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Hundesportler und Kleingärtner bangen um ihre Existenz

Dresden will in Übigau neue Gewerbeflächen entwickeln Hundesportler und Kleingärtner bangen um ihre Existenz

Vor zwei Jahren hätte der Verein für Deutsche Schäferhunde fast sein Domizil in Übigau verloren. Es sollte einen Containerdorf für Flüchtlinge weichen. Jetzt steht der Verein schon wieder vor dem Aus. Diesmal soll er Gewerbeflächen Platz machen.

Training in grüner Idylle in Übigau.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Es hat niemand mit ihnen gesprochen, sagt Falk Kopp fassungslos. „So kann man doch nicht miteinander umgehen“, meint der Vorsitzende der Dresdner Ortsgruppe des Vereins für Deutsche Schäferhunde. Nur durch einen Zufall hat er davon erfahren, dass das Vereinsgelände in Übigau in drei bis fünf Jahren einem zwei Hektar großen Gewerbestandort weichen soll.

Kopp kommt sich vor wie in einem schlechten Film, bekennt er. Vor zwei Jahren stand sein Verein in Übigau schon einmal vor dem Aus. Auf dem Höhepunkt des Flüchtlingszustroms sollte auf dem Vereinsgelände ein Containerdorf errichtet werden. Die Stadt kündigte den Pachtvertrag, doch dann wurde die Balkanroute geschlossen, die Stadt brauchte den Standort nicht mehr. Am 1. Februar 2016 konnte Kopp einen neuen Pachtvertrag abschließen. Mit nur einem Monat Kündigungsfrist für die Stadt.

„Schauen Sie“, zeigt Kopp auf eine Stelle an der Decke des Vereinsheimes, „da regnet es rein.“ Soll er jetzt noch Dachpappe kaufen auf die Gefahr hin, dass der Verein bald kein Dach mehr über den Kopf hat? Christian Gaudig, Vorsitzender der Kleingartensparte „Flugplatz Übigau“, kennt das Problem. Auch die 163 Kleingärten sind von dem geplanten Gewerbegebiet bedroht.

„Wir haben vier freie Gärten und auch einige Interessenten. Aber können wir diese noch vergeben?“, fragt der Vorsitzende und verweist auf eine neue Wasserleitung, die die Sparte in diesem Jahr verliegen ließ. Die Kosten von 15 000 Euro seien auf alle Mitglieder der Sparte umgelegt worden. „Kurze Zeit später haben wir von den Plänen mit der Gewerbefläche erfahren.“

Er sei nach Übigau gegangen, um nach der Arbeit Ruhe in der Natur zu finden, bekennt Gaudig. „Jetzt wird in unserem Viertel alles zubetoniert. Jede freie Fläche wird bebaut. Wer denkt eigentlich an die Menschen, die hier leben?“, fragt er. Kinder würden kaum Spielplätze finden, Grün habe sich rar gemacht.

Vor zwei Jahren hätte der Verein für Deutsche Schäferhunde fast sein Domizil in Übigau verloren. Es sollte einen Containerdorf für Flüchtlinge weichen. Jetzt steht der Verein schon wieder vor dem Aus. Diesmal soll er Gewerbeflächen Platz machen.

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Die Hundesportler haben ihren Trainingsplatz seit 2003 aufgebaut. „Wir hätten die Fläche auch gerne gekauft. Aber die Stadt ist nicht auf unser Angebot eingegangen“, sagt Kopp. Es könne nicht sein, dass jetzt über die Köpfe der Pächter hinweg entschieden werde.

„Wird es auch nicht“, verspricht Veit Böhm, Stadtrat für die CDU, der schon während der Flüchtlingskrise den Kontakt zu Hundesportlern und Kleingärtnern hielt. Er verweist auf den frühen Stand des Verfahrens: Der Stadtrat habe die Verwaltung vor zwei Jahren beauftragt, ein Konzept für die Entwicklung von Gewerbeflächen vorzulegen. Dieses Papier werde jetzt in den Ortsbeiräten und später in den Ausschüssen diskutiert. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Betroffenen im Umweltausschuss Rederecht erhalten“ verspricht Böhm. Im Ortsbeirat Pieschen soll das Thema erneut besprochen werden. Mit Hundesportlern und Kleingärtnern, fordert der Stadtrat.

Dass Trainingsplatz und Kleingartensparte erhalten bleiben, verspricht Böhm nicht. „Die Stadt ist auf Gewerbesteuereinnahmen angewiesen“, erklärt er und verweist auf viele Kleinunternehmen in Pieschen, die von herannahender Wohnbebauung in ihrer Existenz bedroht würden und keine Möglichkeit für eine Erweiterung hätten. Letztlich müssten die Interessen der Pächter und die der Stadt in einem fairen Verfahren abgewogen werden. „Eine Kleingartenanlage ist ein hohes Gut“, meint Böhm. Und verspricht, die Betroffenen mit der Politik zusammenzubringen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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