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Lokales Hotel- und Wohngebäude statt Porsche Zentrum
Dresden Lokales Hotel- und Wohngebäude statt Porsche Zentrum
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07:30 26.08.2018
“Jammern auf hohem Niveau“: Das Wohngebäude an der Bergmannstraße. Quelle: tssb-Architekten
Dresden

„Vielen Dank. Wir können sehr viel mitnehmen, gerade was die Ecktürme betrifft“, sagte am Freitagnachmittag der Hamburger Architekt Alf Prasch im Festsaal des Rathauses. Knapp 40 Minuten lang hatte sich die Gestaltungskommission der Landeshauptstadt Dresden mit einem Entwurf von Prasch für eine städtebaulich spannende Fläche beschäftigt: Im Auftrag des Projektentwicklers List Development entwickelt Prasch einen städtebaulichen Entwurf für eine 8000 Quadratmeter große Fläche an der Großenhainer Straße – dort, wo heute noch das Porsche Zentrum steht. „Porsche will das Grundstück verlassen“, erklärt Steffen Szuggat, Leiter des Stadtplanungsamtes. Wohin die Wege von Porsche führen, ist ungewiss, eine DNN-Anfrage blieb am Freitagnachmittag unbeantwortet.

Studentisches Wohnen, Wohnungen, Hotel und Fitness in einem großen Neubau sowie Büros in einem vorgelagerten Gebäude statt hochmotorisierter Fahrzeuge heißt das Konzept des Projektentwicklers, das die fünf Mitglieder der Kommission sehr genau unter die Lupe nahmen. „Das Hauptgebäude hat durchaus eine Qualität“, empfand der Vorsitzende Jürg Sulzer, „aber es bedarf noch einer Verfeinerung. Das lässt sich noch sensibler gestalten.“ Das zweite Gebäude sei dagegen noch nicht der große Wurf, fand Barbara Hutter. „Diese Ecke ist ein ganz wichtiger Punkt, an dem weiter gearbeitet werden sollte.“ „Wir waren uns unsicher und nehmen das mit“, kündigte Prasch an.

Berndt Dietz: „Bitte keinen Bebauungsplan“

Der Architekt stellte sein Projekt freiwillig vor – die Empfehlungen der Gestaltungskommission haben keine Rechtsverbindlichkeit, wie Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) erläuterte. Aber das Wort der Mitglieder sowie der beratenden Mitglieder – Schmidt-Lamontain zählt ebenso dazu wie Vertreter der Stadtratsfraktionen – hat durchaus Gewicht. Kein Investor handelt sich gerne den Unmut der Bevölkerung oder des Stadtrats ein. Berndt Dietze, Geschäftsführer der Dresdner Baywobau-Niederlassung, nutzte seinen Auftritt vor der Gestaltungskommission sogar für einen Appell: „Bitte keinen Bebauungsplan. Bitte Paragraf 34“, warf er in die Debatte ein.

Dietze plant unterhalb der Grundschule Naußlitz an der Saalhausener Straße einen Wohnpark mit 120 bis 140 Wohneinheiten an, wobei zehn Prozent davon Sozialwohnungen werden sollen. Brisant: Für das 2,5 Hektar große Areal liegt die Baugenehmigung für eine geriatrische Klinik vor. Das Gelände gehört der Baywobau, und die will laut Dietze Wohngebäude errichten. Das werde zum Erhalt einer wichtigen Kaltluftschneise führen, die im anderen Fall zugebaut würde, so der Geschäftsführer. Wenn er denn schnelles Baurecht bekomme, was bei einem Bebauungsplan ausgeschlossen sei.

Seine Bitte wurde erhöht, die Kommission lobte die städtebauliche Figur der geplanten Gebäude, von einem B-Plan war keine Rede mehr. Gelobt wurde von den Mitgliedern auch ein Wohnungsbauvorhaben an der Bergmannstraße, auch wenn sich Architekt Jan Tröger etwas Kritik an der Hinterhofgestaltung anhören musste. „Das ist Jammern auf hohem Niveau. Ein sehr hochwertiger Entwurf“, meinte Schmidt-Lamontain. Und Sulzer erklärte das Ziel der Kommission so: „Wir wollen dafür sorgen, dass sich bei der Stadtgestaltung eine Kontinuität entwickeln kann.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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