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Lokales Im Dresdner Zwinger wird die Schokolade gefeiert
Dresden Lokales Im Dresdner Zwinger wird die Schokolade gefeiert
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17:07 07.11.2018
Schokoladenmädchen Michelle Klinkenberg lässt es sich schon mal schmecken. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Viele mögen sie, manche wollen gar nicht mehr ohne sie sein: Schokolade. Sprüche wie „Ein Leben ohne Schokolade ist auch keine Lösung“, „Schokolade – das ist wie Sex, für den du deine Beine nicht rasieren musst“ oder auch „Solange Kakao auf Bäumen wächst, ist Schokolade für mich Obst“ sind für diese innige Zuneigung ein lustiges Indiz.

Zum ersten Mal huldigt in Dresden ein Festival der Schokolade

Von Freitag, 9. November, an kommen alle Fans von hochwertiger, in Manufakturen hergestellter Schokolade im Dresdner Zwinger auf ihre Kosten. Denn dort findet drei Tage lang zum ersten Mal „Choco Classico – Das Dresdner Schokoladenfestival“ statt.

Dresden war mal die Schokoladenhauptstadt Deutschlands

Das kommt nicht von ungefähr, schließlich war Dresden im 19. Jahrhundert mal die Schokoladenhauptstadt Deutschlands! Der Dresdner Kaufmann August Friedrich Timaeus und sein Geschäftspartner Gottfried Jordan erfanden hier die erste Milchschokolade der Welt und brachten sie 1839 auf den Markt.

Einst gab es 28 Schokoladenfabriken

„Vor dem Ersten Weltkrieg waren in Dresden nahezu 7000 Menschen in der Schokoladenindustrie tätig, was mehr als einem Fünftel der Beschäftigten im gesamten Reich entsprach. 28 Fabriken verarbeiteten ca. 550 Tonnen Kakao pro Jahr. Deutschlandweit wurden pro Jahr 1700 Tonnen verarbeitet. Allein die verarbeitete Menge unterstreicht die Position Dresdens, sich Schokoladenhauptstadt nennen zu dürfen. In keiner anderen Stadt Deutschlands gab es so eine hohe Dichte“, heißt es auf der Internetseite des Schokolade und Kunst e.V.

Ronny Kürschner hatte die Idee für das Schokoladenfestival. Quelle: Anja Schneider

Dieser organisiert das Schokoladenfestival – mit Unterstützung des Dresdner Wissenschafts-Vereins WIMAD, der die Geschichte der sächsischen Schokoladenindustrie erforscht. Die Idee zu dem Event, das anschaulich ein Stück Dresdner Geschichte erzählen soll, hatte Ronny Kürschner.

Bekennender Schoko-Fan

Der 39-Jährige ist nicht nur bekennender Schokoladenfan und Mitbegründer des Vereins. Er arbeitet als selbstständiger Eventcoach, absolviert gerade an der TU Chemnitz ein Studium. Das Schokoladenfestival im Zwinger ist seine Masterarbeit. Und da er auch finanziell mit in Vorleistung geht, hofft er natürlich doppelt, dass seine Idee die Dresdner begeistert.

14 Schokoladenmanufakturen sind mit von der Partie

Doch was erwartet die Besucher von Freitag an im Zwinger? Zum einen offerieren 14 Schokoladenmanufakturen aus ganz Deutschland in den im Innenhof aufgestellten weißen Pagodenzelten ihre Produkte und geben Einblick in ihre Arbeit. Das allein würde aber den Eintrittspreis von 14 Euro pro Person (Kinder ab 13 Jahre 12 Euro, bis 12 Jahre frei) nicht rechtfertigen.

Schauvorführungen und historische Exponate

„Es gibt Schauvorführungen in der Schokoladen- und Pralinenherstellung. Wir präsentieren historische Gegenstände, wie zum Beispiel eine Wickelmaschine aus dem Jahr 1936 der Freitaler Firma Otto Haensel und Verpackungen aus den Jahren 1900 bis 1980“, sagt Ronny Kürschner. „Es gibt eine Bühne, auf der die Besucher auf verschiedene Weise Interessantes rund um die Schokolade erfahren.“

Maßschneidermeisterin Ines Günnel drapiert den Kragen am Kleid des Schokoladenmädchens. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa-ZB

Das neue Kleid des Schokoladenmädchens

Michelle Klinkenberg, die derzeit in der Konditorei von Dirk Zieger in Meißen eine Ausbildung zur Konditorin absolviert, ist das 1. Dresdner Schokoladenmädchen. Sie wirbt für die Schokoladenseite Dresdens wie das Schokoladenfestival „Choco Classico“. Historischer Bezug zu der Figur ist das berühmte Pastell von Jean-Étienne Liotard. Das Gemälde ist eines der berühmtesten Werke in der Dresdner Gemäldegalerie, dem derzeit im Zwinger auch eine Sonderausstellung gewidmet ist.

Das Schokoladenmädchen in Fleisch und Blut unterscheidet sich vom Gemälde allerdings gravierend durch sein Outfit. Das entwarfen Nadine Riemer (19) und Florian Funke (20), Modedesignstudenten im 3. Semester an der Fachhochschule Dresden. Das phantasievolle Schoko-Kleid – genäht von Bekleidungsinnungsobermeisterin Ines Günnel – besteht aus vielen verschiedenen Stoffen. Was man erst bei genauem Hinschauen sieht: Der Rock ist eigentlich eine Hose. Statt einer Haube krönt ein Pralinen-Fascinator den Kopf.

Die Konditoreninnung ist dabei. An ihrem Stand werden Lehrlinge auf verschiedene Weise mit Schokolade arbeiten und mit den Besuchern über ihren Beruf ins Gespräch kommen. Immer mit Beginn der Dämmerung werde die Fassade des Semperbaus im Zwinger auf einer Länge von 30 Metern in schokoladige Bilderwelten getaucht.

Berühmter Schokoladenkünstler aus Österreich dabei

Mit von der Partie ist auch Gerhard Petzl. Der Olympiasieger der Patisserie, „wurde im Jahr 2017 mit dem Golden Tier Award in New York (USA) ausgezeichnet. Er trägt damit auch den Titel Master Chocolatier of the year, ein erstmalig vergebener Preis“, so Ronny Kürschner.

Schokoladen-Sommelière Sarah gibt Tipps

Gierig Petzl ist berühmt für seine Schokoladenskulpturen. Er bringt einen Teil seiner komplett aus Schokolade gearbeiteten barocken Tafel mit und ist zudem auf der Bühne zu erleben. Ebenso Konditormeisterin Sarah Gierig-Thomas aus Neustadt/Sachsen, die erste Schoko-Sommelière des Ostens.

Des Weiteren gibt es Gelegenheit, Geschichten von kostümierten Flanierern zu lauschen und sich mit dem Schokoladenmädchen fotografieren zu lassen. Das trägt jetzt allerdings ein neues Kleid. Entworfen haben den Schoko-Look zwei Modedesign-Studenten der Fachhochschule Dresden. Genäht hat das Kleid dann Ines Günnel, die Obermeisterin der Bekleidungsinnung.

Das Wichtigste auf einen Blick

Dresdner Schokoladenfestival „Choco Classico“ vom 9. bis 11. November im Innenhof des Dresdner Zwingers

Öffnungszeiten: Freitag und Sonnabend jeweils 10 bis 22 Uhr, Sonntag 10 bis 18 Uhr

Eintrittpreise: an der Tageskasse 14 Euro, Kinder bis 12 J. frei, ab 13 Jahre 12 Euro; aus Sicherheitsgründen dürfen max. 2500 Menschen in den Innenhof

Feierliche Eröffnung: Freitag, 9. November, 11 Uhr durch den Festivalschirmherren Prinz Daniel von Sachsen, Jens Gradel, dem Obermeister der Konditoreninnung Dresden, dem 1. Dresdner Schokoladenmädchen mit August dem Starken samt barockem Hofstaat.

Mehr Informationen:
https://choco-classico.de

Von Catrin Steinbach

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