Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Google+
Honorarprofessoren kämpfen um Juristenausbildung an TU Dresden

Hochschulpolitik Honorarprofessoren kämpfen um Juristenausbildung an TU Dresden

Protest gegen Hochschulplanung des Landes hält an: Die TU Dresden soll nach dem Willen des Landes ihre Juristenausbildung verlieren. Dagegen wehren sich jetzt mehrere Honorarprofessoren, darunter Bundesinnenminister Thomas de Maizière. Der Rektor der TU soll um die Ausbildung kämpfen.

Honorarprofessoren der TU Dresden kämpfen um die Juristenausbildung.

Quelle: Archiv

Dresden..  Prominenter Widerstand gegen die Hochschulplanungen des Landes für die TU Dresden: Elf Honorarprofessoren der juristischen Fakultät haben sich jetzt in einem Schreiben an Rektor Hans Müller-Steinhagen gegen das Aus für die Juristenausbildung in Dresden ausgesprochen. Die Spitze der Universität soll sich beim Land für den Erhalt einsetzen, fordern die Professoren, zu denen unter anderen Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), Heribert Heckschen, Notar und Honorarkonsul, sowie der CDU-Landtagsabgeordnete Günther Schneider gehören.

Die Staatsregierung hat im März einen Entwurf für den Hochschulentwicklungsplan vorgelegt. Demnach soll die 2004 von der CDU-Staatsregierung begonnene Konzentration der Juristenausbildung in Leipzig vorangetrieben werden. Dazu sollen die Studienfächer Rechtswissenschaft und Wirtschaftsrecht aufgegeben und freiwerdende Stellen von Dresden nach Leipzig verlegt werden.

Duale Ausbildung als Alternative

Das wollen die Professoren nicht hinnehmen. Sie bedauern es sehr, dass die Uni damit ihren Status als Volluniversität verlieren würde. Besorgt seien sie vor allem über die „Verminderung der Attraktivität der TU Dresden“. Und weiter heißt es in dem DNN vorliegenden Schreiben: „Wir würden es außerordentlich bedauern , wenn sich die Universitätsleitung nicht schützend vor die Studieninteressen unserer Studierenden stellen würde.“ Als Alternative schlagen sie daher eine Kombination der Bachelor- und Masterstudiengänge sowie der klassischen Staatsexamensausbildung vor. Diese „optional duale Juristenausbildung“ könnte die Vorteile der klassischen Juristenausbildung mit denen der neuen, auf dem Bologna-Prozess basierenden Studiengänge kombinieren und mit der Vielzahl der ermöglichten Abschlüsse ein bundesweites Zeichen setzen. Die Professoren befürchten, dass die Studenten künftig nicht nach Leipzig gehen, sondern Berlin oder Münster. Dresden würde damit viele junge Leistungsträger verlieren. Daher bitten die Autoren des Schreibens den Rektor der TU, „bei der Staatsregierung für die Realisierung des Konzepts einzutreten“.

Personalabbau vermeidbar

Daraus wird aber vermutlich nichts. Bereits Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD) hatte im DNN-Interview darauf hingewiesen, dass eine Einigung über den Hochschulplan landesweit einen weiteren Personalabbau vermeiden würde. So argumentiert jetzt auch die Hochschulleitung.

Der in der Abstimmung befindliche Hochschulentwicklungsplan eröffne die konkrete Möglichkeit, so heißt es an der Universität, dass die im Jahr 2010 vom sächsischen Landtag beschlossenen Stellenkürzungen wieder zurückgenommen werden. „Dies dürfen wir bei allem Bedauern über die Einstellung der Juristischen Studiengänge nicht außer Acht lassen“, erklärte Rektor Hans Müller-Steinhagen gegenüber DNN. Für die TUD bedeute dies, dass etwa 250 Stellen erhalten bleiben und seit längerer Zeit „endlich wieder einmal eine Planung ohne Stellenkürzungen“ ermöglicht werde. Mit Widerstand ist daher nicht zu rechnen. Für das Rektorat der TU Dresden habe der Erhalt von etwa 250 Stellen absolute Priorität, da andernfalls die weitere Entwicklung großer Teile der Universität bedroht sei. „Wir werden den termingerechten Abschluss des Hochschulentwicklungsplans nicht gefährden.“ Das Konzept der Honorarprofessoren klinge zwar interessant, ist laut Müller-Steinhagen „aber mit den derzeit dauerhaft an der Juristischen Fakultät verankerten Stellen leider nicht realisierbar“.

Keine Sorge um Exzellenzbewerbung

Der Rektor macht sich offenbar auch keine Sorgen um den Status der Hochschule. „Volluniversität bedeutet nicht, dass es für jedes nur denkbare Fach eine eigenen Fakultät geben muss“, erklärte er. Die erhaltenswerten Kompetenzen in einigen Spezialgebieten, die stellenweise national und international gesehen und geachtet werden, sollen weiterhin bestehen bleiben und so der TU Dresden das für das Zusammenspiel der wissenschaftlichen Disziplinen relevante juristische Fachwissen sichern. Gelassenheit zeigt Müller-Steinhagen auch rund um den Elitestatus: „Das Ende der Juristenausbildung wird keinen maßgeblichen Einfluss auf unsere Bewerbung im Rahmen der Exzellenzinitiative haben.“

Von Ingolf Pleil

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.