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Lokales Hope-Award Gewinner steht fest
Dresden Lokales Hope-Award Gewinner steht fest
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17:11 25.10.2018
Hope-Leiter Stefan Hippler, Gala-Initiatorin Viola Klein, Kinderärztin Sadeeka Williams und Hope-Award Gewinner Lothar Firlej. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Straßenkinder, die Klebstoff schnüffeln, um für einen Moment das unerträgliche Hungergefühl zu vergessen. „Was ich täglich sehe, kann ich nicht in Worte fassen“, sagt Lothar Firlej. Er ist der Gewinner des diesjährige Hope-Awards, den er in Form einer Skulptur von Meissen Porzellan auf der 13. Hope-Gala am Sonnabend im Schauspielhaus feierlich in Empfang nehmen wird.

Mit 50 Jahren änderte der Fußballtrainer sein Leben radikal und wanderte vom wohlhabenden Starnberg nach Kenia aus. Dort gründete er 2014 das Sport- und Bildungsprojekt „NGUVU“ in den Slums von Nairobi. Erstmals ist der Hope-Award dieses Jahr mit einem Preisgeld dotiert. Die 5000 Euro spendete das Dresdner Autohaus. Mit den 5000 Euro will Firlej den Straßenkindern helfen. „Mit wenig kann hier sehr viel bewegt werden“, erklärt Firlej. Unter anderem organisiert das Projekt eine Fußball-Liga für rund 1000 Kinder aus den Slums, deren Alltag von Hunger und Gewalterfahrungen geprägt ist.

Neu ist dieses Jahr auch, dass es eine limitierte Edition der Skulptur in verkleinertet Form zu kaufen geben wird. „25 Skulpturen stehen zum Verkauf, von deren Erlös jeweils 50 Prozent an Hope Capetown fließen werden“, sagt Meissen-Chef Tillmann Blaschke, der aus Kapstadt stammt. Das erste Objekt wird auf der Hope-Gala für das Mindestgebot von rund 2500 Euro versteigert werden.

Hoffnung machen auch der Leiter des „Hope Cape Town“ Stefan Hippler und die Kinderärztin Sadeeka Williams, die in dem Projekt arbeitet. Zwar bleibe die Zahl mit rund 7,1 Millionen HIV-Infizierten in Südafrika konstant hoch, doch die Zahl der Babys, die schon mit dem Virus auf die Welt kommen gehen zurück. „Das Ziel ist, dass künftig kein Kind mehr mit HIV auf die Welt kommt“, sagt Williams. Hoffnung bereitet eine neues Medikament, dass Ansteckung bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr verhindern soll. „Im nächsten Jahr wollen wir 18 000 Menschen mit dem Medikament behandeln“, sagt Hippler. Doch das Geld der Hope Gala wird nicht ausschließlich für medizinische Hilfe benötigt. Insgesamt 36 Mitarbeiter beschäftigt Hope Capetown in in Blikkiesdorp am Stadtrand.

Neben HIV leiden die Menschen an Gangkriminalität, niedriger Bildung und Verbrechen, wie Vergewaltigungen und Mord. „Das Geld der Dresdner Hope-Gala wird auch dafür benötigt, Kinder in die Schule zu bringen“, sagt Pfarrer Hippler. Auch Williams weiß aus ihrer mehrjährigen Erfahrung, dass medizinische Hilfe alleine nicht reicht.Deshalb gibt es das Projekt Hope to Home, bei dem Sozialarbeiter die Familien zu Hause besuchen und zum Beispiel auf Vorsorgeuntersuchungen aufmerksam machen oder soziale Probleme erkennen können. „Das Projekt ist in Südafrika einmalig“, sagt die 37-jährige Kinderärztin, die ihre Arbeit auch auf der Hope-Gala vorstellen wird.

Allein mit dem Ticketverkauf und Spendenaktionen im Vorfeld der 13.Gala hat Hope Capetown in Dresden bereits über 50 000 Euro Spenden eingesammelt. „Ohne die Hope-Gala und die ergänzenden Projekte in Dresden, könnte Hope in Südafrika nicht bestehen“, sagt Hippler. Im nächsten Jahr sollen Plakate mit Dresdner Sehenswürdigkeiten und dem „Slogan Dresden grüßt Kapstadt“ in den beteiligten Kliniken aufgehängt und so die Verbundenheit von Dresden mit dem Hilfsprojekt verstärkt werden.

Die Hope-Gala am 27.10 im Schauspielhaus ist ausverkauft. Für die Aftershow-Party im Erlwein-Capitol ab 22.30 Uhr gibt es für 115 Euro inklusive Catering noch Karten.

Von Tomke Giedigkeit

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