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Im Juni öffnet erstmals Sommerwirtschaft an der Drachenwiese

Großer Garten Dresden Im Juni öffnet erstmals Sommerwirtschaft an der Drachenwiese

An einem relativ kleinen, bis dato unscheinbaren Häuschen im Großen Garten entsteht gegenwärtig eine neue Sommerwirtschaft. 200 Plätze soll der Biergarten bieten. Die Betreiber, die in Dresden mehrere Restaurants führen, haben noch mehr Pläne.

An diesem Haus entsteht ein Biergarten.

Quelle: Anja Schneider

Dresden. An Einkehrstätten hat der Große Garten in nordöstlicher Richtung nichts zu bieten. Das soll sich ändern. Im Juni öffnet direkt an der Stübelallee – in Höhe der Einmündung Müller-Berset-Straße – eine neue Sommerwirtschaft.

Ralph Krause – einer der beiden Pächter

Ralph Krause – einer der beiden Pächter.

Quelle: Anja Schneider

Pächter des Areals sind die in Dresden gastronomisch sehr aktiven Brüder Ralph und Rastislav Krause. Ihnen gehören das „Blumenau – Café & Bar“ in der Louisenstraße, das Rauschenbach-Deli in der Weißen Gasse, der Burgerladen „Grillkollektiv“ in der Kreuzstraße und das Grandcafé & Restaurant Central am Altmarkt. Außerdem betreiben sie das „L`Art De Vie“ im Societätstheater. Vielen bekannt ist auch noch ihr erstes Projekt: die Szene-Kneipe und Gaststätte „Paul Rackwitz“ im Stadtteil Plauen, die es dort 20 Jahre gab.

„Im Großen Garten wollten wir schon lange was machen. An dem Projekt hier sind wir seit neun Jahren dran“, sagt Ralph Krause und weist auf das Gebäude, in und an dem die Handwerker noch einiges zu tun haben. Das Haus steht unter Denkmalschutz, der Große Garten gehört dem Land Sachsen – da waren viele Wege zu gehen, galt es vieles zu bedenken. Im September 2017 gab es dann die Baugenehmigung.

Das einstige Einnehmerhäuschen hat links einen Anbau für die Küche und Essenausgabe bekommen

Das einstige Einnehmerhäuschen hat links einen Anbau für die Küche und Essenausgabe bekommen.

Quelle: Anja Schneider

Inzwischen ist das Dach neu gedeckt, der Anbau fertig. Gegenwärtig sind die Handwerker im Haus zu Gange. „Jetzt wird das Haus außen verputzt“, so Ralph Krause. Er und sein Bruder wollen im Biergarten 200 Plätze schaffen. Der Raum, der im Haus entsteht, wird 30 Leuten Platz bieten und soll ganzjährig für Feiern vermietet werden.

Zur Straße hin wird noch eine Sandsteinmauer hochgezogen, um die Biergartengäste vom Straßenlärm abzuschirmen. Der Zugang zur Sommerwirtschaft erfolgt von dem kleinen Weg aus, der am Grundstück von der Stübelallee aus in den Großen Garten führt. Im Eingangsbereich sollen Fahrradstellplätze entstehen.

Überblick über die Einkehrstätten im Großen Garten

Überblick über die Einkehrstätten im Großen Garten. Die „Sommerwirtschaft Drachenwiese“ soll im Juni öffnen.

Quelle: Grafik: Eylert

Ihre Gäste wollen die Gebrüder Krause nicht nur mit Bratwurst und Bier bewirten. „Das wäre uns zu wenig. Wir bauen hier eine richtige Küche ein und wollen auch wirklich frisch kochen. Ich habe mir schon unzählige Biergartenkochbücher gekauft“, erzählt Ralph Krause.

Auch sonst haben die Brüder „noch 1000 Ideen“, was sie in ihrer „Sommerwirtschaft Drachenwiese“ – so der vorläufige Name – anbieten könnten. Kochkurse zum Beispiel. Die seien enorm nachgefragt.

Das kleine Häuschen im Großen Garten, das sich jetzt mit dem umliegenden Grundstück in eine Sommerwirtschaft verwandelt, ist um 1800 als Einnehmerhaus erbaut worden. „Hier wurde Zoll für die Waren, die nach Dresden gebracht wurden, eingenommen“, hat sich Ralph Krause kundig gemacht. Mit der Eingemeindung von Gruna nach Dresden am 1. April 1901 verlor das Einnehmerhaus seinen Zweck. Später diente es als Wohnhaus.

Das ehemalige Einnehmerhaus im Großen Garten an der Stübelallee wurde mehrere Jahrzehnte (ca

Das ehemalige Einnehmerhaus im Großen Garten an der Stübelallee wurde mehrere Jahrzehnte (ca. von 1912 bis 1938) von Otto Kluge, einem Gartenmeister des Großen Gartens, und dessen Familie bewohnt. Auf dem Foto: Otto Kluge (Foto Mitte) mit Ehefrau, rechts Tochter Gertrud mit Ehemann, ganz links Sohn Alfred Kluge. Vorn in der Mitte der jüngste Sohn. Die Aufnahme entstand ca. 1929/30, weiß Helga Kluge. Sie ist die Frau des Sohnes von Alfred Kluge.

Quelle: Privatfoto Familie Kluge

„Bei mir haben sich die Nachfahren von Otto Kluge gemeldet. Er war Gartenmeister im Großen Garten und hat hier mit seiner Familie gewohnt“, erzählt der Gastronom. Und zwar etwa von 1912 bis 1938, erfahren wir von Helga Kluge, einer Nachfahrin. In der Fotosammlung der Familie befindet sich sogar noch eine Aufnahme von 1929/30. Sie zeigt den Gartenmeister Otto Kluge mit Frau, Tochter Gertrud und deren Ehemann, Sohn Alfred Kluge und den jüngsten Sohn. Wie das Haus nach 1938 genutzt wurde, konnten die Brüder Krause noch nicht herausfinden. Nur dass es in den zurückliegenden 15 Jahren leer stand und verfiel.

Was noch im Großen Garten passiert

Sanierung der Beleuchtungsanlage im Großen Garten (voraus. Baubeginn 2018, Fertigstellung 2019)

Skulpturenprogamm Parkanlage (2017–2027) zur Restaurierung der noch vorhandenen 22 Sandstein-Bildwerke, 12 Marmorskulpturen und 26 Sandstein-Postamente im Großen Garten

Instandsetzung der Balustraden an der Hauptallee – links und rechts der beiden Skulpturengruppen „Eurytis und Hippodamia“ und „Nessus und Delanira“. Sie begrenzen nordwestlich die Kernzone des Großen Gartens, in deren Zentrum sich das Palais befindet. Störende Wurzeln unterhalb der Balustraden sollen gekappt werden – ohne dass der bzw. die Bäume Schaden nehmen. Vierungen und Verankerungen müssen entsalzt, konserviert, restauriert und ergänzt werden. Evtl. werden Balustraden abgebaut, Fundamente erneuert und die Balustraden neu aufgebaut. Beginn voraussichtlich 2018.

Restaurierung einer Konche im Palais im Großen Garten als Probeachse. Eine Konche ist in der Architektur eine Einbuchtung oder halbrunde Nische, die in der Regel nach oben mit einer Halbkuppel abgeschlossen ist.

Einbau einer Heizung im Festsaal des Palais Großer Garten. Im Gespräch ist eine Infrarotheizung.

Neubau einer Gartenmeisterei und einer Orangerie im Großen Garten, in der dann einmal die Orangenbäumchen, die den Sommer über im Zwingerinnenhof stehen, überwintern sollen.

S
anierung und Umbau Bahnhof Zoo der Parkeisenbahn im Großen Garten.

Bauunterhalt und Sanierung der Technik der Freilichtbühne „Junge Garde“.

Bau eines Depots im Großen Garten , in dem der Schlösserbetrieb Skulpturen unterbringen kann, die aufgrund ihres Erhaltungszustandes nicht mehr im Freien stehen können.

Von Catrin Steinbach

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