schickte uns DNN-Leser Jürgen Keßler.

Quelle: Jürgen Keßler

Das Problem: Die Stadträte warten ungeduldig auf eine Informationsvorlage der Stadtverwaltung. Denn die hatte schon „im Sommer 2014“, wie Johannes Lichdi, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen weiß, den Auftrag, das Für und Wider verschiedener möglicher Standorte wie Wiener Platz, Neustädter Bahnhof, Flughafen oder auch Elbepark zu untersuchen. „Offensichtlich hat der Amtsvorgänger von Herrn Schmidt-Lamontain nicht wirklich daran gearbeitet“, so Lichdis Eindruck.

„Wenn die Info-Vorlage noch ewig braucht, müssen wir uns eben ohne eine Meinung bilden“, macht Gunter Thiele von der CDU die Ungeduld deutlich. „Bei um die 150 Busabfahrten täglich allein an der Bayrischen Straße, die dafür überhaupt nicht ausgebaut ist – sind das nicht mehr tragbare Zustände. Da ist die Stadt in der Pflicht, eine Lösung anzubieten.“

Jetzt scheint endlich Bewegung in die Sache zu kommen, denn besagte Vorlage „wurde schon am Tisch des Oberbürgermeisters beraten. Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain führt dieser Tage noch ein Gespräch mit Vertretern des Unternehmens Flixbus, um gegebenenfalls zusätzliche Erkenntnisse zu gewinnen. Im Anschluss kann die Vorlage an die Gremien des Stadtrats zur Beratung übergeben werden“, hieß es auf Anfrage der DNN am 6. Februar aus dem Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Bau und Verkehr.

Die SPD plant schon mal für den 16. März eine öffentliche Informationsveranstaltung zu möglichen ZOB-Standorten mit Vertretern der Stadt und Flixbus, wie uns Hendrik Stalmann-Fischer, der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Stadtrat sagte. Die Stadt Dresden sei – wenn man sich Zug- und Busverbindungen anschaue – im Fernverkehr abgehängt. „Da können wir es uns nicht leisten, beim Busfernverkehr nachlässig zu sein“, findet Stalmann-Fischer.

Die Frage ist, wie ein solcher Zentraler Omnibusbahnhof finanziert wird. Möglichkeiten gibt es mehrere. Stefan Vogel von der AfD hält eine Mischfinanzierung durch Stadt, Land und Fernbusanbieter für eine Option. Bei den anderen Fraktionen dominiert die Ansicht, dass ein ZOB kein Zuschussgeschäft für die Stadt werden darf. „Wir stellen gern das Baurecht her, aber die privaten Fernbusbetreiber müssen sich beteiligen“, sagt Tilo Wirtz von den Linken. Johannes Lichdi kann sich vorstellen, dass die Stadt mit der Investition in Vorleistung geht, dass das Geld aber durch die Gebühren, die die Fernbusbetreiber für die Nutzung zahlen, wieder eingespielt wird. Denkbar ist ebenso, dass die Stadt das Grundstück zur Verfügung stellt, ein privater Investor baut und das Ganze dann über Gebühren durch die Fernbusbetreiber refinanziert.

Was den Ort für einen künftigen Busbahnhof betrifft, steht der Wiener Platz besonders im Fokus. Klar, denn hier ist die Anbindung an Bus und Bahn gegeben, der Ort liegt in der Innenstadt. Doch diese Argumente allein reichen zum Beispiel den Grünen nicht. „Wir müssen bei der Wahl des Standortes auch sorgfältig prüfen, ob wir uns mit dem Bau eines Busbahnhofes nicht noch mehr Fernbusse und damit Luftschadstoffe in die Stadt ziehen“, so Lichdi.

Von Catrin Steinbach

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