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Lokales Hundeflüsterer hält Herrchen und Frauchen den Spiegel vor
Dresden Lokales Hundeflüsterer hält Herrchen und Frauchen den Spiegel vor
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16:14 15.04.2018
Hundeflüsterer Cesar Millan. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

Was die meisten insgeheim schon wissen, haben viele Dresdner Hundebesitzer am Freitagabend auf sehr lustige Weise noch einmal erfahren: Es liegt niemals am Hund, sondern immer am Herrchen. Wenn sowas von einem Profi wie Cesar Millan kommt, glaubt man es gerne. Der 48-Jährige, der mit seiner Fernsehsendung „Der Hundeflüsterer“ berühmt wurde, gastierte in der ausverkauften Messehalle Dresden und gab viele nützliche Tipps für den Umgang mit Vierbeinern.

Hundeerziehung braucht ein solides Fundament

Der Programmtitel „Once upon a dog”, zu Deutsch “Es war einmal ein Hund“, gibt den märchenhaften Rahmen des Abends vor. Aus fünf liebevoll animierten Geschichten, die über drei große Leinwände laufen, leitet Millan die wichtigsten Lektionen für eine gute Mensch-Hund-Beziehung ab.

„Die drei kleinen Schweinchen“ werden kurzerhand zu „Die drei kleinen Möpse“, was erstens für einige Lacher im Publikum sorgt und zweitens unterstreicht, dass Hundeerziehung ein solides Fundament braucht. Dieses bestehe aus Vertrauen, Respekt und Liebe, erklärt Millan. Drei Schlagwörter, die sich übrigens auch hervorragend auf den T-Shirts am Merchandise-Stand verkaufen. Die Marketingmaschinerie des US-Amerikaners läuft prächtig.

Witzige und treffende Imitationen

Wie viel schon an der Basis falsch gemacht werden kann, illustriert der Hundetrainer anhand der Begrüßung von Mensch und Hund. Mit entzücktem Kreischen, Losrennen und Armwedeln ahmt er die gängigste Reaktion beim Anblick eines Hundes nach. Danach streckt er die Hand aus wie ein König zum Kuss, weil irgendjemand irgendwann einmal behauptet hat, der Hund müsse den Fremden erst riechen. Die Zuschauer kommen aus dem Lachen nicht mehr heraus, wohl auch, weil sich viele ertappt fühlen. Millans extrem witzige und treffende Imitationen von Hundebesitzern sind das Highlight seiner unterhaltsamen Show.

Seine heißesten Tipps gibt der Medienprofi zwar nicht preis – dafür müsste man schon sein Buch kaufen – doch Millans Programm liefert einen anschaulichen Überblick über die Grundsätze der Hundehaltung. Er erzählt viele Anekdoten aus seiner beruflichen Erfahrung, zeigt Beispielvideos von wirklich irritierenden Hundebesitzern und letztlich auch sein eigenes Können.

Publikum staunt mit offenen Mündern

Für jede Lektion lädt Millan einen Dresdner samt Vierbeiner, der ein passendes Problem hat, auf die Bühne. Florentines Hund Guido ist zum Beispiel besessen von seinem Ball, den er nicht wieder hergibt. Ihm fehlen Grenzen und Beschränkungen. Innerhalb von zwei Minuten gelingt es Cesar Millan, Guidos Interesse und Aufmerksamkeit zu konditionieren. Das Publikum staunt mit offenen Mündern.

Nur in einem von vier Fällen klappt die Demonstration nicht, denn der Hund von Zuschauer Norman, der eigentlich immer anderen Hunden nachjagt, interessiert sich auf der Bühne kein Stück für seine Artgenossen. Da kann Millan nur mit Leckerlis ein bisschen tricksen, aber macht nichts. Eine zu perfekte Vorführung wäre ja auch unglaubwürdig.

Für Spontanität bleibt wenig Zeit

Ziemlich nervig, aber notwendig für das Dresdner Publikum ist die Lösung der Sprachbarriere. Millan spricht jeweils einen Satz auf Englisch, der mitgereiste Fernsehmoderator Jan Köppen wiederholt das Gesagte dann auf Deutsch. So kommt es, dass über den gleichen Witz meist zwei Mal im Saal gelacht wird. Untertitel auf den großen Leinwänden wären vielleicht die elegantere Lösung gewesen. Für Spontanität bleibt in der professionell durchgeplanten und mitunter typisch amerikanischen Show ohnehin nicht viel Zeit.

Man mag über Pathos, Kitsch und Sendungsbewusstsein von Millan schmunzeln, doch seine Liebe zu den Fans muss man gebührend anerkennen. Weit über eine halbe Stunde nimmt sich der Hundeflüsterer nach der Show Zeit, bis auch der letzte Fan ein Autogramm und ein Selfie hat. Und das begeisterte Dresdner Publikum hat schon vorher seine Loyalität zum Hundeflüsterer mit langanhaltenden Standing Ovations zum Ausdruck gebracht.

Von Friederike Ostwald

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