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Lokales IHK fürchtet Aderlass für Sachsen durch Brexit
Dresden Lokales IHK fürchtet Aderlass für Sachsen durch Brexit
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17:44 20.06.2016
 Der Bentley wurde lange in der VW-Manufaktur in Dresden montiert. VW Sachsen in Zwickau liefert Karosserien für die Nobelkarosse. Ein Brexit hätte negative Folgen für alle Autofirmen inclusive Zulieferer in Sachsen.   Quelle: Fotos: PR/Montage: Alexander Eylert

Ein Ausstieg der Briten aus der EU („Brexit“) liegt überhaupt nicht im Interesse der ostsächsischen Wirtschaft und könnte zu einem Export-Einbruch führen. Das hat Lars Fiehler von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden mit Blick auf die „Brexit“-Volksabstimmung am Donnerstag in Großbritannien eingeschätzt. „Was vielen gar nicht so klar ist: Großbritannien ist für Sachsen das drittwichtigste Exportland nach China und den USA“, sagte der IHK-Sprecher. Betrugen 2011 die Ausfuhren noch 1,33 Milliarden Euro, so waren es im vorigen Jahr bereits 2,17 Milliarden Euro. Das ist ein Anstieg um 63 Prozent.

„Wir haben im Kammerbezirk über 350 Unternehmen, die aktiv nach Großbritannien exportieren“, betonte Lars Fiehler. Darunter seien vor allem viele Firmen aus dem Automobilsektor wie VW, Porsche und BMW sowie deren Zulieferer. Gerade im Großraum Dresden gebe es aber auch viele Elektromaschinen-, Elektro- und Pharmahersteller, für die das Vereinigte Königreich ein wichtiges Zielland sei. Dazu gehören – mit unterschiedlichen Exportanteilen – beispielsweise das VEM Sachsenwerk, der Werkzeugmaschinen-Anbieter Mikromat, das Pharma-Unternehmen Apogepha, das Edelstahlwerk Freital oder auch die Edeltischler der Hellerauer Werkstätten.

Die Hauptsorge: Falls die Briten für einen EU-Ausstieg votieren und die Devisenmärkte mit einer starken Abwertung des britischen Pfunds reagieren sollten, würde dies die sächsischen Ausfuhren auf die Insel deutlich verteuern. Dies könnte wiederum im nächsten Schritt die Exportchancen der Sachsen dorthin sehr verschlechtern. Auch sei noch nicht absehbar, ob und in welchem Maße nach einem Brexit aus politischen Gründen Handelsschranken hochgezogen werden, sagte der IHK-Sprecher. „Und nachdem die sächsische Wirtschaft bereits im Russlandgeschäft Einbußen verkraften musste, wäre ein weiterer Aderlass beim Handelspartner Großbritannien ganz besonders schlecht.“

Von Heiko Weckbrodt

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