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Lokales „Ich bedauere zutiefst, was der Offizierin passierte“
Dresden Lokales „Ich bedauere zutiefst, was der Offizierin passierte“
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10:26 29.05.2018
Beförderungsappell der Offiziersschule des Heeres Dresden im Juni 2017. Quelle: HH/Archiv
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Leipzig/Dresden

„Ich bedauere zutiefst, was der Offizierin passiert ist“, sagte Generalmajor Norbert Wagner am Montag den DNN. Heute sei man in der Bundeswehr viel weiter, die Vorgesetzten seien deutlich mehr sensibilisiert, alle Verstöße gegen das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung ernst zu nehmen und ihnen nachzugehen, unterstrich der Kommandeur des Ausbildungskommandos des Heeres in Leipzig, dem auch die Offiziersschule in Dresden unterstellt ist.

Es geht um eine Vergewaltigung an der Offiziersschule Dresden im Februar 2016, zu einer Zeit, als Wagner noch nicht im Amt war. Nora (30), die Zeitsoldatin, war auf einem Bundeswehrlehrgang, der Täter ein Kamerad. Ihr Fall wurde am Abend 20.15 Uhr in der ARD-Sendung „Was Deutschland bewegt: Vergewaltigt. Wir zeigen an!“ aufgegriffen. Denn die Soldatin kämpfte nach dem sexuellen Übergriff innerhalb der Bundeswehr darum, von ihrem Vorgesetzten ernst genommen zu werden, obwohl Spuren und eine Videoaufzeichnung schnell auf den Täter hinwiesen.

Ein vorgesetzter Oberstleutnant soll sie gefragt haben, ob sie wisse, was sie ihrem Kollegen mit der Anzeige bei der Polizei antue. Nora hatte den Eindruck, ihr solle die Schuld gegeben werden an dem, was passiert war. Als sie Wochen nach der Tat bemerkte, dass sie schwanger war vom Täter, sei sie in ein Loch gefallen. Nach der Abtreibung hatte sie das Gefühl, ihrem eigenen Baby etwas angetan zu haben.

Der Täter wurde 2017 zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Generalmajor Wagner, der am 31. Mai 2017 das Kommando von General Walter Spindler übernahm, sagte, eine Überprüfung des Falles habe ergeben, dass kein Dienstvergehen des Vorgesetzten vorlag, er selbst bezeichnete aber das Verhalten des Oberstleutnants als „unsensibel“.

Der Täter sei von seiner Führungsposition entbunden und aus dem Dienst entlassen worden.

Der 56-jährige Chefausbilder des deutschen Heeres bekräftigte, dass bei entsprechenden Vorfällen rigoros ermittelt werde, Staatsanwaltschaft und Disziplinarkommission eingeschaltet werden. Aber, so Wagner, die Bundeswehr existiere nicht im luftleeren Raum, sondern sei ein Spiegel der Gesellschaft. Normen und Werte durchzusetzen, sei ein wichtiges Anliegen der Ausbildung.

Von Anita Kecke

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