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Illegale Waffen und Kinderpornos bei Polizei-Mitarbeiter gefunden

Im Darknet geordert Illegale Waffen und Kinderpornos bei Polizei-Mitarbeiter gefunden

Wegen Verbrechens nach dem Waffengesetz musste sich ein Mitarbeiter des Polizeiverwaltungsamtes jetzt vor dem Amtsgericht verantworten. Im Darknet hatte der Mann versucht, mehrere Schusswaffen samt Munition zu bestellen. Zudem fanden die Ermittler bei ihm Kinderpornografie. Zwei Jahre und vier Monate Haft lautet das Urteil.

Wegen Verbrechens nach dem Waffengesetz musste sich ein Mitarbeiter des Polizeiverwaltungsamtes jetzt vor dem Amtsgericht verantworten.

Quelle: dpa

Dresden. Der 35-jährige Angeklagte sieht eher wie ein braver Buchhalter aus, nicht wie ein Typ, der mit Waffen hantiert – aber irren ist ja bekanntlich menschlich. Wegen Verbrechens nach dem Waffengesetz musste sich der Angeklagte am Donnerstag vor dem Amtsgericht verantworten. Im Sommer dieses Jahres ging beim Landeskriminalamt (LKA)ein Hinweis eines verdeckten Ermittlers aus Australien ein, dass ein Dresdner im Darknet fünf halbautomatische Pistolen sowie 100 Schuss Munition für 7600 US-Dollar in Form von Bitcoins geordert hatte. Die australischen Behörden blieben mit dem sächsischen LKA über den Chatverlauf des Angeklagten in Verbindung und schlugen dann zu.

Die „Ware“ wurde, wie vom Angeklagten angegeben, unter dem Namen Martin Schubert an eine Paketstation in Radeberg geliefert. Als der Angeklagte die Waffen abholen wollte, klickten die Handschellen. Überraschung auf beiden Seiten, das Paket war leer und Martin Schubert entpuppte sich als Sebastian Z., einen Mitarbeiter des Polizeiverwaltungsamtes. Es gab noch mehr Überraschungen: Im Zuge der Ermittlungen wurden im Keller des 35-Jährigen 50 Schuss Munition aus einer anderen Bestellung und auf einem Rechnern in seiner Wohnung fast 1000 Bilder und Videos mit Kinderpornografie gefunden, darunter einige der ganz widerwärtigen Art. Seinen Job ist er inzwischen los – er wurde gekündigt.

Der Angeklagte räumte die Vorwürfe zwar ein, wollte auf Rat seines Anwalts keine Fragen beantworten. Sein Mandant, so der Verteidiger, sei ein pessimistischer Mensch und habe bei der derzeitigen Gefahrenlage eine Schusswaffe für seinen persönlichen Schutz bestellen wollen. Er habe da im Netz auch mehrmals nachgefragt, aber immer nur die Antwort erhalten, die Waffen gebe es nur ab fünf Stück aufwärts. Da hab er eben das „Paket“ geordert. Ein Handeltreiben mit den Waffen wies er entschieden zurück. Allerdings konnte oder wollte er auch nicht erklären, was er mit den Schusswaffen anfangen wollte.

Wenn Sie eine Waffe für ihren persönlichen Schutz bestellt haben, was wollten sie mit den anderen vier Pistolen, Und warum haben sie noch einmal Munition bestellt, wenn sie schon welche hatten“, fragte die Staatsanwältin. Ein gewerbsmäßiges Handeln mit Schusswaffen war dem Angeklagten allerdings nicht nachzuweisen. Dafür gibt es keine Indizien, erklärte Richter Roland Wirlitsch. „Weder Geldgier noch Hass haben mich dazu getrieben“ beteuerte der 35-Jährige.

Was denn dann? Der Angeklagte ist nicht vorbestraft und baut dann „mit enormer krimineller Energie“, so Wirlitsch, so einen Mist. Er hat eine gute Ausbildung, ist kein dummer Junge mehr und gerade in seinem Beruf hätte er wissen müssen, dass jeder Krug nur so lange zum Brunnen geht, bis er bricht. Oder hielt er sich für schlauer als den Rest der Welt.

„Mit der Tat beging ich den größten Fehler meines Lebens. Ich bereue es zutiefst“, erklärte Z. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und vier Monaten verurteilt.

Von Monika Löffler

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