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Lokales Hubschrauber gefährden Wohnungsbau
Dresden Lokales Hubschrauber gefährden Wohnungsbau
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21:58 24.03.2017
So könnte das Wohngebiet aussehen. Quelle: PR
Dresden

Der Vorhabenbezogene Bebauungsplan Nummer 6024 „Dresden-Neustadt. Alberstadt. Jägerpark“ sieht großes für die Brachflächen zwischen dem Gelände der Heeresschule und den Sportanlagen des SC Borea vor: 700 Wohnungen sollen in einem neuen Quartier entstehen, dabei ist ein 15-prozentiger Anteil von Sozialwohnungen geplant.

Doch es ist Sand ins Planungsgetriebe gekommen, wie Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Bündnis 90/Die Grünen) jetzt auf Anfrage von Tilo Wirtz, baupolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke, erklärte: Während die aufwendige Problematik des Artenschutzes mit dem Investor abgestimmt sei und ein Ausgleich für alle vom Vorhaben betroffenen Arten gefunden worden sei, bedrohe der Emissionsschutz das Vorhaben.

Rund 200 Meter von der Grenze des Plangebietes entfernt befindet sich der Hubschrauberlandeplatz der Bundeswehr, so die Umweltbürgermeisterin, die Armee beantrage ein Emissionskontingent von 65 Dezibel. Wenn es dabei bleibe, dann sei eine Wohnbebauung auf den Flächen nicht oder nur mit sehr hohen Auflagen möglich. Deutlich weniger Wohnung mit intensiver Lärmschutzverglasung könnten die Folge sein, wenn sich die Bundeswehr durchsetze.

Viel Einfluss könne die Stadt nicht geltend machen, da der Hubschrauberlandeplatz von der Bundeswehr genehmigt werde und nicht von den städtischen Behörden. In wenigen Tagen werde ein Lärmschutzgutachten vorliegen, das innerhalb des Planverfahrens bewertet werden müsse, so Jähnigen. Sie kündigte weitere Runden zwischen Stadtplanungsamt, Umweltamt, Bundeswehr und Investor an. Erst wenn das Gutachten vorliege, könne sie erklären, wie es mit dem Bauvorhaben weitergeht.

Der Investor, die Jägerpark Wohnungsbaugesellschaft mbH, hat in einem Schreiben an die Bundeswehr seinen Unmut zum Ausdruck gebracht. Der provisorische Hubschrauberlandeplatz könne mit seinen wenigen Start- und Landevorgängen nicht störend auf das Vorhaben wirken, heißt es in dem Brief. Die Bundeswehr könne sich auch nicht pauschal und ohne Darlegung konkreter Absichten darauf berufen, dass von ihren Flächen tags und nachts 65 Dezibel ausgehen würden. Eine derartige Annahme würde bei siedlungsnahen Bundeswehrstandorten eine gemeindliche Bauleitplanung unmöglich machen.

Konsequent sei die Haltung der Bundeswehr nicht, kritisiert der Investor, denn die Armee unterstütze aktiv Nutzungen von Kindertagesstätten, Schulen und Wohnungen in unmittelbarer Nähe der Offiziersschule des Heeres. Deshalb gehe der Investor davon aus, dass die Landeshauptstadt Dresden den Einwendungen der Bundeswehr nicht folgen werde. Das ist laut Jähnigen noch offen. „Wir warten auf das Lärmschutzgutachten.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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